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Stefanie Kerker nimmt sich am 10. März 2026 die großen und kleinen Zumutungen des bundesrepublikanischen Alltags vor – und serviert dem Publikum im Bildungszentrum Kirkel eine Utopie zum Mitnehmen. Ohne falsche Hoffnungen, dafür mit scharfem Blick, Musik und einer gehörigen Portion Humor will die Kabarettistin ihr Publikum aus der Komfortzone locken. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt frei. Eine Platzreservierung ist allerdings erforderlich.

Das Programm trägt den Titel „Utopie To Go!“ und hält, was der Name verspricht: Kerker entwirft an diesem Abend eine Gegenwelt, in der Pflegenotstand, Bahndebakel und Neiddebatte nur noch ferne Erinnerungen sind. Dabei belässt sie es nicht beim bloßen Wunschdenken. Sie plaudert, bläst in ihre Instrumente und klimpert auf den Tasten, bis das mentale Plüschsofa, auf dem sich das Publikum so bequem eingerichtet hat, gehörig ins Wanken gerät. Wer es sich dort gemütlich gemacht hat, um über die Missstände zu schimpfen, ohne selbst aufzustehen, wird von Kerker mit strahlendem Lächeln enttarnt.

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Ihre Zielscheiben wählt sie dabei breit gefächert. Digital-Gurus, die das nächste große Ding predigen, bekommen ebenso ihr Fett weg wie Konsum-Gläubige, die jedem Umweltsiegel blind vertrauen. Auch das Idealbild der perfekten Mutter, das sich hartnäckig durch so manche Männerfantasie zieht, nimmt sie genüsslich auseinander. Kollektive Schwächen trifft es genauso wie individuelle – und genau diese Mischung macht den Abend so treffsicher.

Besonders aufschlussreich geraten Kerkers Analysen dort, wo man den Zusammenhang zunächst nicht vermutet. Was etwa das Ehegattensplitting mit schlechtem Sex zu tun hat, gehört zu den Fragen, die sie mit entwaffnender Logik beantwortet. Ihre Lösungsvorschläge wiederum sind bisweilen verwegen: Eine Fernsehshow, in der sich Superreiche gegenseitig darin überbieten, ihr Vermögen an die Allgemeinheit abzugeben, gehört ebenso dazu wie eine App, die den Umgangston unter den Menschen spürbar freundlicher machen soll. Klingt absurd – und genau das ist der Punkt.

Am Ende, so das Versprechen des Abends, nimmt das Publikum mehr mit als nur gute Laune. Positive Energie, alltagstaugliche Ermutigungen und das eine oder andere Aha-Erlebnis sollen den Weg in Richtung eines besseren Miteinanders ebnen. Utopie mal Daumen gerechnet, wie Kerker es formuliert, könnte das reichen, um ein gutes Stück voranzukommen in Richtung „schönes Leben für alle“.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Kultur im BZK“ statt. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Platzreservierung gibt es auf der Website des Bildungszentrums Kirkel unter www.bildungszentrum-kirkel.de/kultur-im-bzk

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