Homburg hat sich als „Stadt der Märkte“ einen Namen gemacht. Zu Flohmarkt, Landmarkt und Keramikmarkt ist mittlerweile zum jährlichen Ausklang des Musiksommers ein Fairtrade-Markt hinzugekommen.

Am diesem Samstag, 14. September, ist es wieder soweit: Auf dem Historischen Marktplatz veranstaltet der Verein „miteinander-füreinander“, der den Homburger Eine-Welt-Laden betreibt, von 10 bis 15 Uhr zum vierten Mal einen Fairtrade-Markt. Mit dabei sind einige Partnerorganisationen des Weltladens, wie die Vereine Kinderhaus Kathmandu, Hilfe Direkt und Natpu Indienhilfe, die Aktion Peruhilfe, die Entwicklungsförderung Benin und UNICEF, aber auch das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland und die Fairtrade-Initiative Saarland.

Nach der Begrüßung durch den Homburger Kulturbeigeordneten Raimund Konrad und Gustl Altherr, Vorsitzender des Vereins „miteinander-füreinander“, verspricht die Band „Federkeil Music Gospel Power“ ab 11 Uhr zum Ausklang des Homburger Musiksommers ein musikalisches Highlight. In den Pausen informieren Vertreter des Weltladens über Fairen Handel, und es gibt Kostproben von fair gehandelter Schokolade sowie Trockenfrüchten und Brotaufstrichen. Fachpromotor Peter Weichardt informiert über Perspektiven des Fairen Handels im Saarland sowie die Initiativen „Faire Schule“ und „Faire Klasse“.

Mit dabei auch diesmal die Fairtrade-Stadt Homburg und der Fairtrade-Kreis Saarpfalz. Deren Repräsentanten, Bürgermeister Michael Forster und Landrat Dr. Theophil Gallo, sprechen im Verlauf der Veranstaltung Grußworte.

An den Ständen gibt es Kunsthandwerk aus aller Welt, Kostproben fair gehandelter Lebensmittel, eine „Faire Weinprobe“, Infos über fairen Handel und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Ein Glücksrad mit Fairtrade-Quiz und interaktive Lernspiele zum Thema „Globale Gerechtigkeit“ laden zum Mitmachen ein, zudem können Stofftaschen aus fair gehandelter Baumwolle bemalt und regional-faire Bioseife mit Karitébutter aus Burkina Faso bedruckt werden.

Die Veranstaltung, die im Rahmen der „Fairen Woche 2019“ stattfindet, wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Fairtrade-Stadt Homburg, dem Fairtrade-Kreis Saarpfalz und den Stadtwerken Homburg. 

Folgende Aussteller beteiligen sich an diesem Tag:

Eine-Welt-Laden Homburg und miteinander-füreinander e.V.:

Der Homburger Eine-Welt-Laden und sein Trägerverein stellen sich beim Fairtrade-Markt mit einem Stand vor. Das 30-köpfige ehrenamtliche Ladenteam präsentiert eine Auswahl der Produktpalette und informiert über die Lieferketten und die verschiedenen Fairtrade-Siegel. Auch die vom Eine-Welt-Laden aus dem Laden-Gewinn und aus Spenden unterstützten Projekte der Entwicklungszusammenarbeit werden vorgestellt.
Fair gehandelte Lebensmittel (u.a. Schokolade, Trockenfrüchte, Brotaufstriche) werden zum Verkosten angeboten. Die Verkostungsaktion hat sich sehr bewährt, um mit den BesucherInnen des Fairtrade-Marktes und des Homburger Musiksommers ins Gespräch zu kommen und dabei ausführlich über die Herkunft der Produkte und die Funktionsweise des Fairen Handels zu informieren. Ein besonderes Highlight ist jedes Jahr die Faire Weinprobe, die in den Stand des Eine-Welt-Ladens integriert ist. Der in der Region bekannte Wein-Experte Ralf Baßler ist ein großer Fan und Kenner fair gehandelter Weine. Während der Verkostung der Weine informiert er die Gäste kurzweilig und mit vielen Geschichten über die Herkunft der Weine, was den fairen Handel ausmacht und warum ausgerechnet diese über eine besondere Qualität verfügen.

Fairtrade-Stadt Homburg und 
Fairtrade Kreis Saarpfalz:

Mitglieder der Steuerungsgruppen der Fairtrade-Stadt Homburg und des Fairtrade-Kreises Saarpfalz bieten beim Fairtrade-Markt eine Glücksrad-Aktion an. Diese fand bereits 2018 großen Anklang. Die TeilnehmerInnen drehen dabei am Glücksrad und je nach gedrehtem Feld müssen sie eine Frage rund um den Fairen Handel beantworten (siehe Anlage) und erhalten als Belohnung einen kleinen Preis. Mit dem Glücksrad und den Quiz-Fragen soll das Gespräch mit dem BesucherInnen des Fairtrade-Marktes über Ziele und Funktionsweise des Fairen Handels niedrigschwellig eingeleitet werden. Rund um das Glücksrad bildet sich immer eine große Traube von Menschen, die zuhören und mitmachen.

Hilfe Direkt e.V.:

Der Verein Hilfe Direkt e.V. engagiert sich auf der Insel Flores in Indonesien. Die größten Probleme dort sind Arbeitslosigkeit, Unterernährung und die sehr teure medizinische Versorgung. Zudem machen sich Klimaveränderungen bemerkbar, die zu Missernten führen. Um diese Missstände abzumildern, hat das Ehepaar Eva und Dr. Wolfgang Wahlen aus Homburg zusammen mit zwei Missionaren aus Theley den Verein „Hilfe Direkt e. V.“ gegründet. Hauptanliegen sind die Ausbildung von Jugendlichen und die Bekämpfung von Krankheiten. Sie berichten beim Fairtrade-Markt mit einem Stand über das Leben auf der Insel Flores, zeigen Fotos aus den Projekten und verkaufen gespendete Bücher und aus Indonesien importierte handgewebte Textilien zur Finanzierung weiterer Projekte.

Kinderhaus Kathmandu e.V.:

Der Verein Kinderhaus Kathmandu verschafft seit 1995 elternlosen, bedürftigen Kindern und Jugendlichen in Nepal ein Zuhause und ermöglicht ihnen eine Schul- und Berufsausbildung. Inzwischen gibt es neben den Kinderhäusern eine eigene Schule, sowie zahlreiche weitere Schulen in der Region, die unterstützt werden. Das Homburger Ehepaar Anne und Klaus Hessenauer unterstützt den Verein Kinderhaus Kathmandu e.V. seit langem, ist regelmäßig in den Projekten vor Ort unterwegs und berichtet in Multimedia-Vorträgen, Büchern und Foto-Ausstellungen über das Leben in Nepal und die Fortschritte der Kinderhäuser und Schulprojekte.

Aktion Peruhilfe e.V.:

Seit 1977 hat die Aktion Peruhilfe in Peru, besonders in Pamplona Alta/Lima, mehreren tausend Kindern, Jugendlichen und ihren Familien helfen können. Grundsatz der Arbeit ist Hilfe zur Selbsthilfe. Deshalb setzt die Aktion Peruhilfe auf Bildung und Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Deutsche Lehrer und andere Personen im Umfeld der deutschen Humboldt-Schule arbeiten vor Ort im Auftrag der Aktion Peruhilfe. Die Eltern der Kinder planen und bauen die Schulen und Kindergärten mit. Der Saarländer Werner Jung sammelt mit der Aktion Peruhilfe Spenden zur Finanzierung der Projekte und informiert beim Fairtrade-Markt über die Arbeit des Vereins.

Natpu Indienhilfe e.V.:

Der Verein Natpu Indienhilfe ist seit der Tsunami-Katastrophe 2004 in Südost-Indien aktiv. Obdachlose Kinder und Waisen, die auf der Straße leben müssen und sich von Müll ernähren, leiden unter körperlichen und seelischen Krankheiten. Mit Hilfe des Vereins werden die Kinder resozialisiert und durch gezielte Bildungsmaßnahmen auf eine bessere Zukunft vorbereitet. Die Akteure helfen unbürokratisch und werden dabei durch zahlreiche Aktionen, u.a. von Schulen im Saarpfalz-Kreis, finanziell unterstützt. So konnte unter anderem eine Mädchenschule, die Government Girls High School in Kalapet/Pondicherry, gebaut werden. Sie wird heute von über 800 Mädchen besucht. Es gibt rege Kontakte und Freundschaften zu saarländischen Schulen. Viele Mädchen bekommen von der Natpu Indienhilfe ein Stipendium für den Schulbesuch und werden auch nach dem Schulabschluss bei der Berufsausbildung oder beim Studium begleitet und unterstützt. Der Homburger Arzt Dr. Wolfgang Metz und ist Vorsitzender des Vereins und besucht mit seiner Frau Angela Till-Metz mindestens einmal im Jahr die Schule, um gemeinsam mit den Partnern vor Ort weitere Projekte wie beispielsweise den Bau von Computerräumen oder einer Bibliothek voranzubringen. Das Ehepaar Metz und weitere Mitglieder des Vereins informieren beim Fairtrade-Markt mit einem Stand über das Leben in Indien und die Projekte des Vereins.

Entwicklungsförderung Benin e.V.:

Der EFB Entwicklungsförderung Benin e.V. ist ein Verein zur Unterstützung humanitärer Maßnahmen in Benin. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Copargo, wo gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort Projekte zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, der Bildung für Kinder, einer sicheren Wasserversorgung, der Nutzung von Sonnenenergie und für Verbesserungen der Agrarwirtschaft und der Viehzucht entwickelt und umgesetzt werden. Die ehemalige Homburger Landtagsabgeordnete war lange Zeit Präsidentin des EFB. Der EFB stellt beim Fairtrade-Markt das Leben in Benin und die Zusammenarbeit in Copargo vor.

Bliesgau Kosmetik:

Doris Kratkey, Inhaberin von Bliesgau-Kosmetik, stellt in der Biosphäre Bliesgau unter anderem regional-faire Seifen her. Dabei verwendet sie neben regionalen Zutaten aus ihrem Blumen- und Kräutergarten und von der Bliesgau-Ölmühle auch Karitébutter aus Burkina Faso. Der Kontakt zu einer Frauenkooperative in Ragussi, von wo sie die Butter bezieht, kam während einer Fairtrade-Reise der Initiative „Endlich Afrika“ 2011 zustande. Seitdem hat sich eine intensive Handelsbeziehung aufgebaut, die bio-fairen Seifen entstehen in liebevoller Handarbeit. Doris Kratkey stellt beim Fairtrade-Markt die Zusammenarbeit mit Burkina Faso vor und die daraus entstehenden Seifen vor. Besucher des Fairtrade-Marktes haben die Möglichkeit, kleine Seifen selbst zu bedrucken.

Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland (NES) e.V.:

Das NES ist der Dachverband saarländischer Nichtregierungsorganisationen, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen, die sich entwicklungspolitisch engagieren: in Nord-Süd-Projektpartnerschaften, in Schulpartnerschaften, in Weltläden und Fairhandels-Initiativen oder in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. MitarbeiterInnen des NES stellen beim Fairtrade-Markt die Arbeit vor und bieten u.a. interaktive Lernspiele zu Fairtrade-Produkten wie Kakao und Schokolade an. Auch das Bedrucken von Stofftaschen aus fair gehandelten Textilien soll als Mitmachangebot dazu gehören.

Eine-Welt-PromotorInnen Saarland:

Das vom BMZ finanzierte Eine Welt-PromotorInnen-Programm ist im Frühjahr 2019 im Saarland in seine zweite Laufzeit gestartet und besteht derzeit aus insgesamt 6 FachpromotorInnen. Ihre Aufgabe ist es, das Engagement der Saarländerinnen und Saarländer für globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung zu stärken. Sie beraten und vernetzen zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen, die sich in der Eine-Welt-Arbeit engagieren und initiieren Projekte und Aktionen, mit denen Alternativen für eine zukunftsfähige Gesellschaft und nachhaltigen Konsum aufgezeigt werden. Beim Fairtrade-Markt stellen die saarländischen PromotorInnen ihre Arbeit zu den Themen Fairer Handel, Global Verantwortliches Wirtschaften, Globales Lernen, Ressourcenschutz und Ressourcengerechtigkeit sowie Jugendengagement vor. Ein weiteres Schwerpunktthema am Stand ist die weitere Verbreitung der Idee der Fairtrade-Schulen, Fairen Klassen und Fairen Kitas.

Gemeinschaftsschule Limbach:

Die Gemeinschaftsschule Limbach hat mit Unterstützung des Vereins Nager IT aus Bayern und des Fachpromotors Fairer Handel Peter Weichardt in mehrtägigem Projektunterricht mit SchülerInnen der siebten Klassen faire Computermäuse gebaut. Dabei wurden die SchülerInnen über die Herkunft der Einzel-Bestandteile und die Probleme bei der Entsorgung elektronischer Geräte sowie die oft menschenunwürdigen und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen, oft mit Kinderarbeit, bei der Herstellung in Billiglohnländern informiert. Mit der fairen Computermaus und deren nachvollziehbaren Lieferkette ihrer Einzelteile werden Alternativen für einen verantwortungsbewussteren Konsum aufgezeigt und SchülerInnen motiviert, sich selbst für einen fairen Handel zu engagieren. Der Initiator an der Gemeinschaftsschule Limbach, der Physiklehrer Alexander Beer, stellt das Projekt „Faire Computermäuse“ gemeinsam mit Schülern an einem Stand beim Fairtrade-Markt vor. Die Schule wird im Rahmenprogramm mit der Urkunde „Faire Klasse“ ausgezeichnet.

 

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