Wer im Saarland Kultur schaffen will, soll künftig leichter an Fördermittel kommen. Das Ministerium für Bildung und Kultur stellt 50.000 Euro bereit, um bei der Arbeit und Kultur Saarland gGmbH ein neues Kulturbüro aufzubauen. Es soll Künstlerinnen und Künstlern, Vereinen und Kulturprojekten als zentrale Anlaufstelle dienen – für Beratung, Vernetzung und den oft mühsamen Weg durch den Förderdschungel.
Der Hintergrund: In den Kulturpolitischen Leitlinien des Landes, die in einem breiten Beteiligungsprozess mit Kulturschaffenden, Kommunen und Vereinen erarbeitet wurden, hat sich das Saarland einen klaren Kurs verordnet. Förderung soll verständlicher, zugänglicher und verlässlicher werden. Insbesondere die neunte Leitlinie – „Einfach, verlässlich, planbar – Kulturförderung mit Weitblick“ – wird mit dem neuen Kulturbüro nun in die Praxis überführt. Förderverfahren sollen transparenter gestaltet, bürokratische Hürden abgebaut und langfristige Planungssicherheit geschaffen werden.
Kulturministerin Christine Streichert-Clivot machte deutlich, warum ihr das Vorhaben am Herzen liegt: „Kultur schafft Zusammenhalt, eröffnet neue Perspektiven und macht unser Saarland lebendig und lebenswert. Damit das gelingt, brauchen Kulturschaffende gute Rahmenbedingungen und verlässliche Unterstützung. Gute und kreative Ideen dürfen nicht an bürokratischen Hürden scheitern.“ Das Kulturbüro solle Orientierung bieten, Beratung stärken und den Austausch innerhalb der Szene fördern. Man investiere gezielt in Strukturen, die entlasten und kulturelles Engagement nachhaltig stärken, so die Ministerin.
Das neue Büro wird nicht auf der grünen Wiese entstehen, sondern an eine Organisation andocken, die seit rund drei Jahrzehnten im saarländischen Kulturbetrieb verankert ist. Die Arbeit und Kultur Saarland gGmbH, eine gemeinsame Gesellschaft des Landes und der Arbeitskammer, begleitet seit ihrer Gründung Kulturakteure bei Projekten, organisiert Fortbildungen und vernetzt die Szene. Im Frühjahr 2026 wurde zudem die Servicestelle „Kultur macht stark!“ von der LAG Soziokultur dorthin verlagert. Beide Einrichtungen – Kulturbüro und Servicestelle – sollen nun unter einem Dach zusammenwirken und die Beratungsstrukturen gezielt ausbauen.
Die Geschäftsführung der gGmbH, Susanne Commerçon-Mohr und Heiko Metzger, begrüßte die Förderentscheidung ausdrücklich. Man sei seit drei Jahrzehnten verlässlicher Ansprechpartner für Kulturschaffende im Saarland und freue sich, dank der Unterstützung des Ministeriums auch die stark nachgefragte Beratung für soloselbständige Künstlerinnen und Künstler fortführen zu können. In enger Zusammenarbeit mit der neu angesiedelten Servicestelle werde man die Expertise für Vereine und Kulturschaffende gezielt weiter ausbauen.
Konkret stehen mit Annika Pelzer und Manuel Sattler zwei Fachleute bereit, die laut Geschäftsführung bestens in der Kulturszene vernetzt sind. Sie sollen künftig Fördermittelberatungen übernehmen und bei Fragen der Professionalisierung zur Seite stehen. Gerade für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die oft ohne institutionellen Rückhalt arbeiten, kann eine solche niedrigschwellige Anlaufstelle den Unterschied machen zwischen einer Idee, die in der Schublade bleibt, und einem Projekt, das tatsächlich realisiert wird.
Mit den zusätzlichen 50.000 Euro will das Land also nicht nur ein einzelnes Büro finanzieren, sondern ein Signal setzen: Kulturförderung im Saarland soll kein Hindernislauf mehr sein, sondern ein planbarer Weg – von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

















