Rap-Vorführung „Hoch soll sie leben“ mit Glückwünschen des AWO-
 Kinderhorts Bexbach Foto: Beate Ruffing

Vor zehn Jahren wurde in Bexbach eine Idee Realität, die heute als wegweisend gilt: In der ehemaligen Pestalozzi-Grundschule öffnete 2015 das erste Familienhilfezentrum im Saarland seine Türen. Unter einem Dach wurden Angebote der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Stadt Bexbach und des Saarpfalz-Kreises gebündelt, um Familien auf kurzen Wegen niedrigschwellig und unbürokratisch Unterstützung anzubieten. Das Jubiläum dieser besonderen Einrichtung war nun Anlass für ein buntes Fest, zu dem viele Familien, Verantwortliche und Wegbegleiter kamen.

Schon beim Betreten des Hauses war zu spüren, dass das Familienhilfezentrum ein lebendiger Ort ist. Spielangebote im Hof, ein Tanzworkshop für Groß und Klein sowie ein Zauberer, der für Staunen sorgte, ließen schnell festliche Stimmung aufkommen. Besonders die Vorführungen des AWO-Hortes und eine Ausstellung zur Entwicklung der Beratungsangebote machten deutlich, wie vielfältig sich das Zentrum in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.

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Cornelia Kazakob-Marsollek, Fachbereichsleitung im Jugendamt des Saarpfalz-Kreises, brachte es in ihrer Begrüßung auf den Punkt: „Dass dieses Fest gelingt und das Haus tagtäglich so gut besucht wird, ist nicht einfach Zufall, sondern das Resultat jedes Einzelnen und des starken Zusammenhalts aller beteiligten Netzwerkpartner.“ Ihr Dank galt vor allem den Mitarbeitenden, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass sich Familien im Zentrum willkommen fühlen.

v.l. Wolfgang Imbsweiler (ehem. Beigeordneter), Christian Prech (Bürgermeister), Gerda Scholl (AWO), Frank John (Landrat), Paul Gallo (stellv. Ortsvorsteher), Silke Brosius (Bereichsleitung Familienhilfezentren Bexbach und St. Ingbert), Klaus Ruffing (ehemaliger Jugendamtsleiter), Juliana Drumm (Leiterin der AWO-Krippe), Thomas Leis (Bürgermeister a. D.), Cornelia Kazakob-Marsollek (Fachbereichsleitung Jugendamt)
Foto: Beate Ruffing

Unter den Gästen waren viele, die das Familienhilfezentrum von Anfang an begleitet hatten. Landrat Frank John erinnerte daran, wie wichtig es gewesen sei, drei Träger in einem Beratungszentrum zusammenzuführen: „Dadurch konnten wir ein Modell entwickeln, das bis heute Familien direkte Hilfe bietet – ohne lange Wege und bürokratische Hürden.“ Auch Bürgermeister Christian Prech betonte in seiner Ansprache, dass das Zentrum längst ein fester Ankerpunkt im Leben vieler Familien in Bexbach sei: ein Ort der Begegnung, der Beratung und des Austauschs.

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Jürgen Nieser, Landesgeschäftsführer der AWO, blickte auf die Wurzeln zurück. Bereits 1996 sei mit einem Kooperationsvertrag zwischen Saarpfalz-Kreis und AWO der Grundstein gelegt worden. „Seit der Eröffnung hat sich das Zentrum zu einem Paradebeispiel gelungener Zusammenarbeit entwickelt“, so Nieser. „Hier zeigt sich, dass Vernetzung und Kooperation zum Wohle der Kinder und Familien die beste Grundlage sind.“

Tanzvorführung von Viert-Klässlerinnen des AWO-Kinderhorts Bexbach
Foto: Beate Ruffing

Zum Angebot des Zentrums gehören heute neben Frühen Hilfen und Beratungsangeboten auch offene Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten, Sprechstunden des Pflegestützpunkts und regelmäßige offene Treffen, bei denen Eltern und Fachkräfte miteinander ins Gespräch kommen. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigte nicht nur das Jubiläumsfest mit seinen zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, sondern auch die vielen Familien, die sich seit zehn Jahren im Alltag auf das Zentrum verlassen.