Einmal in der Woche bietet das Senioren-Einkaufsmobil der Arbeiterwohlfahrt älteren Menschen in Höchen die Gelegenheit, sich auf dem Wochenmarkt und in den Innenstadt-Geschäften zu versorgen. - Foto: Rosemarie Kappler

In diesen Tagen sind es bereits fünf Jahre, die das Senioren-Einkaufsmobil der Arbeiterwohlfahrt in Höchen zur Verfügung steht. Fünf Jahre, in denen Fahrer Theo Holdmann allwöchentlich am Mittwoch den weißen Bus mit dem Emblem der Arbeiterwohlfahrt startet und auf einem Berg-und-Tal-Parcours in Höchen jene Personen einsammelt, die sich montags telefonisch bei Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer für die Mitfahrt angemeldet haben. In aller Regel sind es ältere Damen, die das Senioren-Einkaufsmobil in Anspruch nehmen wollen.

Die Idee hierzu wurde bei der Mitgliederversammlung des AWO-Ortsvereines geboren, der sich 2015 zwar zunächst aufgelöst hatte, der inzwischen aber mit neuem Vorstand unter Gunter Draudt weitermacht. Beschlossen wurde in der damals kritischen Phase des Ortsvereines, dass das Vereinsvermögen sinnvoll genutzt werden sollte. Bald kristallisierte sich in den Gesprächen die Idee eines Fahrservices heraus. Denn in Höchen gibt es zwar eine Vielzahl älterer Menschen, die Einkaufsmöglichkeiten verteilen sich aber auf die Kommunen im Umland.

Zur damaligen Zeit gab es bereits ein sehr gut angenommenes Senioren-Einkaufsmobil der AWO-Jägersburg, das dann als Vorbild diente. Eva-Maria Scherer, selbst seit über 30 Jahren Mitglied in der AWO, erklärte sich bereit, die Fahrten zu organisieren und die Anmeldungen entgegenzunehmen. Das Sozialpädagogische Netzwerk der Arbeiterwohlfahrt in Homburg war bereit, mittwochs für drei Stunden einen Neun-Sitzer inklusive Fahrer verfügbar zu halten. Die Projektkosten wurden anfangs ausschließlich aus der Kasse des AWO-Ortsvereines Höchen getragen, inzwischen unterstützen die Kreissparkasse Saarpfalz und die Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz das Seniorenmobil mit jährlichen Spenden. „Am Anfang hatte es ein wenig Zeit gebraucht, bis sich das Angebot herumgesprochen hatte. Durch persönliche Ansprache und Mund-zu-Mund-Propaganda haben sich dann aber immer mehr gemeldet und haben damit bestätigt, dass der Bedarf wirklich vorhanden ist“, sagt Scherer.

In Hochzeiten waren alle Plätze vorgemerkt und es hatte bisweilen sogar Wartelisten gegeben. Inzwischen hat sich das Ganze bei durchschnittlich vier Mitfahrerinnen stabilisiert. Wohin es zum Einkaufen geht, das überlässt Fahrer Holdmann den Damen. Komfortabel ist das Angebot allemal für die Damen: Man wird an der Haustür abgeholt und Stöcke, Gehhilfen und Rollatoren passen bequem in den Kofferraum. Mit vollgepackter Tasche wird man dann wieder an der Haustüre entlassen. In den ersten Monaten wurde die neue Freiheit richtig ausgenutzt. Da ging es auch schon mal nach Neunkirchen ins Saarpark-Center oder nach Homburg.

Nicht alle wollen immer einkaufen gehen, und so teilt sich die Gruppe bisweilen auf. Manche der Damen nutzt die Möglichkeit zum Besuch einer Fußpflege, andere zieht es zum Plauschen in ein Café. „Das Senioren-Einkaufsmobil ist für Höchen eine wichtige soziale und erfolgreiche Geschichte geworden“, so die Ortsvorsteherin. Um mitfahren zu können muss man nicht zwangsläufig Mitglied der AWO sein. Es ist ja ein Hilfsangebot für alle und ein kostenfreies obendrein. Künftig, so Scherer, denke man auch darüber nach, Menschen aus Frankenholz und Oberbexbach mitzunehmen, wenn es mittwochs nach Bexbach geht. Denn das ist inzwischen das Stammziel: Wochenmarkt und real-Einkauszentrum.

Wie so viele wichtige und soziale Angebote ist allerdings auch in diesen Tagen das Senioren-Einkaufsmobil wegen Corona im Ruhemodus. Das wird auch im Juni so sein, wenn das Jubiläum „5 Jahre Einkaufsmobil“ Anlass einer kleinen Rückbesinnung bieten könnte. Wer das Senioren-Einkaufsmobil der Arbeiterwohlfahrt in Höchen nutzen möchte, wendet sich an Orstvorsteherin Eva-Maria Scherer unter 06826- 6196. (rk)

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