Homburg gießt seine internationalen Freundschaften in feste Regeln: Der Stadtrat hat erstmals eine eigene Förderrichtlinie für die Städtepartnerschaften beschlossen. Damit erhalten die Beziehungen zu Ilmenau in Thüringen, dem französischen La Baule und dem italienischen Albano Laziale eine verbindliche finanzielle Grundlage – und der Austausch zwischen Menschen, Vereinen und Schulen bekommt einen klar definierten Rahmen.
Im Kern geht es um eines: Begegnung soll einfacher werden. Wer eine Schulfahrt plant, mit dem Verein in die Partnerstadt reisen will oder ein kulturelles Projekt auf die Beine stellt, kann künftig auf einen festen Zuschuss bauen. „Unsere Städtepartnerschaften leben vom persönlichen Kontakt und vom Engagement vieler Menschen. Mit der neuen Förderrichtlinie schaffen wir nun endlich einen klaren und verlässlichen Rahmen, um genau dieses Engagement aktiv zu unterstützen“, erklärt der zuständige Beigeordnete Philipp Scheidweiler.
Die Zuschüsse sind nach Reiseziel gestaffelt. Wer nach Ilmenau aufbricht, erhält 35 Euro pro Person, für Fahrten nach La Baule oder Albano Laziale gibt es jeweils 50 Euro pro Teilnehmerin oder Teilnehmer. Im Fokus stehen Gruppenfahrten, Schülerbegegnungen, Reisen sozialer oder gemeinnütziger Einrichtungen sowie offizielle Delegationen. Eine Grenze zieht die Richtlinie allerdings deutlich: Reiner Tourismus bleibt außen vor. Gefördert wird nur, was tatsächlich partnerschaftlichen Charakter hat.
Die Logik gilt auch umgekehrt. Kommen Gäste aus den drei Partnerstädten nach Homburg, lassen sich Stadtführungen, kulturelle Programmpunkte oder gemeinsame Veranstaltungen bezuschussen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sogar Unterkunftskosten oder offizielle Abendveranstaltungen übernommen werden – ein Detail, das gerade ehrenamtlich organisierten Empfängen die Arbeit erleichtern dürfte.
Scheidweiler verbindet mit dem Beschluss eine deutliche politische Botschaft: „Europa beginnt nicht in Brüssel, sondern in den Städten und Gemeinden – dort, wo Menschen einander begegnen, Freundschaften entstehen und Vorurteile abgebaut werden. Genau dafür stehen unsere Städtepartnerschaften seit vielen Jahren.“ Mit der Richtlinie wolle die Stadt jenen den Rücken stärken, die diesen Gedanken im Alltag mit Leben füllen.
Angesprochen sind ausdrücklich Schulen, Vereine, Kulturschaffende und ehrenamtliche Initiativen aus Homburg. Besonders willkommen sind Projekte, die den europäischen Gedanken befördern und den kulturellen Austausch lebendig halten. Neben der finanziellen Seite zielt das neue Regelwerk auch auf mehr Tempo in der Organisation: Klare Zuständigkeiten und verbindliche Zuschussregelungen sollen Planungen rund um Delegationsreisen und Begegnungen spürbar beschleunigen.
Für Scheidweiler ist der Beschluss mehr als eine Verwaltungsangelegenheit. „Unsere Partnerstädte sind für uns weit mehr als Namen auf einem Schild. Sie stehen für Freundschaft, Austausch und gelebtes Europa. Ich freue mich sehr, dass wir dieses wichtige Signal jetzt gemeinsam im Stadtrat auf den Weg gebracht haben“, betont der Beigeordnete.
Förderanträge nehmen künftig das Amt für Kultur und Tourismus sowie die Abteilung Denkmalpflege und Museen der Stadt entgegen. Als direkte Ansprechpartnerinnen stehen die Städtepartnerschaftskoordinatorinnen Simone Lukas für La Baule und Ilmenau sowie Astrid Di Franco für Albano Laziale zur Verfügung. Die vollständige Richtlinie und weitere Informationen zu den Partnerstädten finden Interessierte auf www.homburg.de in der Rubrik „Leben in Homburg – Netzwerke – Partnerstädte“.



















