Seit zwei Jahrzehnten verteilt die Tafel Homburg Lebensmittel an Menschen, die sich den Gang zum Supermarkt kaum noch leisten können. Dass diese Arbeit überhaupt nötig ist, darüber waren sich bei der Jubiläumsfeier alle Rednerinnen und Redner einig, sei ein ernüchternder Befund. Dass sie dennoch seit 2006 ununterbrochen funktioniert, verdanke die Einrichtung vor allem jenen, die ihre Freizeit dafür hergeben: den Ehrenamtlichen.
Der hauptamtliche Beigeordnete der Kreisstadt, Philipp Scheidweiler, fand bei der Feier deutliche Worte für deren Leistung. „Dass die Tafel heute ihr 20-jähriges Bestehen feiern kann, ist alles andere als selbstverständlich. Es sind die vielen Ehrenamtlichen, die diese Einrichtung mit großem Einsatz und Herzblut am Leben halten. Sie sorgen dafür, dass Grundbedürfnisse von Menschen erfüllt werden – gerade dann, wenn Familien nicht mehr wissen, wie sie den Kühlschrank füllen sollen“, sagte er in seiner Ansprache. Neben Scheidweiler sprachen unter anderem Sozialminister Magnus Jung und der frühere Landrat Clemens Lindemann – Wegbegleiter aus Politik, Kirche und Gesellschaft, die den Weg der Tafel über die Jahre mitverfolgt haben.
Scheidweiler lenkte den Blick dabei auch auf die veränderten Rahmenbedingungen. Die Nachfrage nach Unterstützung steige, gleichzeitig werde es schwieriger, ausreichend Lebensmittel zu beschaffen. Für die Helferinnen und Helfer bedeute das nicht nur organisatorischen Mehraufwand, sondern oft auch eine emotionale Belastung. Die Stadt werde die Tafel deshalb weiterhin unterstützen, versicherte er: „Wenn irgendwo der Schuh drückt, dann suchen wir gemeinsam nach Lösungen.“

Die heutige Vorsitzende Doris Lehmann zeichnete die Entwicklung der Einrichtung seit ihrer Gründung nach und machte klar, wie sehr alles am freiwilligen Engagement hängt. „Ohne Ehrenamt gäbe es keine Tafel. Was hier seit 20 Jahren geleistet wird, verdient größten Respekt“, sagte sie. Gründer Roland Best ergänzte diese Perspektive mit einem Blick auf das, was sich verändert hat – und was eben nicht. „Die Bedingungen haben sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert – die Haltung der Ehrenamtlichen aber nicht. Die Solidarität mit Menschen in Not ist geblieben. Genau das macht die Arbeit der Tafel so besonders“, betonte er.
Bei aller Feierlichkeit schwang ein ambivalenter Ton mit, den mehrere Redner aufgriffen: Die bloße Existenz einer Tafel sei im Grunde ein Armutszeugnis für die Gesellschaft. Zugleich beweise sie aber, dass Menschen bereit sind, füreinander einzustehen, statt wegzuschauen. Mitgefühl und Zusammenhalt seien hier keine abstrakten Begriffe, sondern gelebte Praxis – Woche für Woche, seit nunmehr 20 Jahren.
Scheidweiler schloss seine Rede mit einem Appell, der über die Tafel hinausreichte. „Die Tafel zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Hauptamt, Ehrenamt, Politik und Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Dieses Zusammenspiel funktioniert hier in besonderer Weise – und genau solche Formen der Kooperation wünsche ich mir auch für viele andere Bereiche unserer Gesellschaft.“ Sein Dank gelte allen, die die Einrichtung seit zwei Jahrzehnten mit Leben füllen, ebenso wie den Partnern, die diese Arbeit verlässlich mittragen. Der Einsatz sei nicht selbstverständlich, für die Stadtgesellschaft aber unverzichtbar.





















