Symbolbild

Wenn am kommenden Freitag in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Schulglocken zum letzten Mal vor den großen Ferien läuten, beginnt auf Deutschlands Autobahnen das alljährliche Sommerritual: Die erste große Reisewelle rollt. Der ADAC rechnet vom 26. bis 28. Juni mit deutlich mehr Verkehr auf den Fernstraßen – und mit Staus, die selbst routinierte Urlauber strapazieren dürften.

Der Druck auf das Netz baut sich bereits am Freitagmittag auf. Sobald die ersten Familien ihre Koffer im Heck verstaut haben, füllen sich die Reiserouten Richtung Süden sowie die klassischen Strecken an Nord- und Ostsee. Am Samstagvormittag mischt sich der Ausflugsverkehr in die Naherholungsgebiete dazu. Betroffen sind vor allem die Alpenregion, die Mittelgebirge, die Küstenabschnitte und die Seenlandschaften. Auch die Abende des Wochenendes bleiben unruhig, wenn Heimkehrer sich auf den Rückweg machen.

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Verschärft wird die Lage durch den europäischen Gleichschritt: In Teilen der Schweiz, in Polen und Dänemark startet ebenfalls die schulfreie Zeit. In Norwegen, Schweden und Finnland sind die Ferien längst im Gange. Damit wird der internationale Reiseverkehr auf den großen Transitachsen spürbar dichter – ein Effekt, den vor allem die grenznahen Abschnitte zu spüren bekommen.

Hinzu kommt eine hausgemachte Bremse: Mehr als 1.000 Baustellen verengen derzeit die deutschen Autobahnen. Genau in diesen Engstellen entstehen erfahrungsgemäß die längsten Wartezeiten. Besonders staugefährdet sind die Nord-Süd-Verbindungen A1, A3, A5, A7, A8 und A9, dazu die Querverbindungen A2 und A6, der Berliner Ring auf der A10 sowie die Zubringer in die Alpen, etwa A81, A95, A96 und der Münchener Autobahnring A99. Auch die A24 zwischen Hamburg und Berlin gehört zu den neuralgischen Punkten.

Jenseits der Grenze ist Geduld die wichtigste Reiseausstattung. In Österreich türmen sich Behinderungen auf der West-, Pyhrn-, Tauern-, Inntal- und Brenner-Autobahn, wobei die Sanierung der Luegbrücke den Verkehrsfluss auf der Brennerroute zusätzlich ausbremst. Auch die Rheintal- und Walgau-Autobahn, die Arlbergstraße und die Fernpassstraße zählen zu den klassischen Engpässen.

Eine besondere Hürde wartet auf Tirol-Reisende am Samstag, dem 27. Juni: Die B179 zwischen Reutte und Nassereith wird zwischen 10 und 12 Uhr komplett gesperrt. Schon vor und nach diesem Zeitfenster sind erhebliche Rückstaus programmiert. Der ADAC rät, den Fernpass an diesem Tag großräumig zu meiden.

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In der Schweiz bleiben die A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen, die Gotthard-Route der A2, die A3 Richtung Chur und die San-Bernardino-Achse auf der A13 stark belastet. In Italien geraten vor allem die A9 und A7 zwischen Schweizer Grenze, Mailand und Genua sowie die A22 über den Brenner regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenze.

Wer den Stau über Landstraßen umgehen will, dürfte vielerorts nicht weit kommen. In mehreren Regionen Bayerns – darunter Rosenheim, Garmisch-Partenkirchen und das Ostallgäu – sowie in den Tiroler Bezirken Innsbruck, Kufstein, Imst und Reutte gelten bei Stau Abfahrtssperren, damit der Ausweichverkehr die Ortschaften nicht lahmlegt. Und bei der Einreise nach Deutschland sollten Rückkehrer zusätzliche Wartezeiten an den Grenzkontrollen einplanen.

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