Wer nach dem Berufsleben Erfahrung und Zeit mitbringt, ist im Bevölkerungsschutz gefragt wie selten zuvor. Das Bundesinnenministerium hat im Rahmen seines Förderpreises „Helfende Hand“ einen Sonderpreis ausgeschrieben, der gezielt Projekte würdigt, die ältere Menschen für ehrenamtliches Engagement in den Blaulichtorganisationen gewinnen. Bewerbungen sind noch bis zum 30. Juni 2026 möglich – dotiert ist der Sonderpreis mit 9.000 Euro.
Der Förderpreis „Helfende Hand“ prämiert seit Jahren gemeinsam mit den Hilfs- und Einsatzorganisationen herausragende Ideen und Konzepte aus dem ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz. In diesem Jahr rückt die Jury ein Thema in den Mittelpunkt, das angesichts des demografischen Wandels an Dringlichkeit gewinnt: Wie lassen sich Menschen, die aus dem Berufsleben ausscheiden, systematisch für den Katastrophenschutz und verwandte Aufgaben begeistern? Bewerben können sich ehrenamtlich Engagierte, Organisationen, Unternehmen und auch Einzelpersonen.
Der Gedanke dahinter ist so naheliegend wie wirkungsvoll. Nicht jede Aufgabe bei Feuerwehr, Technischem Hilfswerk oder den Rettungsdiensten verlangt körperliche Höchstleistung. In der Logistik, in der Ausbildung, bei der Brandschutzerziehung, in der Einsatznachsorge oder in der Verwaltung gibt es reichlich Arbeit, für die Lebenserfahrung und berufliches Know-how mindestens ebenso wertvoll sind wie jugendliche Fitness. Wer Jahrzehnte im Beruf verbracht hat, bringt soziale Kompetenz, Organisationstalent und oft ein belastbares Netzwerk mit – Qualitäten, die im Bevölkerungsschutz dringend gebraucht werden.
Der Jury-Vorsitzende Dr. Tobias Plate, der im Bundesinnenministerium das zuständige Referat leitet, formuliert den Anspruch deutlich: „Eine älter werdende Gesellschaft ist auf mehr mitmenschliches Engagement angewiesen – kann aber auch auf ein größeres Potenzial kompetenter und motivierter Ehrenamtler zurückgreifen. Wir suchen Projekte, die diese Chance nutzen und helfen, ältere Menschen besser in den ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz zu integrieren.“ Der Sonderpreis soll dabei nicht nur einzelne Initiativen belohnen, sondern Vorbilder sichtbar machen, an denen sich andere Träger und Organisationen orientieren können.
Dass das Engagement in beide Richtungen wirkt, gehört zu den zentralen Argumenten der Ausschreibung. Die Organisationen profitieren von zusätzlichen Kräften in einem Bereich, der chronisch unter Personalmangel leidet. Für die Ruheständlerinnen und Ruheständler wiederum eröffnet sich eine sinnstiftende Beschäftigung, die neue soziale Kontakte schafft und bestehende Beziehungen pflegt – ein Faktor, der für einen gelingenden Übergang in den Lebensabschnitt nach der Erwerbsarbeit nicht zu unterschätzen ist.
Die demografische Entwicklung stellt den Bevölkerungsschutz vor erhebliche Herausforderungen, doch sie birgt zugleich ein Potenzial, das bislang zu wenig genutzt wird. Hunderttausende Menschen gehen jedes Jahr in den Ruhestand, viele von ihnen mit dem Wunsch, sich weiterhin einzubringen. Genau hier setzt der Sonderpreis an: Er will zeigen, dass Alter kein Hindernis ist, sondern eine Ressource. Bewerbungen können bis zum 30. Juni 2026 über die Webseite des Förderpreises unter www.helfende-hand-foerderpreis.de eingereicht werden.






















