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Die deutsche Industrie rüstet sich gegen die Stürme einer unruhigen Weltlage – und das mit System. Eine aktuelle Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) zeigt, dass 77 Prozent der befragten Unternehmen bereits über eine eigene Resilienzstrategie verfügen. Weitere 16 Prozent arbeiten derzeit an einem solchen Konzept. Mehr als acht von zehn Betrieben schätzen ihre eigene Widerstandsfähigkeit inzwischen als hoch ein.

Für die Untersuchung befragten die Allensbacher Meinungsforscher Entscheidungsträger aus 154 Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die mindestens 500 Mitarbeitende beschäftigen oder einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro erreichen. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Branche, die geopolitische Risiken und strukturelle Verwerfungen nicht mehr als Ausnahmezustand begreift, sondern als Daueraufgabe. „Die Unternehmen handeln längst und bauen ihre Resilienz systematisch aus“, erklärt BDI-Präsident Peter Leibinger. „Wir sehen eine Industrie, die sich auf den Weg gemacht hat, in einer von Krisen geprägten Welt handlungsfähig zu bleiben.“

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Die Bandbreite der Vorkehrungen ist beachtlich. Mehr als vier von fünf Unternehmen betreiben heute ein systematisches Risikomanagement oder verteilen ihre Bezugsquellen auf mehrere Schultern. Rund zwei Drittel fließen Investitionen in neue Produkte und Fertigungsverfahren zu, und mehr als die Hälfte fährt die eigenen Lagerbestände bewusst hoch. Diese Vorsorge hat ihren Preis: Die Mehrheit der Befragten beschreibt den finanziellen und organisatorischen Aufwand als hoch.

Doch das Engagement der Wirtschaft trifft auf Grenzen, die kein einzelnes Unternehmen verschieben kann. Rund die Hälfte der Befragten sieht erhebliche Gefahren bei der Energieversorgung, in den Lieferketten und auf den Transportwegen. „Unternehmen können viel leisten, aber nicht im Alleingang“, stellt Leibinger klar. „Gerade bei Energie, Infrastruktur und globalen Abhängigkeiten stoßen sie an systemische Grenzen.“

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Resilienz, das wird in der Erhebung deutlich, ist längst kein Projekt mit Anfang und Ende mehr, sondern ein Dauerzustand betrieblicher Planung. „Wir reden nicht mehr über einzelne Krisen, sondern über eine neue Normalität von Störungen“, so der BDI-Präsident. Genau deshalb gehöre die konkrete Planung von Widerstandsfähigkeit heute zum unternehmerischen Kerngeschäft.

Mit Blick auf die Politik formulieren die Unternehmen eine klare Erwartungshaltung. Zwar existiere bereits eine Vielzahl an Instrumenten, doch fehle es an einer ordnenden Hand. „Es fehlt ein transparenter strategischer Handlungsrahmen und Plan, der die verschiedenen Instrumente bündelt und wirksam steuert“, kritisiert Leibinger. Die Industrie liefere; jetzt müsse auch die Politik Voraussetzungen schaffen, damit Deutschland und Europa sich zu einem widerstandsfähigen Wirtschaftsstandort entwickeln können.

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Die Wunschliste an die staatlichen Akteure ist konkret. Den größten Hebel sehen die Befragten in einer allgemeinen Entlastung der Wirtschaft: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und eine verlässliche Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen. Darüber hinaus erwarten die Unternehmen staatliches Engagement dort, wo betriebliche Mittel an ihre Grenzen kommen – etwa bei umfassenden Analysen strategischer Abhängigkeiten, beim Aufbau von Frühwarnsystemen und bei einem strukturierten Informationsaustausch zwischen Behörden und Wirtschaft.

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