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Fast jeder fünfte Neuwagen in Deutschland fährt mittlerweile elektrisch – und der Trend beschleunigt sich weiter. Das geht aus dem achten Elektromobilitätsmonitor des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, den der Verband am 15. April 2026 veröffentlicht hat. Demnach stiegen die Neuzulassungen von E-Pkw im Jahr 2025 um gut 43 Prozent auf Rekordniveau, das erste Quartal 2026 übertraf diese Marke noch einmal.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, ordnete die Zahlen mit deutlichen Worten ein: „Elektromobilität ist nicht nur ein zentraler Hebel für mehr Klimaschutz, sie macht uns in geopolitisch unsicheren Zeiten auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen und ist von den Preissprüngen an den Tankstellen nicht betroffen.“ Als wesentlichen Treiber für den Schub identifiziert der Monitor die verschärften CO2-Flottengrenzwerte der EU, die 2025 in Kraft traten. Bereits bei früheren Verschärfungen in den Jahren 2020 und 2021 war ein deutlicher Anstieg der E-Pkw-Zulassungen zu beobachten gewesen.

Parallel zum Absatzboom hat die Ladebranche kräftig nachgelegt. Mehr als 200.000 öffentliche Ladepunkte stehen inzwischen in Deutschland bereit, die installierte Ladeleistung überschritt die Marke von neun Gigawatt. Damit übererfüllt das Land die EU-Vorgaben der sogenannten AFIR-Verordnung deutlich. Besonders beim Ausbau von Schnellladepunkten mit hoher Ladeleistung verzeichnete das Jahr 2025 einen Rekordzuwachs. In 58 Prozent aller Gemeinden gibt es mindestens einen öffentlichen Ladepunkt – dort leben 95 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: Nur 42 Prozent der Gemeinden verfügen über mindestens eine Tankstelle.

Trotz des massiven Ausbaus liegt die durchschnittliche Belegung der Ladepunkte bei gerade einmal zwölf Prozent. Das zeigt, wie weit die Infrastruktur dem tatsächlichen Bedarf vorauseilt. Für die Nutzerinnen und Nutzer scheint das Angebot zu stimmen: 86 Prozent der befragten E-Mobilisten sehen ihre Erwartungen an das öffentliche Laden erfüllt, 58 Prozent sogar übererfüllt. Mehr als die Hälfte nutzt Apps zum Preisvergleich, und 84 Prozent derjenigen, die ausschließlich öffentlich laden, haben nach eigenen Angaben noch nie oder nur sehr selten mehr als 80 Cent pro Kilowattstunde bezahlt.

Bei den Anschaffungskosten hat sich die Lücke zwischen Elektro- und Benzinfahrzeugen seit 2022 in den meisten Segmenten geschlossen. Allerdings kosten Klein- und Kompaktwagen mit Elektroantrieb im Schnitt noch 16 Prozent mehr als vergleichbare Benziner. Hier könnte die angekündigte Förderrichtlinie der Bundesregierung für Familien und niedrigere Einkommen einen zusätzlichen Impuls setzen.

Andreae nutzte die Vorstellung des Monitors auch für klare politische Forderungen. Tankrabatte oder Preisdeckel seien „alte Antworten auf komplexe Herausforderungen“. Stattdessen müsse die Unterstützung vulnerabler Gruppen über den vom Finanzministerium eingeführten Direktauszahlungsmechanismus laufen. Eine Senkung der Stromsteuer könne die Elektrifizierung weiter vorantreiben und solle umgesetzt werden. Sie verwies zudem auf einen aktuellen OECD-Bericht, der die Investitionsschwäche als zentrales Problem der deutschen Wirtschaft benennt.

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Für den Mobilitätssektor leitet der BDEW daraus einen konkreten Forderungskatalog ab: gezielte Anreize für Fahrzeugflotten, nachhaltige Steuervorteile auch für private Pkw, die Wiederauflegung des Förderprogramms für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastruktur – etwa für E-Lkw und elektrische Zugmaschinen. „Nötig wäre seitens der Bundesregierung eine zielgerichtete und vorausschauende Elektromobilitätsstrategie“, sagte Andreae. Die Energie- und Ladebranche habe ihren Teil geleistet und seit Jahren im Vertrauen auf stabile Rahmenbedingungen investiert. Nun sei die Politik am Zug, diesen Vorsprung nicht zu verspielen.

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