Nach mehr als anderthalb Jahren Stillstand kann im Saarland wieder unter kontrollierten Bedingungen trainiert werden: Am 26. Oktober 2026 ist die polizeiliche Raumschießanlage in Merzig wiedereröffnet worden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Saarland begrüßt den Schritt ausdrücklich, sieht darin aber vor allem einen Anfang.
Für die Polizei ist regelmäßiges Üben kein Zusatzprogramm, sondern Pflicht. Schießtraining, Einsatztraining, Fachlehrgänge und auch die Erste Hilfe gehören zum Handwerk, das kontinuierlich gepflegt werden muss. Nur wer geschult ist und routiniert handelt, kann die Risiken des täglichen Dienstes verringern. Gerade die Eigensicherung lebt davon, dass Abläufe im Ernstfall sitzen.
Genau an dieser Stelle hatte es im Saarland zuletzt gehakt. Die Schießfortbildung wies nach Darstellung der Gewerkschaft erhebliche Lücken auf, weshalb der Ausbau der Trainingskapazitäten überfällig gewesen sei. „Die Wiederinbetriebnahme der Raumschießanlage in Merzig für die polizeiliche Aus- und Fortbildung begrüßen wir als GdP ausdrücklich“, erklärte der Landesvorsitzende Andreas Rinnert. Die zuletzt gestiegenen Trainingszahlen zeigten, dass Verbesserungen möglich seien.
Entscheidend sei nun, diese Entwicklung dauerhaft abzusichern und die nötigen personellen wie räumlichen Voraussetzungen zu schaffen. Aus Sicht der Gewerkschaft müssen Schieß- und Einsatztrainings verlässlich innerhalb der regulären Dienstzeit stattfinden können. Die hohe Motivation der Beschäftigten dürfe fehlende Strukturen und knappe Personaldecken nicht auf Dauer ausgleichen. Deshalb fordert die GdP, das Thema in ein bedarfsgerechtes und tragfähiges Konzept für Ausbildung und Personal einzubinden.
Rinnert machte deutlich, dass die Kritik der vergangenen Jahre offenbar Wirkung gezeigt hat. „Der Anfang ist gemacht und es zeigt sich, dass auf unsere Kritik der vergangenen Jahre reagiert wird. Nun muss es in die gleiche Richtung weitergehen“, sagte er. Künftig brauche es noch mehr und noch modernere Trainingsmöglichkeiten.
Als Vorbild nennt die Gewerkschaft andere Bundesländer, die bereits auf digitalisierte Systeme mit VR- und Lasertechnologie setzen. Solche Lösungen erlaubten sogar mobile Trainingsräume. „Auch hier müssen wir unbedingt mit der Zeit gehen“, betonte Rinnert. Die Wiedereröffnung in Merzig ist damit weniger ein Schlusspunkt als ein erster Schritt, dem aus Sicht der GdP weitere folgen müssen.


















