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Die CDU-Landtagsfraktion will die schulische Inklusion im Saarland neu ausrichten – und stößt damit auf scharfen Widerspruch bei den Grünen. Der Landesverband lehnt die Pläne rundheraus ab und wirft der Union vor, aus den realen Problemen an den Schulen die falschen Schlüsse zu ziehen. Wer den Zugang zu gemeinsamem Lernen einschränke, so der Vorwurf, verkenne, worum es eigentlich gehe.

„Inklusion ist ein Menschenrecht und keine bildungspolitische Verhandlungsmasse“, stellt der Landesvorsitzende Volker Morbe unmissverständlich klar. Für ihn steht fest: Ein Rückschritt zu getrennten Bildungswegen kommt nicht infrage. „Ein Zurück ins Gestern wird es mit uns nicht geben.“ Überlastete Schulen dürften niemals dazu führen, dass Kindern mit Behinderung der Weg an die Regelschule verbaut werde.

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Dabei bestreiten die Grünen keineswegs, dass es bei der Umsetzung hakt. Im Gegenteil: Die Defizite im Saarland seien erheblich. Nur liege die Ursache eben nicht im gemeinsamen Lernen selbst, sondern in einer über Jahre hinweg unzureichenden Ausstattung der Schulen – personell wie finanziell. „Nicht die Inklusion ist gescheitert, sondern der politische Wille, sie endlich konsequent umzusetzen“, so Morbe.

Was es stattdessen brauche, hat die Partei in einem Parteitagsbeschluss festgehalten. Gefordert werden deutlich mehr Personal, bessere räumliche und materielle Bedingungen sowie eine Ressourcenverteilung, die sich an belastbaren Daten orientiert. Hinzu kommen der Ausbau regionaler Förderstrukturen und eine gezieltere Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. Förder- und Regelschulen sollten enger zusammenarbeiten, statt gegeneinander in Stellung gebracht zu werden.

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Besonders kritisch sehen die Grünen die Absicht der CDU, zur sogenannten Feststellungsdiagnostik zurückzukehren. Diese rücke Defizite in den Vordergrund – die Grünen wollen dagegen an der Förderdiagnostik festhalten, die den individuellen Unterstützungsbedarf eines Kindes ins Zentrum stellt. „Wer wieder stärker auf Feststellung statt Förderung setzt, entfernt sich vom Leitbild einer inklusiven Schule“, warnt Morbe. Das sei kein Aufbruch, sondern ein Rückschritt.

Hinter der Debatte steht für die Grünen ein grundsätzlicher Konflikt darüber, wie moderne Bildungspolitik aussehen soll. Sie trenne Kinder nicht stärker voneinander, sondern schaffe die Voraussetzungen dafür, dass sie gemeinsam lernen könnten. Inklusion, so das Argument, stärke die Chancengerechtigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit letztlich die Demokratie selbst. Jede Aushöhlung dieses Rechts, kündigt Morbe an, werde man entschieden zurückweisen.

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