Die Beschäftigten im Saarland waren im vergangenen Jahr etwas seltener krankgemeldet als zuvor – trotzdem bleibt das Bundesland ein Spitzenreiter, den man sich in dieser Kategorie eigentlich nicht wünscht. Nach einer aktuellen Auswertung der BARMER lag der Krankenstand im Saarland 2025 bei 7,0 Prozent. Das bedeutet: An einem durchschnittlichen Kalendertag waren von 1.000 Beschäftigten 70 arbeitsunfähig gemeldet.
Bundesweit reicht dieser Wert für einen der vordersten Plätze. Nur in Mecklenburg-Vorpommern (73) und Sachsen-Anhalt (71) fehlten die Beschäftigten noch häufiger. Immerhin: Im Jahr davor hatte der saarländische Krankenstand mit 7,1 Prozent noch minimal höher gelegen. Grundlage der Analyse sind die Daten von 48.000 im Saarland bei der Krankenkasse versicherten Erwerbspersonen.
Hinter den nüchternen Prozentzahlen steht ein deutlicher Appell. Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, fordert die Unternehmen im Land auf, stärker in die Gesundheit ihrer Belegschaften zu investieren. „Gesunde und motivierte Mitarbeitende können Herausforderungen besser meistern. Das ist gerade in dynamischen Zeiten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, betont sie. Betriebliche Gesundheitsförderung zahle sich am Ende doppelt aus – für die Beschäftigten und für die Firmen selbst.
Wer genauer hinschaut, entdeckt einen besorgniserregenden Befund. Jede saarländische Erwerbsperson war 2025 im Schnitt 25,4 Tage krankgeschrieben, ein leichter Rückgang gegenüber den 25,9 Tagen des Vorjahres. Häufigster Grund für das Fehlen am Arbeitsplatz waren jedoch nicht Grippe oder Rückenschmerzen, sondern psychische Erkrankungen wie Depressionen. Auf sie entfielen 6,2 Fehltage – so viele wie in keinem anderen Bundesland.
Danach folgen die klassischen Verdächtigen: Atemwegserkrankungen wie Husten und Schnupfen schlugen mit 4,4 Tagen zu Buche, Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen mit 4,3 Tagen, dazu Verletzungen wie Bänderrisse und Verstauchungen mit 2,5 Tagen. „Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Beschäftigten investieren, tragen zur Vermeidung von Fehlzeiten durch die Verringerung gesundheitlicher Belastungen bei“, so Kleis. Zugleich steige die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden.
Auffällig sind auch die Unterschiede innerhalb des Saarlandes. Zwischen den sechs Landkreisen klaffen teils deutliche Lücken. Die landesweit höchsten Fehlzeiten verzeichnete der Landkreis Neunkirchen mit 26,8 Krankheitstagen je Erwerbsperson – über zwei Tage mehr als im Regionalverband Saarbrücken, der mit 24,6 Tagen den niedrigsten Wert aufwies. Auch bei den seelischen Leiden lag Neunkirchen mit 6,8 Ausfalltagen an der Spitze, während der Landkreis St. Wendel mit 5,6 Tagen am besten dastand.
Gerade kleinere Betriebe könnten von einem gezielten Gesundheitsmanagement profitieren, meint Kleis. „Hier lassen sich gesundheitsfördernde Strukturen oft leichter umsetzen als andernorts.“ Ein Hinweis noch zur Statistik: Seit Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Jahr 2021 werden vor allem kurze Fehlzeiten deutlich vollständiger erfasst als früher – was den Blick auf die Zahlen mitprägt.



















