Für viele Menschen entscheidet ein schneller Transport über die Rettung ihres Augenlichts. Genau hier setzt eine großzügige Spendenaktion an, die der Homburger Augenklinik künftig deutlich mehr Tempo verschafft: Acht LIONS-Clubs und mehrere weitere Unterstützer überreichten insgesamt 31.500 Euro für ein Elektroauto samt eigenem Parkplatz mit Ladestation. Damit lassen sich Spenderhornhäute und Gewebeproben künftig unabhängig und ohne aufwendige Organisation zwischen den Kliniken der Region bewegen.
Die Summe kam aus vielen Richtungen zusammen. Sieben Clubs der Zone 1, Region IV – Saarschleife, Dillingen, Heuweiler, Völklingen, Lebach, Saarlouis und Saar Nied – sowie der LIONS Club Homburg steuerten Beträge zwischen 1.000 und 3.000 Euro bei. Über den District-Verfügungsfonds kamen weitere 5.000 Euro hinzu. Als Hauptsponsor beteiligte sich die Firma HYDAC mit 5.000 Euro, die Kreissparkasse Homburg mit 1.000 Euro und der Verein Herzensengel mit 1.500 Euro. Das Autohaus Decker gewährte zudem einen Preisnachlass von 6.500 Euro bei der Bestellung des Fahrzeugs.
Hinter dem Projekt stand LIONS-Zonenleiter Dr. Frank Kiefer vom Club Saarschleife, unterstützt vom Past District Governor Jean-Michel Postorino und Mitarbeitenden der Hornhautbank. Für die Organisation der Sammlung und die Gewinnung weiterer Sponsoren erhielt Kiefer den „Zonenchair Award“. Zur Übergabe Ende Juni kamen trotz sommerlicher Hitze zahlreiche Gäste, darunter District Governor Dr. Holger Drescher und die Kaufmännische Direktorin des UKS, Bettina Rottke. Bei kühlen Getränken drehte sich das Gespräch vor allem um die Bedeutung der Hornhauttransplantation und um die Frage, wie Gewebespenden funktionieren.
„Die Teams der Universitäts-Augenklinik, insbesondere unserer Hornhautbank, freuen sich sehr über diese hohe Spendensumme, die wir dazu verwenden werden, ein Elektroauto anzuschaffen und einen Parkplatz samt Ladestation in nächster Nähe unserer Klinik einzurichten“, sagte Prof. Berthold Seitz, Direktor der Augenklinik. Das Fahrzeug soll Hornhäute und Gewebeproben in umliegenden Krankenhäusern oder direkt bei Spenderinnen und Spendern abholen. In der Klinik werden sie anschließend im Reinraum aufbereitet und bei Bedarf sofort transplantiert oder an andere Häuser weitergegeben.

Der praktische Nutzen liegt für Seitz auf der Hand. „Mit einem eigenen Auto sind wir wesentlich schneller und flexibler und können künftig je nach Bedarf direkt zwischen verschiedenen Standorten hin- und herwechseln, ohne dass die Transporte aufwendig und kostenintensiv organisiert werden müssen“, betont er und dankt den Clubs für ihre langjährige Verbundenheit mit der Klinik.
Diese Verbundenheit reicht weit zurück. Vor 26 Jahren, am 14. Juli 2000, öffnete die Hornhautbank mit Unterstützung regionaler LIONS Clubs. 2019 folgte dank einer Spende der Klaus Faber Stiftung über 1,2 Millionen Euro und der LIONS Clubs International Foundation der Umzug in neue Räume. Heute trägt die Einrichtung den Namen „Klaus Faber Zentrum für Hornhauterkrankungen inkl. LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz“ – ein Hinweis auf ihre grenzüberschreitende Rolle in der Großregion.
„Wir arbeiten mit Kliniken im Saarland, bis hoch nach Trier und Luxemburg und auch in Frankreich und der Westpfalz zusammen“, erklärt Seitz. Überall dort werden Spenderhornhäute entnommen und medizinisches Personal geschult, seit vielen Jahren im fachlichen Austausch über Landesgrenzen hinweg. Das Herzstück in Homburg bildet ein im Schalenprinzip angelegter Laborbereich mit höchster Reinraum-Qualität, ergänzt um drei Wetlabs mit sechs OP-Mikroskopen für die Ausbildung.
Wie dringend die Arbeit ist, zeigen die Zahlen. Im Jahr 2025 nahmen die Augenärztinnen und -ärzte des UKS 724 Hornhauttransplantationen vor. „Hinter jeder einzelnen dieser Transplantationen steht das Schicksal eines Menschen und die Bedeutung für sein Leben und seine Selbstständigkeit“, so Seitz. 372 Menschen spendeten im vergangenen Jahr nach ihrem Tod 743 Augenhornhäute, insgesamt kamen so bis 2025 fast 9.736 Verpflanzungen zusammen. Dennoch warten bundesweit über 6.000 Menschen auf eine Spende, allein in Homburg stehen rund 400 Patienten aus Deutschland, Luxemburg und Lothringen auf der Warteliste.
Die Hornhauttransplantation zählt seit ihrer Einführung 1905 zu den häufigsten und erfolgreichsten Gewebeverpflanzungen. Eine Spende ist noch bis zu 72 Stunden nach dem Herz-Kreislauf-Stillstand möglich, weshalb weder die Hirntod-Frage noch das Alter oder eine frühere Grauer-Star-Operation eine Rolle spielen. Wer helfen möchte, kann seine Entscheidung im Organspendeausweis oder im Organspenderegister festhalten.





















