Foto: BFB/Bildschön
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Deutliche Worte in Richtung Berliner Regierungsviertel: Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) hat den wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung scharf kritisiert. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung am Dienstag in Berlin warnte BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister vor einem wachsenden Druck auf einen Sektor, der mit rund 4,8 Millionen Beschäftigten zu den tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft zählt.

Im Zentrum der Kritik stehen zwei Entwicklungen: das immer aggressivere Vordringen renditegetriebener Finanzinvestoren in traditionell freiberuflich geprägte Strukturen und das aus Sicht des Verbandes zu zögerliche Handeln der Politik. „Wenn wir in Deutschland unsere Versorgung langfristig sichern und dabei wettbewerbsfähig bleiben wollen, muss die Bundesregierung jetzt einen konkreten Plan vorlegen“, forderte Hofmeister vor den Delegierten.

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Bereits am Vorabend hatte der Verbandschef die Lage gegenüber Michael Meister, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, eingeordnet. Freiberufliche Strukturen, so Hofmeister, stünden an einer Wegmarke: Externe Investoren zeigten ein wachsendes Interesse, gleichzeitig werde über bewährte Formen der Selbstverwaltung debattiert, während die wirtschaftliche Unsicherheit zunehme. Sein Appell: Die Rahmenbedingungen für freiberufliches Arbeiten müssten aktiv verteidigt und weiterentwickelt werden. Gerade in Zeiten von Polarisierung sei gemeinsames Handeln „ein Schlüssel für die Stabilisierung der Demokratie“.

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Neben der politischen Debatte stand die personelle Neuaufstellung des Spitzenverbandes im Mittelpunkt. Die Mitgliederversammlung wählte Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, zur neuen stellvertretenden BFB-Präsidentin. Sie übernimmt das Amt von Prof. Dr. Christoph Benz und verstärkt damit das höchste Gremium des Verbandes.

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Auch im Vorstand gab es Wechsel: Dr. Markus Sikora von der Bundesnotarkammer folgt auf Prof. Dr. Jens Bormann, LL.M. Neu hinzu kommt zudem Dr. Fabian Widder, Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins, der das Amt von Dr. Ulrich Karpenstein übernimmt. Mit diesen Personalentscheidungen positioniert sich der BFB sichtbar für die anstehenden ordnungspolitischen Auseinandersetzungen.

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Inhaltlich beharrt der Verband auf jenen Prinzipien, die er als Alleinstellungsmerkmal seines Sektors versteht. Gemeinwohlorientierung, Selbstverwaltung und Eigenverantwortung seien wesentliche Voraussetzungen für eine funktionierende Versorgung, für Rechtsstaatlichkeit, Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Stärken, so die Argumentation, würden durch eine zunehmende Kapitalisierung der Branche gefährdet.

„Die Freien Berufe übernehmen Verantwortung für Millionen Menschen in Deutschland“, betonte Hofmeister. „Umso wichtiger ist es, dass Politik und Gesellschaft die Bedeutung dieser Strukturen erkennen und stärken.“ Sein Plädoyer fällt unmissverständlich aus: In Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche brauche es „weniger Staat und mehr Vertrauen in dezentrale, leistungsfähige und gemeinwohlorientierte Strukturen“.

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Die wirtschaftliche Bedeutung untermauert diese Forderung: Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler erwirtschaften etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts und bilden knapp 129.000 junge Menschen aus. Der BFB versteht sich als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände in Deutschland und vertritt sowohl Selbstständige als auch Angestellte dieses Sektors.

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