Bis zu 350 Millionen Euro, rund 28.000 Quadratmeter Nutzfläche und ein klares Ziel: St. Ingbert wird zum zentralen Standort für Cybersicherheitsforschung in Deutschland. Am vergangenen Donnerstag wurde der Grundstein für den neuen Forschungscampus des CISPA Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit gelegt – ein Projekt, das die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger als „digitalen Meilenstein“ bezeichnete.
Gemeinsam mit CISPA-Gründungsdirektor Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Michael Backes, Staatssekretär Dr. Rolf-Dieter Jungk vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Oberbürgermeister Prof. Dr. Ulli Meyer sowie Vertretern des Bauunternehmens Peter Gross Bau versenkte Rehlinger die Zeitkapsel im Fundament dessen, was als bedeutendstes Forschungsbauprojekt des Saarlandes gilt. Der sechsgeschossige Ringbau soll bis Ende 2028 fertiggestellt sein und die bislang über das Saarland verteilten CISPA-Standorte erstmals unter einem Dach vereinen.
Das Zentrum, das sich seit seiner Gründung vor 15 Jahren zu einer international anerkannten Adresse für Cybersicherheit und vertrauenswürdige künstliche Intelligenz entwickelt hat, beschäftigt derzeit rund 725 Menschen. Mit dem neuen Campus soll diese Zahl auf über 1.000 steigen. Ein internationales Gutachterpanel hatte die Forschungsleistungen des CISPA im vergangenen Jahr in sämtlichen Bereichen als herausragend eingestuft – eine Bestätigung der Spitzenstellung, die nun auch infrastrukturell abgesichert werden soll.
Finanziert wird das Vorhaben aus dem saarländischen Transformationsfonds. Architektonisch setzt der Entwurf auf kurze Wege und offene Strukturen: Eine zentrale Eingangs- und Begegnungszone, das sogenannte „Grüne Forum“, verbindet das Forschungsgebäude mit öffentlich zugänglichen Grün- und Aufenthaltsflächen. Der Campus soll damit nicht nur Arbeitsort für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein, sondern auch ein Treffpunkt für die Stadtgesellschaft und die Region.
Für CISPA-Chef Backes markiert der Baustart das Ergebnis einer langen Aufbauphase, die anfangs weder über eine gesicherte Finanzierung noch über eine Perspektive auf Verstetigung verfügte. „Der Grundstein markiert einen Meilenstein für das CISPA, das Saarland und Deutschland“, sagte er. „Er steht für 15 Jahre Aufbauarbeit, die lange ohne gesicherte Finanzierung und ohne angedachte Verstetigung begonnen hat – getragen von der Überzeugung, dass exzellente Forschung in Cybersicherheit und vertrauenswürdiger KI einen eigenen Ort braucht.“ Dass das Projekt Realität werde, sei auch dem Mut der saarländischen Landesregierung zu verdanken, frühzeitig in diese Vision zu investieren.
Ministerpräsidentin Rehlinger betonte die strategische Dimension des Vorhabens: „Wir investieren gezielt in die Zukunft unseres Landes, um internationale Talente anzuziehen, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen und den Strukturwandel aktiv zu gestalten.“ Das CISPA sei ein zentraler Baustein, um das Saarland als Wissenschafts- und Technologiestandort in Europa zu positionieren.
Auch St. Ingberts Oberbürgermeister Meyer ließ keinen Zweifel daran, welche Tragweite er dem Projekt beimisst. „Das CISPA ist eine Jahrhundertchance für St. Ingbert“, erklärte er. Dass das Vorhaben in so kurzer Zeit von der Genehmigung bis zur Grundsteinlegung vorangetrieben werden konnte, zeige, was möglich sei, wenn alle Beteiligten eng und lösungsorientiert zusammenarbeiteten. Gerade im Strukturwandel brauche man genau solche Projekte, die Perspektiven schaffen und Innovation in die Region bringen.
Nikolas Gross, geschäftsführender Gesellschafter des beauftragten Bauunternehmens Peter Gross Bau, ordnete den Neubau als Brücke zwischen Tradition und Zukunft ein: „Mit dem neuen Zentrum verbinden wir unsere traditionelle Industriekompetenz mit den neuen Technologien des CISPAs auf internationalem Niveau – und setzen damit nachhaltige Impulse für Stadt und Region.“ Die Grundsteinlegung sei der Startschuss, um einen Zukunftsstandort zu entwickeln, der langfristig wirke.





















