Es war ein Jubiläum, das nicht nur zurückblickte, sondern die eigene Geschichte kurzerhand auf die Bühne holte: Mit Musik, Humor und vielen Erinnerungen feierte die Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn in Homburg-Erbach ihr 55-jähriges Bestehen. Die „Celebration-Show“ verband Hits aus mehreren Jahrzehnten mit einer Zeitreise durch den Wandel einer Schule, die in Erbach seit Generationen fest verankert ist.

Der Blick zurück führte zunächst zum 1. September 1970. Dort, wo zuvor Auto- und Motorradrennen auf der Sandrennbahn viele Zuschauer angezogen hatten, begann ein neues Kapitel: Unter dem Namen „Hauptschule Sandrennbahn“ wurden Trakt 1 und 2 sowie der Verwaltungsbau eingeweiht. Erster Schulleiter wurde Artur Roschel. Eine eigene Turnhalle gab es in den Anfangsjahren noch nicht – ein Thema, das die Schule Jahrzehnte später erneut beschäftigen sollte.

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Die Jubiläumsshow erzählte diese Entwicklung nicht trocken, sondern mit viel Tempo und passenden Songs. Auf den musikalischen Auftakt folgte der Sprung in die 70er Jahre, unter anderem mit „YMCA“. Danach ging es weiter in die 80er, eine Zeit von Kassetten, Videotheken, Neonfarben und Schulterpolstern. An der Sandrennbahn hatte damals Wilfried Kopp die Schulleitung übernommen. Auch alte Klischees und der frühere Ruf der Schule wurden auf der Bühne selbstironisch aufgegriffen, ohne den Blick auf das Heute zu verlieren.

In den 90er Jahren wurde Karl Peter Ranker Schulleiter. Er prägte die Schule über viele Jahre hinweg. Kurz nach dem 25-jährigen Bestehen endete die Zeit der Hauptschule Sandrennbahn. Mit der Einführung der Erweiterten Realschule im Saarland erhielt die Schule einen neuen, eher nüchternen Namen: ERS Homburg 2. Für viele blieb sie trotzdem schlicht „die Sandrennbahn“. Musikalisch standen in diesem Teil der Show unter anderem „Macarena“, „Cotton Eye Joe“ und „Mambo No. 5“ für ein Jahrzehnt, das auch popkulturell bis heute nachwirkt.

Auch die 2000er brachten spürbare Veränderungen. Die Schülerzahlen stiegen, der Bedarf an Raum wuchs. Es entstand der sogenannte Blaue Bau, der heute als Unterstufencampus bekannt ist. Seine Einweihung fand am Morgen des 11. September 2001 statt – ein Datum, das auch weit über die Schulgeschichte hinaus in Erinnerung geblieben ist. In der Show wurde dieser Abschnitt mit „Viva la Vida“ von Coldplay musikalisch aufgegriffen.

In den 2010er Jahren veränderte sich der Schulalltag erneut deutlich. Neben der Freiwilligen Ganztagsschule kam die Ganztagsschule hinzu, zeitweise mit langen Tagen bis 17 Uhr. Damit wuchs auch der Bedarf an einer passenden Infrastruktur. 2011 wurde die Cafeteria eingeweiht. Nach dem Abriss der alten Turnhalle, die wegen Einsturzgefahr lange nicht genutzt werden konnte, folgte im Oktober 2014 die neue Sporthalle. Rund 6,5 Millionen Euro wurden dafür investiert.

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Auch personell und strukturell begann ein neues Kapitel. Nach gut 20 Jahren verabschiedete sich Karl Peter Ranker in den Ruhestand, Sabine Bleyer übernahm die Schulleitung. In ihre Zeit fiel auch die Rückkehr zu einem Namen mit Wiedererkennungswert: Aus der Erweiterten Realschule wurde die Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn. Die Schule entwickelte ihr Profil weiter, wurde unter anderem „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, erhielt das Berufswahlsiegel, wurde sportbewegte Schule und brachte 2017 ihr erstes Musical auf die Bühne.

Das eigentlich geplante 50-jährige Jubiläum im Jahr 2020 konnte wegen der Corona-Pandemie nicht gefeiert werden. Umso größer war nun die Freude, den 55. Geburtstag nachzuholen. Seit 2021 leitet Herr Podevin die Schule. Auch der Alltag hat sich seitdem weiter verändert: iPads, die Online-Schule Saarland und digitale Abläufe gehören inzwischen dazu – wenn auch, wie die Show augenzwinkernd aufgriff, nicht immer alles sofort reibungslos funktioniert.

Zum Finale schlug die Celebration-Show den Bogen in die Gegenwart. Nach Hits wie „Stay“, „Diamonds“, „Happy“, „Komet“ und „Golden“ endete der Abend mit einem Geburtstagsmedley für die Schule. So wurde aus 55 Jahren Sandrennbahn kein nüchterner Rückblick, sondern ein lebendiger Abend voller Musik, Erinnerungen und Schulgeschichte – mit einem klaren Signal: Die Sandrennbahn hat sich oft verändert, ist sich in Erbach aber treu geblieben.

Alle Bilder: Friedel Simon

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