Foto: Silke White
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Wer schon immer einmal hinter die Fassaden gelungener Architektur blicken wollte, bekommt am Samstag, 27. Juni 2026, in St. Ingbert gleich zwei Gelegenheiten dazu. Im Rahmen des landesweiten „Tags der Architektur“ öffnen die neue Freiwillige Ganztagsschule an der Südschule sowie die Musikschule in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt ihre Türen. Zwischen 10 und 14 Uhr können Interessierte beide Objekte erkunden und mit den verantwortlichen Planerinnen und Planern ins Gespräch kommen.

Der Aktionstag hat im Saarland Tradition. Bereits seit 1995 lädt die Architektenkammer am letzten Juni-Wochenende dazu ein, beispielhafte Bauprojekte vor Ort zu erleben. Das Format richtet sich nicht nur an Fachpublikum, sondern ausdrücklich auch an private Bauherrinnen und Bauherren, die nach Inspiration für eigene Vorhaben suchen. Wer sich für moderne Materialien, kluge Grundrisse oder die Wiederbelebung historischer Bausubstanz interessiert, findet bei den Führungen direkte Ansprechpartner.

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Ein besonderes Augenmerk dürfte in St. Ingbert dem Neubau an der St. Fidelis Straße 9 gelten. Auf dem Gelände der Südschule ist die Freiwillige Ganztagsschule als Holz-Hybridbau entstanden und bietet inzwischen Platz für 280 Kinder. Die Architektur setzt auf Helligkeit und Übersichtlichkeit: Zwei Geschosse, ein Flachdach mit aufgesetztem Sheddach und ein durchdachtes Raumcluster, das auf reine Verkehrsflächen weitgehend verzichtet. Herzstück ist eine großzügige Mensa mit eigener Küche, die direkten Zugang zum neu gestalteten Freigelände bietet. Flexibel abteilbare Betreuungsräume in unterschiedlichen Größen ergänzen das Konzept.

Foto: Marc Stiebel

Einen ganz anderen Charakter zeigt das zweite Objekt in der Alten Bahnhofstraße 11. Dort wurde die unter Denkmalschutz stehende ehemalige JVA zur städtischen Musikschule umgenutzt – eine Aufgabe, die hohe Anforderungen an die Planung stellte. Barrierefreie Erschließung, Brandschutz sowie schallschutztechnische und raumakustische Vorgaben mussten mit dem Anspruch verbunden werden, die ursprüngliche Bausubstanz so weit wie möglich zu erhalten oder wiederherzustellen.

Dass dabei auch Neues entstehen durfte, zeigt der dreigeschossige Erweiterungsbau am Eingang. Transparent gestaltet, dient er heute als Haupteingang und setzt zugleich eine architektonische Marke am Übergang zum benachbarten Areal der Baumwollspinnerei. Das Zusammenspiel von Alt und Neu macht die Musikschule zu einem Beispiel dafür, wie historische Mauern und zeitgenössische Architektursprache produktiv miteinander verbunden werden können.

Foto: Marc Stiebel

Beide Gebäude sind am 27. Juni 2026 jeweils von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weiterführende Informationen zum Programm im gesamten Saarland stellen die Architektenkammer des Saarlandes sowie die offizielle Seite des Tags der Architektur zur Verfügung. Für Besucherinnen und Besucher dürfte vor allem der direkte Austausch reizvoll sein – jenseits von Hochglanzprospekten und am konkreten Objekt.

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