Drei Minuten – so lange dauerte es am vergangenen Samstag, bis die ersten Kräfte an der Einsatzstelle eintrafen. Was folgte, war eine Choreografie aus Löschangriffen, Menschenrettung und technischer Hilfe, die zahlreiche Zuschauer nach Blieskastel gelockt hatte. Am 22. August 2026 stellten 59 Jugendliche aus sechs Löschbezirken bei der ersten von zwei Jahreshauptübungen ihre Ausbildung unter Beweis.
Dass gleich zwei solcher Großübungen nötig sind, hat einen einfachen Grund: die schiere Zahl der Nachwuchskräfte. „Aufgrund der vielen Jugendlichen müssen wir zwei Jahreshauptübungen anbieten, um auch den Grundschutz in der Stadt Blieskastel nicht zu vernachlässigen. Wir können ja nicht überall Einsatzfahrzeuge abziehen“, erklärt Stadtwehrführer Marco Nehlig. Ein Anspruch, der die Bedeutung der Aktion verdeutlicht.
Wie groß der Bestand tatsächlich ist, macht Stadtjugendfeuerwehrwart Andreas Schiweck deutlich: „Zurzeit haben wir 204 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren der Stadt Blieskastel und sind somit die größte Jugendfeuerwehr im Saarpfalz-Kreis und eine der größten im Saarland.“ Mit 22 Betreuern und dem Material von 14 Einsatzfahrzeugen rückten die jungen Kräfte aus Blieskastel-Mitte, Aßweiler, Ballweiler, Mimbach, Niederwürzbach und Wolfersheim an.
Die Einsatzlage war bewusst anspruchsvoll gewählt. Neben einem Innenangriff mussten die Jugendlichen zwei Flächenbrände löschen und eine technische Hilfeleistung bewältigen. Schon kurz nach Übungsbeginn standen die ersten Löschwasserleitungen, und die Wasserabgabe lief an. Um 11:10 Uhr startete der Innenangriff, während die Löschangriffe an den beiden Flächenbrandabschnitten parallel weiter ausgebaut wurden.
Dass hier kein zufälliges Nebeneinander, sondern eingespieltes Teamwork am Werk war, zeigte der weitere Verlauf. Sieben C-Rohre und neun D-Rohre kamen zum Einsatz. Besonders knifflig war die technische Rettung unter einer Baggerschaufel, die exakte Absprachen verlangt – dennoch war sie bereits um 11:19 Uhr abgeschlossen.
Entscheidend war dabei nicht allein das Tempo, sondern die Präzision jedes einzelnen Handgriffs und die funktionierende Kommunikation im Team. „Es war schön zu sehen, dass die Jugendlichen die geplanten Aufgaben gemeistert haben und wie viel Spaß sie dabei hatten“, sagt Niklas Baldauf, der die Übung geplant hatte.
Für Andreas Schiweck belegt der Auftritt vor allem eines: das hohe Ausbildungsniveau des Nachwuchses. „Schon im Bereitstellungsraum zeigten die Jugendlichen einen sehr strukturierten Auftritt“, lobt er. Befehlsgabe und Durchführung seien schnell und wirksam abgelaufen. „Mit diesem hohen Ausbildungsniveau können die Jugendlichen dann umso besser in die Aktivwehr übertreten und in Zukunft für die Blieskasteler Stadtbezirke den ehrenamtlichen Brandschutz sicherstellen.“ Seinen Dank richtete er an die Jugendlichen, die Jugendwarte und Helfer sowie an den Versorgungszug Ballweiler/Wecklingen, der die Verpflegung übernahm.
Die Jahreshauptübung unterstreicht damit den Stellenwert der Nachwuchsarbeit innerhalb der Feuerwehr Blieskastel. Denn neben der klassischen Löschtechnik zählen vor allem Verantwortung, Kommunikation und Miteinander – Fähigkeiten, die bei jedem späteren Einsatz den Unterschied machen. Der Dank galt am Ende den 59 Jugendlichen ebenso wie den 22 Betreuerinnen und Betreuern und den Jugendwarten der Stadt.




















