Nach den Worten von Kleis kann auch sehr schwere körperliche Arbeit ein Risiko für Rückenbeschwerden darstellen. Meist ist dies aber nicht der entscheidende Faktor. Viele Studien zeigen, dass die Zufriedenheit bei der Arbeit und mit dem Arbeitsplatz eng mit dem Auftreten oder Wahrnehmen von Rückenschmerzen zusammenhängen.

„Unsicherheit, Zukunftsängste und ungelöste Probleme am Arbeitsplatz fördern die Entwicklung chronischer Rückenschmerzen. Dagegen schützen ausreichende Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume bei der Arbeit, ein gutes Betriebsklima sowie die Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte vor chronischen Beschwerden“, erläutert Kleis. Für die Rückengesundheit seien auch häufige Haltungs- und Belastungswechsel am Arbeitsplatz wichtig.

Mehr als jeder zweite Tag (55,6 Prozent) von Arbeitsunfähigkeit ging im Jahr 2018 auf das Konto von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (22,2 Prozent), seelischen Leiden (20,8 Prozent) und Atemwegserkrankungen (12,6 Prozent). Über alle Krankheiten hinweg war jeder Beschäftigte im Saarland 20,7 Tage arbeitsunfähig (2018: 21,1 Tage, Bund: 18,2 Tage) zuhause. Im Durchschnitt meldete sich jede Erwerbsperson in dem Bundesland 1,3 Mal krank.

Knapp sechs von zehn Beschäftigten (57,1 Prozent) im Saarland meldeten sich mindestens einmal arbeitsunfähig (2018: 59,6 Prozent, Bund: 54,3 Prozent). Der Krankenstand lag bei 5,7 Prozent (2018: 5,8 Prozent, Bund 5,0 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten im Saarland 57 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erklärt Kleis.