Im Juni rückt Homburg in den Mittelpunkt einer der größten inklusiven Sportveranstaltungen Deutschlands. Wenn die Special Olympics Nationalen Spiele in der Kreis- und Universitätsstadt Station machen, geht es um mehr als Medaillen und Wettkämpfe – es geht um ein sichtbares Bekenntnis zur Inklusion. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus skizzierten Bürgermeister Manfred Rippel und sein Team, wie weit die Vorbereitungen inzwischen gediehen sind.
„Viele Menschen sind in dieses Projekt eingebunden – und es wird eine tolle Sache für unsere Stadt. Wir sind stolz darauf, Austragungsort der Special Olympics zu sein“, machte Rippel deutlich. Sobald die Zusage feststand, formierte sich im Rathaus ein eigenes Planungsteam. In nur rund sechs Monaten wurde das Sportzentrum für die Anforderungen der Spiele ertüchtigt. Begonnen hatten die Arbeiten im Dezember, mittlerweile gehe es nur noch um den Feinschliff, so der Bürgermeister.
Ab dem 15. Juni steht im Homburger Sportzentrum die Disziplin Judo im Fokus. Parallel beteiligt sich die Stadt am bundesweiten Host Town Program, das Kommunen mit internationalen Delegationen zusammenbringt. Homburg empfängt in diesem Rahmen neun Gäste aus Italien – Athletinnen, Athleten und Betreuende, die anschließend in Bosen im Beachvolleyball antreten werden. Von Freitag bis Montag erwartet sie ein abgestimmtes Programm, das auf ihre Trainingspläne ebenso Rücksicht nimmt wie auf ihre persönlichen Wünsche.
Zum sichtbaren Höhepunkt der Vorbereitungswoche wird das Stadtfest der Inklusion am Samstag, 13. Juni, in der Innenstadt. Dafür bricht die Stadt bewusst mit ihrer Tradition: Das Familien- und Kinderfest im Stadtpark, ursprünglich eine Woche später geplant, wird ausnahmsweise in die große Inklusionsfeier integriert. Geplant ist ein vielfältiges Programm mit Mitmachaktionen, Informationsständen, Musik sowie Angeboten aus den Bereichen Sport, Familie und Inklusion. Dass sich zahlreiche Vereine und Verbände beteiligen, wertet Rippel als Beleg für den Zusammenhalt in der Stadt.
Die Choreografie des Festes erläuterte der externe Veranstaltungsmanager Thorsten Bruch. Rund um den Christian-Weber-Platz entsteht das Herzstück mit Bühne und Programm, am Vauban Carré wird eine Blaulichtmeile mit Polizei und Feuerwehr aufgebaut, entlang der Talstraße reihen sich Stände zum Mitmachen und Informieren. Für den musikalischen Ausklang sorgt am Abend auf dem Marktplatz eine italienische Band – eine bewusste Verbeugung vor den Gästen aus dem Süden. Bereits um 11 Uhr startet dort ein Fackellauf mit mehr als 100 Teilnehmenden, der über die Saarbrücker Straße und die Gerberstraße bis zum Christian-Weber-Platz führt.
Die Resonanz auf das Stadtfest sei so groß gewesen, dass deutlich mehr Angebote möglich gewesen wären, berichtete Michael Kuhlgatz vom Amt für Bildung und Sport. Damit der Besuch unkompliziert bleibt, verlängern Parkhaus und Uhland-Parkplatz ihre Öffnungszeiten am Veranstaltungstag bis 22.30 Uhr; geparkt werden kann dort ganztägig kostenlos.
Für Mirco Caster, städtischer Beauftragter für Menschen mit Beeinträchtigungen, transportiert die Veranstaltung eine klare Botschaft: „Die Special Olympics helfen dabei, auf Menschen mit Beeinträchtigungen aufmerksam zu machen, Barrieren abzubauen und Berührungsängste zu nehmen. Im besten Fall sind sie ein Startschuss dafür, dass Inklusion im Alltag immer und überall gelingt – und keine Ausnahme bleibt.“ Auch Thomas Höchst, Beauftragter für Schule und Inklusion, unterstrich den Gedanken: „Homburg ist bunt, vielfältig und inklusiv – und genau das wollen wir zeigen. Es geht darum, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, Begegnungen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und Inklusion für alle erlebbar zu machen.“
Auf ein zusätzliches Überraschungsmoment dürfen sich Besucherinnen und Besucher rund um die Wettkämpfe freuen. Unter dem Titel „Lost in Homburg“ entwickelt die Stadt gemeinsam mit der Homburger Parkhaus Gesellschaft ein Projekt am Sportzentrum, zu dem auch ein Weltrekordversuch gehören soll. Details bleiben vorerst unter Verschluss, doch Rippel kündigte an: „Wer die ersten Entwürfe sieht, weiß sofort, dass dort etwas richtig Großes entsteht.“ Erste Hinweise sind bereits auf dem Instagram-Kanal lostinhomburg/HPS zu finden – täglich werden es ein paar mehr.





















