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Kaum liegt der Regierungsentwurf zur Reform der Einkommensteuer auf dem Tisch, formiert sich Widerstand aus der Wirtschaft. Für Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), ist die Sache eindeutig: „Wer Reformen ankündigt, muss auch Reformen liefern.“ Der vorliegende Entwurf bleibe weit hinter dem zurück, was Unternehmen und Beschäftigte tatsächlich bräuchten.

Anlass für die deutliche Kritik ist die für den 2. September 2026 erwartete Verabschiedung des Einkommensteuertarifreformgesetzes im Bundeskabinett. Aus Sicht des Verbandes schafft der Entwurf weder Wachstum noch spürbare Entlastung. Gerade der mittelständisch geprägte Großhandel, so Jandura, werde am Ende sogar stärker zur Kasse gebeten. Dabei müsse bei Unternehmen und Bürgern eigentlich mehr übrig bleiben – für Investitionen ebenso wie für den privaten Konsum.

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Besonders scharf fällt die Kritik an den geplanten Tarifstufen aus. Für Personenunternehmen sei die Einkommensteuer die zentrale Unternehmensteuer, betont Jandura. Statt den Tarif konsequent zu senken und die Progression zu strecken, greife der Staat bei erfolgreichen Unternehmern künftig noch stärker zu. Mit einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro und einer neuen 47-Prozent-Stufe ab 280.000 Euro treffe die Reform ausgerechnet jenen Teil des Mittelstands, der investiere und Arbeitsplätze schaffe.

Auch bei den geringfügigen Beschäftigungen sieht der Verband einen Fehler. Die Pauschsteuer für Minijobs solle von zwei auf fünf Prozent steigen – für Jandura ein Signal zur falschen Zeit. Viele Betriebe suchten händeringend Arbeitskräfte und seien auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen. Arbeit gleichzeitig steuerlich zu verteuern, sei „das Gegenteil eines Wachstumsimpulses“.

Dazu kommt aus BGA-Sicht ein Rechenproblem. Die versprochene Entlastung werde durch neue Belastungen gleich wieder zusammengestrichen. Der Entwurf selbst weise für 2027 unter dem Strich nur eine Entlastung von 1,55 Milliarden Euro aus. Parallel plane der Staat an anderer Stelle weitere Steuererhöhungen, darunter eine Zuckersteuer sowie Verschärfungen bei Tabak, Alkohol, Schaumwein und Alkopops. Das Versprechen der Koalition, keine Steuern zu erhöhen, sei damit „Makulatur“.

Statt an vielen kleinen Stellschrauben zu drehen, fordert Jandura einen grundlegenden Kurswechsel. Nicht die Staatseinnahmen seien das Problem, sondern die Ausgaben – und die gehörten auf den Prüfstand. Nötig sei eine echte Tarifreform samt Rechtsformneutralität für Personenunternehmen, etwa durch eine bessere Thesaurierungsbegünstigung, eine praktikable Körperschaftsteueroption und weniger Hürden beim Rechtsformwechsel. Diese Reform hätte ein starkes Signal setzen können, so sein Fazit. Diese Chance aber lasse die Bundesregierung liegen.

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