Elf Partner aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik haben sich im Saarland auf einen gemeinsamen Kurs verständigt: Am Donnerstag, dem 3. September, unterzeichneten sie die Vereinbarung für ein „Bündnis für zirkuläres Bauen im Saarland“. Damit soll das Land beim ressourcenschonenden und zugleich wirtschaftlichen Bauen eine Vorreiterrolle einnehmen.
Hinter dem Begriff des zirkulären Bauens steckt ein einfacher Grundgedanke: Gebäude werden bereits in der Planungsphase so entworfen, dass sie sich später leichter umbauen, modernisieren oder zurückbauen lassen. Materialien und Bauteile landen dann nicht auf dem Müll, sondern kehren in den Kreislauf zurück. Das spart Rohstoffe, senkt die Abfallmengen und macht die Branche weniger abhängig von Lieferengpässen und steigenden Materialpreisen.
Wirtschaftsminister Jürgen Barke sieht darin einen doppelten Gewinn. „Wer Rohstoffe spart, stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Genau darin liegt die Chance des zirkulären Bauens“, betonte er. Man sichere Wertschöpfung, schone Ressourcen und mache die Unternehmen unabhängiger von knappen Rohstoffen und schwankenden Preisen. Mit dem Bündnis bringe man Wirtschaft, Kommunen und Politik an einen Tisch.
Die Partner verständigten sich auf sieben Leitprinzipien, die unter anderem den sparsamen Umgang mit Ressourcen, Innovationen, regionale Wertschöpfung und die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand betonen. Konkret werden dabei vier Handlungsfelder in den Blick genommen: die öffentliche Vergabe, die Aus- und Weiterbildung, die Logistik sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Ziel ist es, regionale Materialkreisläufe zu stärken, Fachkräfte zu qualifizieren und im Verbund der Großregion beim Rückbau und der Wiederverwendung von Baustoffen enger zusammenzuarbeiten.
Initiiert und koordiniert wurde das Vorhaben vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie. Mit an Bord sind zwei weitere Landesministerien sowie Verbände der Bauwirtschaft, die Architekten- und Ingenieurkammern, das Handwerk und die kommunalen Spitzenverbände. Für Bauminister Reinhold Jost verbindet das Bündnis Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Vernunft. „Wir wollen, dass im Saarland wieder mehr gebaut wird – und zwar so, dass Wohnen auch künftig bezahlbar bleibt“, sagte er.
Umweltministerin Petra Berg unterstrich, dass Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf bleiben müssten. „Bauteile und Materialien, die wiederverwendet werden können, werden nicht zu Abfall, sondern bleiben eine Ressource“, so Berg. Als Landesregierung wolle man mit gutem Beispiel vorangehen.
Auch aus der Branche kommt Rückenwind. Joachim Reinert, Präsident des AGV Bau Saar, machte deutlich, dass nachhaltiges Bauen und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze seien, sondern zusammengehörten. Dafür brauche es praxistaugliche Rahmenbedingungen, eine innovationsfreundliche Vergabe und gut qualifizierte Fachkräfte. Helmut Zimmer, Präsident der Handwerkskammer, verwies auf ein Innovationsnetzwerk mit Beratungs- und Servicestelle, das derzeit mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums aufgebaut werde. Sein Ziel: das saarländische Handwerk zum aktiven Gestalter der zirkulären Bauwirtschaft zu machen.




















