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Noch bis Ende des Monats März wird das Planfeststellungsverfahren für die B 423-Ortsumgehung von Homburg-Schwarzenbach und –Schwarzenacker beantragt. Das bestätigte Verkehrsministerin Anke Rehlinger.

„Endlich ist der Weg frei für die weiteren Schritte bei diesem überörtlich bedeutsamen Projekt, auf das viele Betroffene lange gewartet haben“, sagte sie. Sobald Baurecht hergestellt sei, würden die Ausführungsplanung, die öffentliche Ausschreibung der Leistungen und deren Vergabe in Angriff genommen. Mit dem Baubeginn sei ab 2020 zu rechnen. Die B423-Ortsumgehung Schwarzenbach und Schwarzenacker ist als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans. Es wird mit Baukosten von 34 Mio. Euro gerechnet, und diese werden vom Bund getragen. Sie schließen Kosten für die landschaftspflegerischen Ausgleichs– und Ersatzmaßnahmen ein. Die geplante Neubaustrecke hat eine Länge von knapp vier Kilometern.

Ziel des Millionenprojekts sei es, „die Ortslagen von Schwarzenbach und Schwarzenacker merklich von Durchgangsverkehr zu entlasten“. Die Anbindung an die A8 werde optimiert. Rehlinger: „Die geplante neue Bundesstraße verbessert also auf der einen Seite das Wohnumfeld, bringt aber auch Verbesserungen für die industriellen und gewerblichen Strukturen in Homburg.“

NABU lehnt vorgestellte Planung ab

Der NABU Homburg lehnt die von Verkehrsministerium und Landesbetrieb für Straßenbau vorgestellte Planung entschieden ab. In einer Pressemitteilung äußerte sich der Verein nun kritisch über die geplanten Maßnahmen:

Winfried Anslinger, Vorsitzender des NABU Homburg

„Die beim Infoabend zur B 423 genannten Daten lassen einen dramatischen Eingriff in Natur und Landschaft erwarten. Durch großflächige Versiegelung, Aufschüttungen, Zerschneidung natürlicher Lebensräume und Lärm würde die Erbachaue von der Entenmühle bis zur Mastau weitgehend zerstört.“ so der Vorsitzende des NABU Homburg, Winfried Anslinger.

Auch die Größe der Maßnahme ist dem Naturschutzbund ein Dorn im Auge, sieht man doch im Bau der Umgehungsstraße eine Verminderung der Lebensqualität vor Ort: „Wie aus der ungeheuren Zahl von 2,2 Millionen Ökopunkten hervorgeht, würden die meisten Biotope nach dieser Maßnahme nicht mehr existieren. Zum Vergleich: Das Neubaugebiet „In der Muhl“ in Jägersburg verbrauchte für 57 neue Häuser gerade einmal 1400 Ökopunkte. Ein derart drastischer Eingriff in die Natur beeinträchtigt auch Menschen.

Da keine Lärmschutzwände vorgesehen sind und die Straße teilweise auf einer Rampe verliefe, breiteten sich die Schallwellen ungehindert aus. Dies bedeutet eine großflächige Verlärmung des ganzen Erbachtals mit den angrenzenden Wohngebieten am Steinhübel, in Beeden, Schwarzenbach und Wörschweiler. Die betroffene Fläche ist so groß wie der gesamte Stadtteil Erbach. Auch die Erholungsflächen am Beeder Brünnchen, Storchenbiotop, Angelsportverein, Rad und Spazierwege, die jetzt schon unter dem Lärm der A 8 leiden, würden ihre Aufenthaltsqualität verlieren.“

In den Blick rückt auch die mögliche Inbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken: „Die Parallelplanung mit der Eisenbahnlinie Homburg – Zweibrücken beeinträchtigt auch die Chancen für eine Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke, die von allen politischen Kräften vor Ort gewollt ist. Warum hält man an einer Planung fest, die vor 40 Jahren vielleicht einmal notwendig erschien, wo inzwischen aber feststeht, dass sie viel mehr Schaden bringt als Nutzen und schon im jetzigen Stadium eine Unsumme von 34 Millionen Euro veranschlagt ist?“

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