Symbolbild

Im Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) ist ein in Saarwellingen-Reisbach  gestern (17.02.) gefundener Hasenkadaver positiv auf Hasenpest getestet worden.  Die Hasenpest oder Tularämie ist eine hochansteckende Zoonose, also eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Sie wird durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren  – insbesondere Feldhasen und Wildkaninchen – oder deren Ausscheidungen übertragen. Tularämie führt zu grippeähnlichen Symptomen und kann ohne Behandlung zu schwerwiegenden Erkrankungen beim Menschen führen. 

„Seit Dezember 2019 führt unser Landesamt für Verbraucherschutz ein Monitoring durch, um einen genauen Überblick zum Grad der Verbreitung zu bekommen“, so der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost. Tot aufgefundene oder krank erlegte Feldhasen und Wildkaninchen sollten auf jeden Fall im LAV zur Untersuchung abgegeben bzw. eingesandt werden. Jost: „Um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden, sollte der Finder in jedem Fall Handschuhe tragen. Ein direkter, ungeschützter Kontakt mit den toten Tieren ist unbedingt zu vermeiden.“ Insbesondere die Jäger und Landwirte des Saarlandes werden in diesem Zusammenhang um Unterstützung gebeten. Folgende Tiere werden im Monitoring berücksichtigt:

Tierarten: Feldhasen, Wildkaninchen
Merkmale: krank erlegt oder verendet aufgefunden
Einsendematerial: Tierkörper, Einsendezettel mit Informationen zum Fundgeschehen und -ort und Kontaktdaten des Finders

Die Hasenpest unterliegt der Meldepflicht nach der Tierseuchenerregerverordnung. Der Erreger ist das Bakterium „Francisella tularensis“. Dieser Erreger ist hoch infektiös. Er wird in regelmäßigen Abständen deutschlandweit bei Feldhasen und Wildkaninchen nachgewiesen. Eine Möglichkeit, Tiere oder auch Menschen gegen die Tularämie zu impfen, gibt es nicht.

Infektionen beim Menschen sind insgesamt selten, im Jahr 2019 wurden deutschlandweit 72 Erkrankungen des Menschen mit dem Erreger der Tularämie gemeldet, davon eine im Saarland. Die meisten Infektionen des Menschen sind auf den direkten Kontakt mit infizierten Feldhasen zurückzuführen. Da aufgrund der Seltenheit der Erkrankung vermutlich jedoch nicht jede Tularämie erkannt und nachgewiesen wird, ist von einer zusätzlichen Dunkelziffer auszugehen. Beim Menschen verläuft die Krankheit in Abhängigkeit vom Übertragungsweg sehr unterschiedlich. Sollten im zeitlichen Zusammenhang mit dem Kontakt zu Feldhasen, Wildkaninchen oder Wildnagern Krankheitsanzeichen auftreten (z.B. grippeähnliche Symptome, Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellungen etc.) ist umgehend ein Arzt zu konsultieren. Ohne antibiotische Behandlung kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen. 

Bei infizierten Tieren kommt es meist nach kürzester Zeit zu einer fieberhaften Allgemeininfektion, die mit Abmagerung, Schwäche und Apathie einhergeht. Nicht selten ist damit eine Veränderung des Fluchtverhaltens der Tiere verbunden, sie verlieren aufgrund von Entkräftung ihre natürliche Scheu, so dass derartig erkrankte Tiere atypisch auch von Hunden bzw. von Jägern problemlos gegriffen werden können. Hunde besitzen zwar eine natürlich hohe Resistenz gegenüber „Francisella tularensis“, können jedoch in Einzelfällen nach einer Infektion Symptome ähnlich der Staupe entwickeln. Schwere Erkrankungen sind jedoch selten. Da Katzen weniger dazu neigen das Fleisch von Kadavern zu fressen, ist das Risiko einer Infektion eher gering einzuschätzen.

Im vergangenen Jahr wurden im Zeitraum von Juni bis Dezember 14 saarländische Hasen untersucht, von denen sechs mit dem Erreger der Hasenpest infiziert waren. Die Herkunft der Tiere war dabei über das ganze Saarland verteilt. Wenn Sie einen Kadaver von einem Hasen oder Wildkaninchen finden, können Sie den Fund unter tiergesundheit@lav.saarland.de oder 0681/9978-4500 melden.

 

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