Bild: Bill Titze.
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Wohin mit kaputten Geräten? Die Antwort auf diese Frage muss nicht immer nur „Zum Sperrmüll“ heißen. So gibt es ja manchmal auch die Möglichkeit, Sachen zu reparieren. Wer handwerklich nicht so begabt ist, hat dafür in Homburg eine kostenfreie Anlaufstelle.

„Mein Hobby war es schon immer, Fehler zu finden und sie zu reparieren“, sagt Heini Glaser mit leuchtenden Augen. Und so verwundert es nicht, dass der Rentner sich in den Räumen der AWO-Ausbildungswerkstätten in Erbach an diesem sonnigen Nachmittag besonders wohlfühlt. Denn dort findet in diesem Moment das sogenannte Reparaturcafé statt. Vom Staubsauger bis zum Föhn sind hier viele verschiedene Geräte zu finden. Gemeinsam haben sie alle, dass sie nicht so funktionieren sollen.

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Beim Laien führt das oftmals zur Verzweiflung, schließlich trauen sich bei weitem nicht alle, selbst Hand anzulegen. Und wenn doch, sieht das Ganze manchmal schlimmer als vorher aus. So ist die Erleichterung bei den zahlreichen Gästen spürbar, wenn einer der Ehrenamtlichen vor Ort sich die Sache einmal genauer anschaut. „Viele unserer Helfer kommen aus dem technischen Bereich“, gibt Organisatorin und Quartiersmanagerin Elena Burgard einen Hinweis darauf, warum die „Kunden“ das Reparaturcafé meistens zufrieden verlassen. Von denen kommen mitunter einige, bis zu 40 Menschen pro Termin. Darunter auch einige aus entfernteren Gemeinden wie St. Wendel.

Denn solche ehrenamtlichen Reparaturcafé sind nicht unbedingt weit verbreitet. In Homburg gibt es die ehrenamtliche Einrichtung seit vier Jahren. Entstanden ist das Ganze aus einer privaten Initiative. „Wir haben das damals ins Leben gerufen, weil wir von der Wegwerf-Gesellschaft wegkommen wollen“, erinnert sich Handwerker Glaser, der von Anfang an dabei ist. Schwierig sei es letztlich nur gewesen, entsprechende Räumlichkeiten zu finden. Mit Unterstützung der 1. Beigeordneten der Stadt, Christine Becker, konnte man dann schließlich in die Erbacher Awo-Werkstätten einziehen.

Der gelernte Betriebsschlosser Heini Glaser ist beim Reparaturcafé von Beginn an dabei. Bild; Bill Titze.

Dort wird seitdem regelmäßig repariert was das Zeug hält. Meistens können Glaser und sein Team helfen, auch wenn die Kunden mitunter fehlende Teile beschaffen müssen. Für den gelernten Betriebsschlosser Glaser ist es nicht nur das Reparieren an sich, was Spaß macht. Denn mitunter ist es nicht nur der leicht zu ersetzende Föhn, der streikt. Glaser erzählt zum Beispiel von einer nicht sonderlich betuchten Dame, die verzweifelt ihren Staubsauger vorbeibrachte. Der wurde vor Ort auseinandergebaut und das Problem war schnell erkannt: Ein Kabel am Motor war oxidiert. Mit etwas Kreativität brachte Glaser das Gerät wieder zum Laufen. „Die Frau hat geschrien vor Freude. Dann ist es schon schön, wenn man jemandem helfen konnte.“

Doch das klappt nicht immer. Das kann daran liegen, dass Spezialwissen notwendig ist. Viel öfter scheitern die Handwerker jedoch daran, dass die Geräte nicht auseinanderzubauen sind. „Das ist oft der Fall, wenn sie geknipst sind“, ärgert sich Glaser über die Herstellungsart mancher Produkte. Auch, dass Ersatzteile oft teurer als die Geräte an sich sind, stößt dem Rentner übel auf. „Da ist einfach die Politik gefragt, dass sich daran etwas ändert.“ Denn nicht zuletzt engagieren sich die Ehrenamtlichen deshalb im Reparaturcafé, um der Umwelt etwas Gutes zu tun. Für Organisatorin Burgard geht es darum, die Leute für das Thema zu sensibilisieren. „Wenn möglich, sollen Sachen repariert werden und nicht im Müllkreislauf landen.“ Wer diesen Tipp beherzigt, bekommt im Reparaturcafé im besten Fall ein funktionstüchtiges Gerät zurück – und wird sogar noch mit einem selbstgebackenen Kuchen versorgt.

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