Foto: Marcel Becker
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Auf 2.600 Meter Höhe, wo Deutschland langsam schmilzt, wurde für 24 Homburger Oberstufenschüler der Klimawandel zur greifbaren Realität. Die Erdkunde-Leistungskurse des Gymnasium Johanneum machten sich zu Schuljahresbeginn auf den Weg nach Garmisch-Partenkirchen – und standen dort auf dem Nördlichen Schneeferner, einem der letzten Gletscher des Landes.

Mit der historischen Zugspitzbahn ging es hinauf auf das Zugspitzplatt. Was die Gruppe dort erwartete, ließ jede Theoriestunde verblassen. Rund 80 Prozent seiner ursprünglichen Eisfläche hat der Schneeferner seit dem 19. Jahrhundert eingebüßt, und der Rückzug gewinnt weiter an Tempo. Mit Grödeln an den Schuhen betraten die Jugendlichen gemeinsam mit Gletscherführer Michi die Eisoberfläche.

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Ein Schlüsselthema war dabei der Albedo-Effekt. Rußpartikel aus Waldbränden und Saharastaub setzen sich auf dem Eis ab, dunkeln die einst weiße Fläche ein und lassen sie mehr Wärme aufnehmen. Ein Kreislauf, der den Schmelzprozess selbst in großer Höhe messbar antreibt. In der Gletschermoräne unterhalb des Eises ließ sich die Vergangenheit ablesen wie in einem steinernen Archiv: Rundhöcker, Schotterwälle und Gletscherschliffe zeugen davon, wie weit das Eis vor wenigen Jahrzehnten noch reichte.

Foto: Marcel Becker

„Das Zugspitzplatt ist der eindrücklichste Lernort, den wir unseren Schülerinnen und Schülern bieten können. Klimawandel ist dort keine Theorie – er ist sichtbar, greifbar und unaufhaltsam. Diese Erfahrung wirkt nach“, sagt Marcel Becker, Fachlehrer für Erdkunde am Johanneum.

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Doch die Reise beschränkte sich nicht auf das Eis. In den Ortskernen von Garmisch und Partenkirchen führten die Schüler qualitative Interviews mit Gästen und Einheimischen und kartierten die Innenstädte nach ihren Nutzungsarten – ein praktischer Einstieg in Stadtgeographie und Touristifizierung. Am Eibsee untersuchten sie die Folgen des Massentourismus, die Partnachklamm lieferte Anschauungsmaterial zur fluvialen Erosion, und die Almwirtschaft zeigte den Strukturwandel alpiner Kulturlandschaften.

Foto: Marcel Becker

Dass die Anreise nicht per Bus, sondern konsequent mit der Deutschen Bahn erfolgte und vor Ort ausschließlich der Nahverkehr genutzt wurde, war kein Zufall. Als zertifizierte Biosphärenschule im Biosphärenreservat Bliesgau lebt das Johanneum den nachhaltigen Tourismus, den es im Unterricht behandelt. Die Exkursion orientierte sich damit unmittelbar an den Nachhaltigkeitszielen SDG 13 (Klimaschutz) und SDG 12 (Nachhaltiger Konsum) der Vereinten Nationen.

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Ermöglicht wurde das Vorhaben durch die finanzielle Förderung der Stiftung ME Saar – Die Metall + Elektroindustrie. „Wir freuen uns sehr über das Engagement der Stiftung für naturwissenschaftliche Bildung im Saarland. Ohne diese Unterstützung wäre dieser außergewöhnliche Programmpunkt für unsere Schülerinnen und Schüler nicht realisierbar gewesen“, betont Becker.

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