Symbolbild
Anzeige

Anlässlich des durch die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichten Entwurfs des „Szenariorahmen 2023-2027 zum Netzentwicklungsplan Strom 2023“ hat der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) eine Stellungnahme eingereicht. Er kritisiert hier insbesondere eine zu gering gewichtete heimische Wertschöpfung durch die Energiewende in den Szenarien.

Anzeige

„Wir begrüßen, dass die im Entwurf des Szenariorahmens angenommenen Ausbaumengen für Windenergie und Photovoltaik deutlich nach oben korrigiert wurden, auch wenn sie sich immer noch am unteren Ende des Ambitionsniveaus befinden. Unterschätzt wird hingegen das Potential der steuerbaren Erneuerbaren Energien, vor allem der Bioenergie. Bioenergie kann künftig eine noch wichtigere Rolle im Stromsektor spielen, wenn ihre flexibel steuerbare Leistung zum Ausgleich von Sonne und Wind besser genutzt wird. Sie trägt so erheblich zu Versorgungssicherheit und Netzstabilität bei. Diese Bedeutung muss sich im Szenariorahmen besser abbilden“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

Download: BEE-Stellungnahme zum Entwurf des Szenariorahmens 2023 – 2037 der Übertragungsnetzbetreiber, Version 2022

Auch die Annahmen zu möglichen Elektrolysekapazitäten im Inland sind unterbewertet. „Die in den Szenarien angenommen Wasserstoff-Importquoten sind deutlich zu hoch. Hier bestehen immer noch erhebliche Unsicherheiten bzgl. Kosten, Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit. Daher muss der Fokus viel stärker auf der heimischen Wertschöpfung auf Basis regional verfügbarer Erneuerbarer Energien liegen. Der BEE hat kürzlich in seiner Strommarktstudie gezeigt, dass bei der entsprechenden regulatorischen Rahmensetzung eine wirtschaftliche Elektrolyseleistung von 100 Gigawatt in Deutschland möglich ist. Importe können dadurch weitegehend vermieden werden. Gleichzeitig sollten die Elektrolyseure als flexibel steuerbare Leistung im räumlich nahen Bereich der Erzeugung fluktuierender Erneuerbarer Energien, also weitestgehend in Norddeutschland, positioniert werden, um verbrauchsbedingte Netzengpässe zu vermeiden“, so Peter weiter.

Anzeige

Weiterhin bilde der Szenariorahmen ausschließlich Szenarien mit hoher Importabhängigkeit ab. Das bedeute einerseits eine verhältnismäßig geringe Erweiterung der heimischen Kapazitäten kostengünstiger Erneuerbarer Energien und der entsprechenden steuerbaren Leistung durch Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie sowie Speicher und KWK sowie andererseits einen starken Ausbau der Interkonnektorenleistung. „Es besteht die Gefahr, dass mit der Importabhängigkeit nicht nur die nationalen Klimaziele, sondern auch die Preisstabilität der heimischen Wirtschaft sowie die Versorgungssicherheit riskiert werden. Der Szenariorahmen sollte daher durch ein Szenario ergänzt werden, das die Potentiale heimischer Wertschöpfung steigert und den Wirtschaftsstandort in seinen Möglichkeiten stärkt“, so Peter abschließend.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 50 Verbänden und Unternehmen aus den Branchen der Wind-, Bio- und Solarenergie sowie der Geothermie und Wasserkraft und vertritt auf diese Weise 30 000 Einzelmitglieder, darunter mehr als 5 000 Unternehmen, 316 000 Arbeitsplätze und rund 6,5 Millionen Anlagenbetreiber.

Anzeige
Anzeige
Vorheriger ArtikelEinladung zur Mitgliederversammlung des Kultur- und Verkehrsvereins Bexbach e.V.
Nächster ArtikelKulinarische Experimentierfreude auf gehobenem Niveau im Vin!oh am Homburger Marktplatz

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.