Wer in diesen Tagen im Saarland an die Zapfsäule fährt, zahlt im bundesweiten Vergleich vergleichsweise wenig – zumindest, wenn Diesel in den Tank kommt. Auch Berlin schneidet aktuell gut ab, dort profitieren vor allem Benzinfahrer. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zu den Kraftstoffpreisen in den 16 Bundesländern zeigt deutliche Unterschiede, die je nach Sorte und Region bis in den Cent-Bereich spürbar sind.
Nach den Daten des Automobilclubs ist Super E10 derzeit in Berlin am günstigsten. Im Mittel kostet der Liter in der Hauptstadt 1,698 Euro. Teuerster Standort für Benzin ist ausgerechnet ein anderer Stadtstaat: In Bremen werden für einen Liter Super E10 im Schnitt 1,774 Euro fällig, also 7,6 Cent mehr als in Berlin. Dass Bremen beim Benzinpreis das Schlusslicht bildet, ist laut ADAC eher ungewöhnlich. In dicht besiedelten Bundesländern gibt es in der Regel mehr Tankstellen, was den Wettbewerb anheizt und normalerweise für niedrigere Preise sorgt.
Beim Diesel dreht sich das Bild: Hier liegt das Saarland vorne. Im kleinsten Flächenland zahlen Dieselfahrer im Schnitt 1,650 Euro pro Liter. Am oberen Ende der Skala steht Mecklenburg-Vorpommern. Dort kostet der Liter Diesel im Mittel 1,731 Euro und damit 8,1 Cent mehr als im Saarland. Die Spannweite zwischen günstigstem und teuerstem Bundesland fällt damit beim Diesel noch etwas größer aus als beim Benzin.
Auffällig ist, dass die Länder mit den höchsten Preisen bei einer Sorte bei der jeweils anderen Kraftstoffart nur im Mittelfeld landen. Bremen, beim Super E10 bundesweit am teuersten, steht in der Diesel-Tabelle auf Rang neun. Mecklenburg-Vorpommern wiederum, Spitzenreiter bei den Dieselpreisen, kommt bei Super E10 auf Platz sieben. Und Berlin, beim Benzin ganz vorne, liegt beim Diesel lediglich auf Rang elf. Nach Einschätzung des ADAC zeigt diese Verteilung, „dass der Markt für die beiden Kraftstoffsorten von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich ist, es gerade aktuell offenbar viel Bewegung bei den Kraftstoffpreisen gibt und diese differenziert betrachtet werden müssen“.
Unabhängig vom Wohnort bleibt für Autofahrer die Empfehlung, Preise vor dem Tanken zu vergleichen. Der ADAC verweist dabei auf seine Spritpreis-App „ADAC Drive“, die aktuelle Daten von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland bündelt. Nach Angaben des Clubs lohnt sich zudem der Blick auf die Uhr: Wer abends zur Tankstelle fährt, zahlt im Schnitt rund 13 Cent je Liter weniger als am Morgen.
Für die aktuelle Untersuchung hat der ADAC die Preisdaten von mehr als 14.000 Tankstellen ausgewertet, die bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gemeldet sind. Die Werte wurden den 16 Bundesländern zugeordnet und bilden eine Momentaufnahme vom 13. Januar 2026 um 11 Uhr. Weitere Informationen zum Kraftstoffmarkt und zu aktuellen Preisen stellt der ADAC online zur Verfügung.






















