Quelle: FC 08 Homburg
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Nach zwei Kantersiegen in Serie ist der FC 08 Homburg unsanft gestoppt und auf den Boden der Tatsachen zurück geholt worden. Vor 942 Zuschauern im Waldstadion unterlagen die Grün-Weißen am Samstagnachmittag dem FC Astoria Walldorf verdient mit 1:3 (1:0). Nach ordentlicher erster Halbzeit reichte ein Zwischenspurt der Gäste, um das Spiel zu drehen – Homburg hingegen wirkte nach dem Ausgleich wie gelähmt.

Die erste Hälfte begann vielversprechend. Zwar tauchte Walldorf früh zweimal gefährlich vor Keeper Michael Gelt auf, doch der FCH setzte die erste Duftmarke: Nach einer Ecke von Markus Mendler stieg Nils Röseler am höchsten und köpfte zur 1:0-Führung ein (19.). Kurz darauf jubelte das Waldstadion erneut, Mendler traf nach Hackenvorlage von Jörg, doch die Fahne ging bei der knappen Abseitsentscheidung richtigerweise hoch.

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Mit dem Vorsprung im Rücken war Homburg nun besser im Spiel. Frederic Baum versuchte es aus der Distanz, Amar Suljić köpfte kurz vor der Pause nach einer Mendler-Flanke knapp am Tor vorbei. Walldorf blieb gefährlich, doch die 1:0-Führung zur Halbzeit war verdient. Auch Gäste-Trainer Andreas Schön räumte später ein, dass der FCH durchaus hätte nachlegen können. Eine Szene kurz vor der Pause erhitzte die Gemüter: Walldorfs Egel rauschte mit beiden Beinen in Suljić, sah aber nur Gelb – Glück für den FCH, dass sich sein Stürmer nicht verletzte.

Nach Wiederanpfiff war es mit der Homburger Ordnung schnell vorbei. Der 19-jährige Yasin Zor nutzte ein Zusammenspiel mit Ex-FCH-Stürmer Marcel Carl zum Ausgleich (50.). Die Homburger Defensivreihe wirkte in der Situation überfordert. „Wir haben voll verpennt, waren nicht auf der Höhe – 45 Minuten Begleitschutz, kein Aufbäumen“, sagte Kapitän Markus Mendler nach der Partie. „Das tut richtig weh. Heute wäre es überragend gewesen, wenn wir den dritten Dreier geholt hätten.“

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Stattdessen folgte der nächste Nackenschlag. Nach einem Foul von Frederik Schumann entschied Schiedsrichter Mathias Heilig auf Elfmeter. Wenige Minuten zuvor hatte Schumann in gleicher Situation noch stark geklärt, nun war er eine Sekunde zu spät – sein Gegenspieler nahm die Einladung dankend an. Marcel Carl verwandelte sicher zur 1:2-Führung für Walldorf (60.). „Klar, er muss da cleverer sein und wegbleiben“, meinte Trainer Roland Seitz über die Szene. „Das war ein Schuss Cleverness, den er noch lernen muss. Er ist ein junger Spieler, er wird das mitnehmen.“

Walldorf eiskalt, Homburg wie blockiert

Das 1:2 nahm Homburg endgültig den Wind aus den Segeln. Zehn Minuten später fiel bereits die Entscheidung: Grimmer nutzte ein Durcheinander im Strafraum und Schläfrigkeit der Homburger Hintermannschaft und traf zum 1:3 (70.). Walldorf spielte nun befreit auf, Homburg verlor jede Struktur. „Wir sind in einen Negativstrudel geraten und nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen, wie wir es in der ersten Halbzeit gemacht haben“, sagte Frederik Baum. In der Folge hatten die Gäste noch Möglichkeiten, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben.

Sein Ärger richtete sich auch gegen die fehlende Unterstützung von den Rängen: „Es kann nicht sein, dass wir beim 1:1 schon ausgepfiffen werden. Klar gibt es eine Erwartungshaltung, aber dieses Gepfeife nach drei Spieltagen bei einer neuen Mannschaft geht mir tierisch auf den Sack.“ Harte Worte – doch nicht ohne Grundlage. Denn von den Rängen sind es gewohnheitsmäßig längst nicht nur Pfiffe, sondern bisweilen geht es auch unter die Gürtellinie. Gleichzeitig aber machte es die schwache zweite Halbzeit des FCH am Samstag schwer, von den Tribünen den Impuls für eine Wende zu setzen. Die fehlende Mentalität auf dem Platz und die gereizte Stimmung auf den Rängen ergaben am Ende ein Bild, das den Nachmittag im Waldstadion ernüchternd abrundete.

Frust pur nach Schlusspfiff

Für Seitz war es ein bitterer Nachmittag: „Wenn man 1:0 führt und eine ordentliche erste Halbzeit spielt, stellt man sich das anders vor. Aber wir haben das Spiel viel zu billig aus der Hand gegeben.“ Mendler schlug in die gleiche Kerbe: „Das hat nichts mit Taktik zu tun, das ist Kopfsache. Wir haben uns vorgenommen, genauso weiterzumachen – und wir haben alle weniger gemacht.“ Die Schlussphase brachte noch einmal Chancen durch Suljić und Mata, doch zwingend war das nicht mehr. Homburg blieb blass, Walldorf nahm verdient die Punkte mit nach Hause.

Kalter Herbst droht

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Nach dem Rückschlag steht der FCH mit sieben Punkten aus fünf Spielen auf Rang sieben. Mit den kommenden Gegnern Kickers Offenbach und Steinbach warten zwei echte Brocken. „Wir müssen das morgen aufarbeiten und dann nach vorne schauen“, sagte Baum. Ohne Umdenken, so Mendler, könnte es aber ein langer Herbst werden: „So darf man sich nicht präsentieren, wenn man oben mitspielen will.“

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