Bild: Frank Hoffmann
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Die Eisfläche auf dem Glashütter Weiher wirkt in diesen Tagen geschlossen und ruhig – für die Feuerwehr St. Ingbert bot sie jetzt die seltene Gelegenheit, unter echten Bedingungen zu trainieren. Der Löschbezirk Rohrbach konnte nach mehreren Jahren erstmals wieder eine Eisrettungsübung auf natürlichem Eis durchführen und wichtige Handgriffe für den Ernstfall auffrischen.

Möglich wurde die Übung durch die anhaltende Kälteperiode, die den Weiher vollständig zufrieren ließ. Die Feuerwehr nutzte die Situation, um nicht nur Abläufe zu trainieren, sondern auch neue Ausrüstung zu testen. Zwei neu beschaffte Überlebensanzüge sowie weiteres spezielles Eisrettungsmaterial der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert kamen dabei umfassend zum Einsatz. Die Anzüge wurden intensiv erprobt und sollen künftig in den Löschbezirken Rohrbach und St. Ingbert bereitgehalten werden, um bei einem Eisunfall schnell verfügbar zu sein.

Um einen Notfall möglichst realistisch nachzustellen, stieg ein Taucher in einem Trockentauchanzug am Rand des Weihers in ein vorbereitetes Eisloch. Er simulierte eine Person, die ins Eis eingebrochen ist und sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien kann. Die Einsatzkräfte mussten daraufhin unter Zeitdruck verschiedene Rettungstechniken anwenden und die Abläufe wie in einer echten Einsatzlage durchspielen.

Bild: Frank Hoffmann

Geübt wurde unter anderem die Rettung über eine Schleifkorbtrage, mit der eine verunfallte Person liegend und gesichert über die Eisfläche gezogen werden kann. Außerdem setzten die Feuerwehrleute ein Steckleiterteil ein, das als Hilfsmittel dient, um das Gewicht der Retter besser auf der Eisfläche zu verteilen und sich dem eingebrochenen Opfer gefahrlos zu nähern. Nach Angaben der Feuerwehr führten alle erprobten Varianten zügig zum Erfolg, das simulierte Opfer konnte in jedem Durchgang sicher aus dem Eis befreit werden.

Für die beteiligten Kräfte hatte die Übung einen hohen praktischen Wert. Kenntnisse, die in den vergangenen Jahren vor allem theoretisch vermittelt worden waren, konnten nun unter realen Witterungs- und Eisbedingungen angewendet und vertieft werden. Das Training diente zugleich dazu, die Zusammenarbeit im Team zu festigen und die Handgriffe mit der neuen Ausrüstung zu automatisieren.

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Im Zusammenhang mit der Übung erinnert die Feuerwehr St. Ingbert daran, dass zugefrorene Gewässer trotz geschlossener Eisdecke ein erhebliches Risiko darstellen. Eisflächen sollten grundsätzlich nicht betreten werden, da jederzeit akute Einbruchgefahr besteht. Kommt es dennoch zu einem Unfall, ist umgehend der Notruf 112 zu wählen. Dann werden die Freiwillige Feuerwehr St. Ingbert sowie die Einsatztaucher der Berufsfeuerwehr Saarbrücken alarmiert, um schnell professionelle Hilfe zu leisten und eine zügige Rettung einzuleiten.

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