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In Deutschland wünscht sich eine große Mehrheit Gratis-Kondome für junge Menschen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit.

Laut repräsentativem Ergebnis befürworten 86 Prozent der Befragten eine kostenfreie Abgabe von Kondomen in Apotheken an unter 26-Jährige. Im Nachbarland Frankreich gilt seit Jahresbeginn eine entsprechende Regelung, um die Ausbreitung sexuell übertragbarer Erkrankungen wie Hepatitis B, Chlamydien oder Syphilis zu stoppen. Vor allem Befragte bis 44 Jahren sind dafür: 91 Prozent von ihnen wünschen sich eine Regelung nach französischem Vorbild. Die DAK-Gesundheit unterstützt dies und fordert ein Handeln der Politik.

„Kondome schützen effektiv vor der Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten, die gravierende gesundheitliche Folgen haben können. Zum Schutz von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollten deshalb auch in Deutschland Kondome für alle Menschen bis 26 Jahren in Apotheken kostenfrei erhältlich sein“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Laut Forsa-Umfrage glauben fast zwei Drittel der Deutschen, dass mehr Menschen Kondome verwenden würden, wenn diese gratis verfügbar wären (63 Prozent). Insbesondere Befragte unter 45 Jahren sind der Meinung, dass Kostenlos-Kondome häufiger genutzt würden (75 Prozent).

Laut Koalitionsvertrag plant die Bundesregierung, es Krankenkassen zu ermöglichen, Verhütungsmittel als Satzungsleistung zu erstatten. Bisher fehlen dafür die rechtlichen Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund ist eine kostenfreie Kondomabgabe an junge Menschen aktuell nicht möglich. „Beim Vorhaben der Ampel-Koalition geht es um Verhütungsmittel zum Schutz vor ungewollten Schwangerschaften. Dieser Ansatz ist zu kurz gedacht. Wirksamer Infektionsschutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten muss stärker in den Fokus rücken“, fordert Storm. „Die Bundesregierung sollte möglichst zeitnah eine Regelung schaffen, die es Krankenkassen erlaubt, insbesondere Kondome für unter 26-Jährige wie in Frankreich erstatten zu können. Es geht um den Schutz der Gesundheit junger Menschen.“

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie nahmen Geschlechtskrankheiten in Deutschland kontinuierlich zu. Das zeigt vor allem das Beispiel Syphilis: Die Zahl der jährlich registrierten Syphilis-Erkrankungen in Deutschland hat sich von 2001 auf 2019 mehr als verfünffacht. Deutschland lag im Europa-Vergleich 2019 auf Platz zwei hinter Großbritannien. „Während der Lockdowns und Kontaktbeschränkungen in den vergangenen Jahren gab es Sondereffekte, die zu einem Rückgang der Infektionen führten“, so Storm. „Wir erwarten jetzt einen Wiederanstieg und eine hohe Dunkelziffer.“ Sexuell übertragbare Krankheiten können zu schwerwiegenden Langzeitfolgen führen, wie beispielsweise Chlamydien bei Frauen zu Unfruchtbarkeit oder Nervenschäden bei Syphilis. „Deshalb ist hier verstärkte Aufklärungs- und Präventionsarbeit wichtig und sinnvoll. Junge Menschen müssen für die Risiken sexuell übertragbarer Krankheiten sensibilisiert werden“, sagt Storm.

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,5 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.

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