Wie sieht Mitbestimmung im Alltag aus? Was macht ein respektvolles Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft aus? Fragen wie diesen stellten sich rund 80 Schülerinnen und Schüler bei der Kinderrechte-Konferenz 2026 im Homburger Rathaus. Statt trockener Theorie ging es dort vor allem darum, Rechte und Demokratie selbst zu erleben.
Zum vierten Mal hatten das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg und das Adolf-Bender-Zentrum zu der Veranstaltung eingeladen. Beteiligt waren Jugendliche der Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn, des Gymnasiums Johanneum, der Robert-Bosch-Schule, des Saarpfalz-Gymnasiums und des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums. In Workshops setzten sie sich mit Kinderrechten, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinander.
Nach der Begrüßung durch Michael Schley vom Adolf-Bender-Zentrum eröffnete der hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler die Konferenz. Er machte deutlich, dass sich Kinderrechte nicht abstrakt, sondern im täglichen Umgang zeigen. „Kinderrechte zeigen sich überall dort, wo Menschen respektvoll miteinander umgehen. Dort, wo Meinungen gehört werden. Dort, wo Vielfalt als Bereicherung verstanden wird. Und dort, wo niemand ausgeschlossen oder benachteiligt wird“, sagte er.

Foto: Julie Jager
In fünf Workshops wurde Demokratie für die Teilnehmenden praktisch greifbar. Sie diskutierten über Mitbestimmung, übten den Umgang mit Konflikten und Gewalt, näherten sich Kinderrechten auf kreative Weise und sprachen über Vorurteile und Zusammenhalt. Im Vordergrund standen weniger Faktenwissen als die eigenen Erfahrungen und Standpunkte der Jugendlichen.
Einen besonderen Schwerpunkt setzte ein Workshop zur Zeit des Nationalsozialismus. Anhand historischer Lebensgeschichten gingen die Jugendlichen altersgerecht der Frage nach, welche Bedeutung Demokratie und Menschenrechte für das heutige Zusammenleben haben. Für Scheidweiler ist gerade diese Auseinandersetzung von großem Wert: „Die Erinnerung an diese dunkle Zeit unserer Geschichte zeigt uns, wie wertvoll Demokratie, Menschenwürde und Menschenrechte sind und warum wir sie jeden Tag aufs Neue schützen müssen.“
Von Theaterpädagogik über kreative Methoden bis hin zu Gruppenarbeiten reichte die Bandbreite der Formate. Sie eröffneten den Jugendlichen Raum, eigene Erfahrungen einzubringen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. „Die unterschiedlichen Angebote machen deutlich: Kinderrechte lassen sich nicht allein theoretisch erklären. Sie werden dann greifbar, wenn man miteinander diskutiert, kreativ arbeitet, Theater spielt oder gemeinsam nach Lösungen sucht“, so der Beigeordnete.
Zum Abschluss kamen alle Teilnehmenden im Plenum zusammen und tauschten ihre Eindrücke aus den Workshops aus. Die Konferenz unterstrich dabei eine zentrale Botschaft: Kinderrechte gehören nicht nur in den Unterricht, sondern bilden eine Grundlage für ein demokratisches und respektvolles Miteinander.
Organisiert wurde die Konferenz vom Adolf-Bender-Zentrum gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg. Sie fand im Rahmen der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Trägerschaft des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten e. V. statt und wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Mitteln aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.

















