Foto: Lokilech - own work with, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2943611

Die Völklinger Hütte stellt die Weichen für die nächsten Jahre: Das Industriedenkmal wird technisch aufgerüstet, barrierefreier und zugleich energieeffizienter. Das Saarland investiert dafür insgesamt 1,98 Millionen Euro in neue Lichttechnik für die Gebläsehalle und in einen modernen Liegendaufzug zur Gichtbühne – unterstützt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Im Rahmen des EFRE-Programms 2021–2027 fließen 1,9 Millionen Euro in zwei zentrale Bereiche des Weltkulturerbes. Zum einen wird die Grundbeleuchtung der Gebläsehalle erneuert, zum anderen der Zugang zur 27 Meter hohen Gichtbühne deutlich verbessert. Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot betonte die Bedeutung der Maßnahmen: „Die Völklinger Hütte ist ein besonderer Ort, der Geschichte, Technik und Kultur auf einmal spürbar macht. Mit den neuen Leuchten und dem Liegendaufzug schaffen wir ein Erlebnis für alle Besucherinnen und Besucher. Industriekultur wird so nicht nur sichtbar, sondern lebendig, barrierefrei und zukunftsfähig. Mit diesen Investitionen zeigen wir, dass Innovation, Kultur und Bildung zusammengehören und stärken die Völklinger Hütte als Leuchtturmprojekt des Saarlandes.“

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Die Erneuerung der Grundbeleuchtung in der Gebläsehalle wurde in einem Zeitraum von sechs Wochen umgesetzt, zwischen den Ausstellungen „THE TRUE SIZE OF AFRICA“ und „X-RAY“. Insgesamt 360 RGBW-Leuchten sorgen nun für eine flexible und variabel steuerbare Ausleuchtung. Die Lichttechnik ermöglicht dimmbare Einstellungen, unterschiedliche Farbtemperaturen und eine gezielte Inszenierung einzelner Hallenbereiche. Veranstaltungen können damit deutlich variabler gestaltet werden, gleichzeitig sinkt durch die moderne Technik der Energieverbrauch. Die neue Grundbeleuchtung ergänzt die bereits 2024 erneuerte Ausstellungsbeleuchtung, die in der aktuellen Schau „X-RAY. Die Macht des Röntgenblicks“ Einblicke in industrielle Technik, Natur und Kunst ermöglicht.

Für die neue Grundbeleuchtung stellt das Saarland rund 762.000 Euro bereit. Davon stammen etwa 305.000 Euro aus EU-Mitteln, rund 457.000 Euro kommen aus Landesmitteln. Die Investition soll die Gebläsehalle langfristig für Ausstellungen und Veranstaltungen stärken und den Betrieb nachhaltiger machen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist der Zugang zur Gichtbühne, einem der markanten Orte der Völklinger Hütte. Die 27 Meter hohe Ebene wird künftig über einen neuen Liegendaufzug erreichbar sein. Dieser soll es Rollstuhlfahrern, Menschen mit Gehhilfen, Familien mit Kinderwagen und auch Krankentransporten ermöglichen, von Hochofenplatz aus bequem und barrierefrei auf die Bühne zu gelangen. Der Aufenthalt auf der Gichtbühne soll damit für deutlich mehr Menschen ohne zusätzliche Hürden möglich werden.

Für den Aufzug investiert das Saarland rund 1,36 Millionen Euro. Etwa 490.000 Euro davon kommen aus EU-Mitteln, rund 735.000 Euro aus Landesmitteln. Die Arbeiten sollen bis 2027 abgeschlossen sein und den barrierefreien Zugang dauerhaft sichern. Generaldirektor Dr. Ralf Beil vom Weltkulturerbe Völklinger Hütte verweist auf die besonderen Rahmenbedingungen des Standorts: „Die Barrierefreiheit ist im extrem engen und verwinkelten Konstruktionsgeflecht der Hochöfen eine besondere Herausforderung. Umso mehr freue ich mich über einen größeren und besser platzierten Aufzug mit mehr Haltepunkten als bisher. Die Hallenbeleuchtung wiederum ist buchstäblich zentral für unsere Ausstrahlung als auratischer, ja magischer Ort, für Ausstellungen und Veranstaltungen jeder Art. Erst das Licht vollendet, was wir in der Gebläsehalle inszenieren.“

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Die Maßnahmen sind Teil des EFRE-Programms 2021–2027, mit dem das Saarland Projekte unterstützt, die wirtschaftliche, technologische und kulturelle Potenziale stärken, den Klimaschutz voranbringen und das industrielle Erbe sichern und weiterentwickeln. Besonders Leuchtturmprojekte wie die Völklinger Hütte sollen so die Attraktivität des Landes erhöhen und die Industriekultur für Besucher lebendig halten.