Symbolbild
Anzeige

Zweimal an der Spitze und dazu der stärkste Aufstieg aller Bundesländer seit über einem Jahrzehnt: Der aktuelle Bildungsmonitor 2026 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) stellt dem Saarland ein bemerkenswertes Zeugnis aus. Sowohl bei der Priorisierung der Bildungsausgaben als auch bei der Digitalisierung landet das Land bundesweit auf Platz 1. Im Gesamtranking klettert es auf den fünften Rang.

Für Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ist das Ergebnis kein Zufall, sondern das Resultat klarer politischer Prioritäten. „Der Bildungsmonitor zeigt: Im Saarland hat Bildung höchste Priorität. Das ist eine bewusste politische Entscheidung, denn Bildung und die Chancen unserer Kinder sind für uns nicht verhandelbar“, betont sie. Jedes Kind verdiene die Chance, seine Fähigkeiten zu entfalten, unabhängig von Herkunft oder Geldbeutel der Eltern. „Wir reden nicht nur über Chancengerechtigkeit, wir handeln danach“, so die Ministerin.

Anzeige

Mit 51,5 Punkten steht das Saarland unter den 16 Bundesländern auf Rang fünf und verbessert sich damit um 5,4 Punkte. Noch aussagekräftiger ist der Blick auf die lange Linie: Gegenüber 2013 legt das Land um 10,4 Punkte zu und entwickelt sich damit dynamischer als jedes andere Bundesland. Sichtbar wird die hohe Priorität besonders bei den Ausgaben. Pro Grundschulkind investiert das Saarland 9.200 Euro und liegt damit über dem Bundesschnitt von 9.000 Euro. Gemessen an den staatlichen Gesamtausgaben pro Kopf ist das der beste Wert aller Länder.

Auch bei der Digitalisierung setzt sich das Saarland an die Spitze. Der Monitor hebt den bereits umfangreichen Informatikunterricht und die überdurchschnittliche Verfügbarkeit von schnellem WLAN hervor. Dabei bleibt die Strategie nicht bei der Technik stehen. Mit dem Pflichtfach Informatik ab Klassenstufe 7, einem Basis-Curriculum Medienbildung, digitalen Lernangeboten und der gezielten Qualifizierung von Lehrkräften verzahnt das Land Infrastruktur und Pädagogik. Rechtlich abgesichert wird dies durch das bundesweit einzigartige Digitale-Bildung-Gesetz.

Bemerkenswert fällt zudem die Bilanz bei der Zeiteffizienz aus, wo das Saarland Platz 2 erreicht. Die Wiederholerquote in der Sekundarstufe I liegt mit 2,1 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 2,6 Prozent, an den Grundschulen wiederholen sogar nur 0,2 Prozent der Kinder eine Klasse. Statt auf das Sitzenbleiben setzt das Land bewusst auf frühe individuelle Förderung. Auch die Betreuungsbedingungen können sich sehen lassen: In den Kitas kommen 4,7 Kinder auf eine Betreuungskraft, bundesweit sind es 5,2.

Bei der Integration zeigt der Monitor Licht und Schatten zugleich. Positiv fällt auf, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Mathematik hier vergleichsweise gering ausfällt. Bei ausländischen Jugendlichen an berufsbildenden Schulen liegt die Studienberechtigtenquote mit 9,9 Prozent auf dem Spitzenplatz aller Länder. Gleichzeitig benennt der Bericht offen die Baustellen: Der Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss liegt mit 26,3 Prozent über dem Bundesschnitt, und auch bei den mathematischen Basiskompetenzen der Neuntklässler besteht Handlungsbedarf.

Anzeige

Genau hier setzt die weitere Strategie an. Mit dem Programm „Startklar Deutsch“ werden sprachliche Förderbedarfe schon vor der Einschulung erkannt, während Lese- und Matheband dem Üben verbindlich Raum geben. „Aus Daten wird Handeln“, fasst das Ministerium den Ansatz zusammen. Ziel bleibt, den Bildungserfolg stärker von der sozialen Herkunft zu lösen und mehr jungen Menschen einen erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen. Der Bildungsmonitor wird seit 2004 jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der INSM erstellt und umfasst in diesem Jahr 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein