In der Vorweihnachtszeit ist auf dem historischen Marktplatz in Homburg immer reges Treiben. Gerade erst ging der traditionelle Nikolausmarkt zu Ende, schon wird dieser abgelöst von der leckeren Suppenküche. Bereits zum achten Mal werden hier in diesem Jahr die dampfenden Kessel angefeuert und bis Freitag gibt es hier die unterschiedlichsten Suppen – alles für einen wirklich guten Zweck.
Auch wenn vieles gleich ist, so gibt es eine Änderung in diesem Jahr. Erstmals unterstützen Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes – Kreisverband Homburg die Aktion aktiv vor Ort. Und erstmals fließt der gesamte Spendenerlös an das DRK, das nach seiner Insolvenz im vergangenen Jahr auf Unterstützung angewiesen ist. Die Spenden werden konkret für Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzmaterial der ehrenamtlichen Helfer genutzt – etwa für die Rettungshundestaffel oder den Katastrophenschutz.

Ein starkes Zeichen der Solidarität
Initiiert wurde die Benefizaktion wie in den Vorjahren von Giuseppe Nardi, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Theiss Naturwaren GmbH. Er betont die Bedeutung des DRK für die Region: „Das DRK KV Homburg ist eine Institution, auf die sich viele Menschen (Stichwort: Hausnotruf) in unserer Stadt verlassen“, sagt Nardi. „Mit unserer Aktion möchten wir diese Organisation, die bereits vielfach Hilfe geleistet hat, unterstützen, damit die Mitarbeiter dort eine Perspektive haben und diese wertvolle Arbeit weitergeführt werden kann.“

Auch beim DRK sorgt die Unterstützung für große Dankbarkeit. Geschäftsführerin Nicole Adolph formuliert es klar: „Wir als DRK-Kreisverband Homburg freuen uns sehr, dass Sie uns unterstützen, damit wir auch zukünftig Menschen in der Region versorgen können.“ Dass es diesen Rückhalt braucht, zeigt ein Blick auf die Aufgaben des Kreisverbands: Fast 300 Ehrenamtliche engagieren sich im Bereich Sanitätsdienste, Rettungshundearbeit, erweiterter Rettungsdienst, Katastrophenschutz und vielen weiteren Feldern.
Für diese Einsätze benötigt das DRK eine verlässliche Grundausstattung – von persönlicher Schutzausrüstung für Rettungshunde-Teams bis hin zu Helmen und Ausrüstung für Einsatzkräfte im Zivil- und Katastrophenschutz. Genau dort werden die Spenden eingesetzt.

Die Küchen stehen nicht still – 600 Liter Suppe für Homburg
Um Punkt 6 Uhr morgens begann heute die Arbeit am Kessel. Zwischen Dampf, Zwiebelduft und dem Knistern der Feldküche sorgten vier Männer dafür, dass die erste Gulaschsuppe des Jahres rechtzeitig zur Mittagszeit serviert werden konnte. Marco Dante, Gastroleiter von Oh!lio & Vin!oh, beschreibt die morgendliche Szenerie so: „Wir sind heute Morgen um 6 Uhr gestartet mit Zwiebeln anbraten, auslassen, dann natürlich auch noch das Fleisch anbraten, damit es schöne Röstaromen hat.“ Zum Haupt-Team gehören in diesem Jahr Peter, Christoph Bonaventura, Küchenchef Francesco Nardi und Dante selbst. „Wir sind heute Morgen gestartet und begleiten das über die nächsten Tage. Christoph kennt sich am besten mit der Suppenküche selbst aus, die uns Harald Borchert von der Firma VARIO PACK dankenswerterweise immer zur Verfügung stellt.“

Dass Suppe nicht gleich Suppe ist, zeigt ein Blick auf den Speiseplan – und die Rückmeldungen der Gäste. Die Gulaschsuppe am Mittwoch ist ein Fixpunkt, fast schon Pflichtprogramm und wird von den Besuchern stets richtig gehypt. Dante: „Die Gulaschsuppe gibt es, weil es immer eine Gulaschsuppe sein muss, die hat einfach Kultstatus.“ Auch am Donnerstag und Freitag setzt das Küchenteam auf Klassiker: Kartoffelsuppe, wahlweise mit Wiener oder Hühnerbrühe mit Tortellini, am Freitag dann Tomaten- und Bohnensuppe – selbstverständlich auch vegetarisch.

Ansturm schon vor dem offiziellen Start
Der erste Tag zeigte sofort, wie stark die Suppenküche im Homburger Advent verankert ist. „Um 11:00 Uhr waren schon die ersten Leute da. Da war die Suppe aber für uns noch nicht heiß genug“, erzählt Dante. Eine halbe Stunde später dann wurden die ersten Suppen-Fans versorgt, noch vor der eigentlichen Eröffnung.
Gekocht wurde diesmal jedenfalls so viel wie noch nie. „Wir haben 470 Liter Suppe gemacht. Jetzt haben wir noch die zwei anderen Kessel mit dazu geholt. Dieses Jahr wurde ein bisschen aufgerüstet und haben noch mehr Suppe gemacht, dass man mehr zum Verteilen hat. […] Das sind aktuell dann so ungefähr 600 Liter.“
Etwa 1.000 bis 1.200 Portionen kann man daraus ableiten. Erfahrungsgemäß ist Schnelligkeit gefragt: „Die Suppen waren letztes Jahr um 14.30 Uhr aus. Deswegen haben wir ja noch extra zusätzlich nochmal über 100 Liter mehr gemacht.“

Ein eingespieltes Team
Acht Jahre Suppenküche bedeuten Routine – aber auch Hingabe. Jeder Handgriff sitzt, alle wissen, was sie zu tun haben und man merkt, dass hier ein professionell agierendes Team seine Finger im Spiel hat. Auch das Drumherum stimmt: Die Gäste bekommen nicht nur eine heiße Suppe, sondern ein Stück wärmende und gemütliche Atmosphäre. Weihnachtsmusik, Glühwein, Zeltbereich, freundliche Gespräche – Elemente, die für viele Menschen längst fester Bestandteil der Adventszeit geworden sind. „Die Leute bedanken sich. Die Leute sind herzlich. Die Leute sind begeistert von dem, was wir hier machen.“

Einfach kommen – und geben, was man kann
Der Grundgedanke der Suppenküche ist so simpel wie wirkungsvoll: Jeder zahlt, was er kann und möchte. Wer mehr gibt, ermöglicht anderen eine warme Mahlzeit. Ein solidarisches Prinzip, das in der Kälte des Advents besonders leuchtet.
Öffnungszeiten & Angebote
Mittwoch, 10. Dezember 2025 – ab 12 Uhr bis 18 Uhr
• Gulaschsuppe (Rind)
Donnerstag, 11. Dezember 2025 – ab 12 Uhr bis 18 Uhr
• Hühnerbrühe mit Tortellini
• Kartoffelsuppe (veggie) optional mit Wiener
Freitag, 12. Dezember 2025 – ab 12 Uhr bis 18 Uhr
• Tomatensuppe (veggie)
• Bohnensuppe
Essen vor Ort oder Mitnahme in eigenen Gefäßen – solange der Vorrat reicht.
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