Im Saarland nimmt ein neuer Erinnerungsort für im Dienst verstorbene Polizeikräfte konkrete Formen an. Bei einer Preisverleihung ist der Siegerentwurf für eine Gedenkstätte vorgestellt worden, die künftig auf dem Gelände der Landespolizeidirektion in Saarbrücken entstehen soll. Das Land verbindet mit dem Projekt den Anspruch, den Einsatz der Beamtinnen und Beamten sichtbar zu würdigen und eine dauerhafte Form des Gedenkens zu schaffen.
Mit der Entscheidung für die Gedenkstätte, die an Polizistinnen und Polizisten erinnern soll, die im Dienst ihr Leben verloren haben, setzt die Landesregierung nach eigenen Angaben bewusst ein politisches Zeichen. Die Preisverleihung zum Kunstwettbewerb, die am 9. Januar 2026 stattfand, markiert dabei einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem festen Ort des Erinnerns. Die Verantwortlichen betonen, dass es nicht nur um ein künstlerisches Projekt geht, sondern um eine klare Haltung zur Verantwortung des Staates gegenüber seinen Einsatzkräften.
Innenminister Reinhold Jost hob bei der Veranstaltung die Bedeutung des Vorhabens hervor. „Die geplante Gedenkstätte ist Ausdruck unseres Respekts und unserer Anerkennung gegenüber den Polizeibeamtinnen und -beamten, die diesen Dienst mit ihrem Leben bezahlt haben. Zugleich ist sie ein klares Bekenntnis unseres Rechtsstaates zu einer Erinnerungskultur, die nicht verdrängt, sondern Verantwortung übernimmt“, sagte Jost. Die Gedenkstätte solle das Andenken an die Verstorbenen wachhalten und zugleich zeigen, welchen Preis der Schutz von Gesellschaft, Sicherheit und Ordnung im Extremfall haben kann.

Geplant ist ein offener Ort, der sowohl stilles Erinnern als auch Begegnung ermöglichen soll. Angesprochen sind die Angehörigen der Verstorbenen, Kolleginnen und Kollegen aus der Polizei sowie Menschen, die sich mit der Bedeutung von Sicherheit, Freiheit und Demokratie auseinandersetzen möchten. Die Gedenkstätte soll damit nicht nur ein abgeschlossener Trauerort sein, sondern auch Raum für Austausch und Reflexion bieten.
Aus dem Kunstwettbewerb ging der Entwurf „Räume des Gedenkens“ des Künstlers Willem-Jan Beeren als Sieger hervor. Die Jury entschied sich einstimmig für das Konzept. Ausschlaggebend waren nach Angaben des Landes die klare Symbolik, die Offenheit des Entwurfs und der sensible Umgang mit dem Thema Gedenken. Die Gestaltung soll es ermöglichen, individuelle Trauer und gemeinschaftliches Erinnern miteinander zu verbinden.
Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot betonte den gesellschaftlichen Anspruch des Projekts. „Mit dem Siegerentwurf entsteht nicht nur ein würdevoller Erinnerungsort, sondern auch ein Raum, der zur Auseinandersetzung mit zentralen demokratischen Werten einlädt. Die Gedenkstätte macht erfahrbar, dass Erinnerung mehr ist als Rückblick: Sie ist eine Verpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Sie stärkt das Bewusstsein für Respekt, Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt und zeigt, dass Demokratie vom täglichen Engagement und von Verantwortung lebt“, erklärte sie.
Die Prämierung des Entwurfs „Räume des Gedenkens“ nahmen Innenminister Reinhold Jost sowie Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot gemeinsam vor. Die Realisierung der Gedenkstätte ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Entstehen soll sie auf dem Gelände der Landespolizeidirektion in Saarbrücken, wo sie künftig als zentraler Ort des Gedenkens für im Dienst verstorbene Polizeikräfte im Saarland dienen soll.


















