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„Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit“ – mit diesem Zitat von August Strindberg wurde am 10. März der 2. Runde Tisch des TRAFO-Projekts „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ im VHS-Zentrum in St. Ingbert eröffnet. Mehr als 70 Besucher aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Kitas, Schulen, Jugend und sozialen Organisationen sowie künstlerische Akteure trafen sich mit 15 Kultureinrichtungen aus dem gesamten Landkreis, um gemeinsam mögliche Kooperationsprojekte zu schmieden. Durch den regen Austausch von Erfahrungen und vielen Ideen entwickelten die Teilnehmer in kleinen Arbeitsgruppen rund 30 Projektvorschläge aus den Kulturbereichen Musik, Bildende Kunst, Theater, Neue Medien, Literatur, Film und Kulturgeschichte.

Zu Beginn der Veranstaltung zeigte sich Landrat Dr. Theophil Gallo vom großen Zulauf aus allen Teilen der Region begeistert: „Schön, dass wir den Saal voll haben mit Menschen, die bereit sind, sich einzubringen in dieses Vorhaben. Ich bin froh, dass wir das Projekt „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ für den gesamten Kreis an Land ziehen konnten.“ Zugleich bekundete er seinen Dank für die gute Zusammenarbeit mit dem Verein Saarpfalzkultur e. V. und dessen 1. Vorsitzenden Alexander Funk, MdB, und dem Programmbüro der von der Kulturstiftung des Bundes getragenen Initiative „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“.

Der eigens aus Leipzig ins Saarland angereiste TRAFO-Programmleiter Samo Darian machte in seiner Rede deutlich, wie wichtig es sei, die Veränderungs-prozesse im Kulturbereich aktiv zu gestalten. Die Kulturinstitutionen sollen mit den Fördermitteln aus dem Regionalfonds des Projekts „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ dabei unterstützt werden, neue Arbeitsweisen und Kooperationen zu erproben, damit sie auch zukünftig attraktive Kulturorte in der Region blieben.

Mit guten Beispielen im kulturellen Bereich geht die Stadt St. Ingbert schon voran. Deren Oberbürgermeister Hans Wagner hob in seinem Grußwort die Entwicklung des neuen VHS-Zentrums hervor: „Entstanden ist ein Ort, wo Sie sicherlich viele kreative Ideen zusammenbringen werden, aus denen dann neue Projekte entwickelt werden, die im Sinne dieser Initiative unseren Saarpfalz-Kreis ein Stück weiterbringen werden. Die Projekte, die bereits im Rahmen des Regionalfonds „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ gefördert wurden und zum Teil laufen, können sich sehen lassen.“

Foto: Anika Bäcker,Saarpfalz-Kreis

Diese Einschätzung bekräftigte das Publikum des Runden Tisches mit großem Applaus, der vor allem auch den drei vorgestellten Best Practice-Beispielen aus der ersten Förderrunde galt. Die Projekte „Kunst der Demokratie“, „Schafstage“ und „Ess-Kultur“ machten den Anwesenden Mut, sich mit anderen engagierten Kulturakteuren zusammenzutun, ausgetretene Pfade der Kulturarbeit zu verlassen und vielleicht sogar ungewöhnliche künstlerische Methoden einzusetzen.

Bis zum 7. April können Projektanträge für eine Förderung im Rahmen des Regionalfonds von “Kultur+ im Saarpfalz-Kreis” im so genannten Transformations-Büro eingereicht werden. Vorab empfiehlt sich eine Beratung durch Monika Mura und Simone Holt unter der Telefonnummer 06826 933 1857. Die Antragsformulare und alle weiteren Informationen finden sich auf der Projekt-Webseite www.saarpfalzkultur.de.

Zum Hintergrund
Kultur+ im Saarpfalz-Kreis

Das Projekt „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ wird gefördert in „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, und durch den Saarpfalz-Kreis. Im Rahmen des Projekts soll eine partizipative Kulturentwicklungsplanung dem Praxistest unterzogen werden: An regelmäßigen Runden Tischen kommen Kultureinrichtungen der sieben Kommunen des Saarpfalz-Kreises mit Kulturschaffenden, Vereinen, Schulen, Unternehmen und anderen Interessierten zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Ideen und Projekte für die bestehenden Einrichtungen der Region, die sich am Bedarf der Bürger/innen orientieren und neue Kooperationen etablieren. Für die Umsetzung dieser Projekte werden Mittel im Rahmen eines Regionalfonds zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des TRAFO-Projektes „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ erhalten zudem Künstler die Möglichkeit, in mehrwöchigen Künstlerresidenzen zu den Themen der Region zu arbeiten und den Transformationsprozess zu reflektieren.

TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel

TRAFO steht für Transformation: Das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ unterstützt Kultureinrichtungen dabei, sich weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu sein. In enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort werden Antworten gesucht, wie ein attraktives Kulturangebot im ländlichen Raum aussehen und organisiert werden kann. In den Jahren 2016 bis 2020 werden deutschlandweit sechs Projekte in den Modellregionen Südniedersachsen, Oderbruch, Saarpfalz und Schwäbische Alb gefördert. Die dort bestehenden Theater und Museen, Bibliotheken, Musikschulen und Volkshochschulen zeigen, welche Potenziale in der Veränderung liegen. Mit kooperativen Ansätzen entwickeln sie Beispiele, wie Kultureinrichtungen in kleineren Städten zu zeitgemäßen, spannenden Lern- und Kulturorten werden.

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