Symbolbild

In keinem anderen saarländischen Landkreis waren die Beschäftigten öfter krankgeschrieben im Jahr 2021 als im Saarpfalz-Kreis. Das geht aus repräsentativen Daten der BARMER hervor.

Für ihre Analysen hat die gesetzliche Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus dem Saarland anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand im Saarpfalz-Kreis lag bei 5,9 Prozent (Land: 5,6 Prozent, Bund: 4,8 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 59 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Hansjörg Lambrix, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Homburg.

Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Saarpfalz-Kreis entfielen rechnerisch 21,7 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 20,4 Tage, Bund: 17,5 Tage). Jeder Beschäftigte in dem Landkreis meldete sich im Durchschnitt 1,2 Mal arbeitsunfähig (Land und Bund: 1,1). Lambrix sagt: „Hauptursache für die Krankschreibungen im Saarpfalz-Kreis waren psychische Erkrankungen. In keinem der sechs saarländischen Landkreise wurden mehr Arbeitsunfähigkeitstage wegen seelischer Leiden gezählt.“ Im Vergleich der 403 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland nimmt der Saarpfalz-Kreis bei den psychischen Leiden Platz acht ein.

Psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen verursachten bei jedem Beschäftigten aus dem Saarpfalz-Kreis 5,5 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenschmerzen] (5,0 Tage), Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,5 Tage) und Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen (1,9 Tage). Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen waren die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im Saarpfalz-Kreis.

„Im Saarland ist die Zahl der Fehltage im Beruf wegen seelischer Leiden auch ohne Corona seit Jahren gewachsen. Arbeitgeber sollten dieser Entwicklung mit betrieblichem Gesundheitsmanagement gegensteuern“, sagt Lambrix. Arbeitgeber könnten Rückenleiden ihrer Beschäftigten vorbeugen, indem sie unter anderem die Ausstattung des Arbeitsplatzes auf die Körpergröße abstimmen würden. Wichtig seien auch häufige Haltungs- und Belastungswechsel am Arbeitsplatz.

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