Bei der Kundgebungsveranstaltung zum ersten Jahrestag des Kriegsbeginns auf dem Saarbrücker Schlossplatz.  Foto: Sandra Brettar
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Seit zwei Jahren tobt der russische Angriffs- und Terrorkrieg in der Ukraine und dominiert die Medienlandschaft. Täglich machen Nachrichten und Bilder über ein grausames, nicht enden wollendes Kriegsgeschehen dies weltweit bewusst. Obwohl die Welt von Beginn an nicht tatenlos geblieben ist, um die Ukraine bestmöglich zu unterstützen, ist doch ein Ende von Tod und Leid in diesem großen Staat in Osteuropa nicht wirklich in Sicht. 

Dem Saarpfalz-Kreis war es ebenfalls ein Anliegen, gleich zu helfen – auf kommunaler Ebene. Landrat Dr. Gallo erinnert sich sehr genau an den 24. Februar 2022, als die Meldung über den Beginn des russischen Angriffskrieges kam: „Just für jenen Morgen war eine Video-Konferenz geplant mit dem Bezirksratsvorsitzenden unseres Partnerkreises Lwiw, Andrij Sulym, und dem Generalkonsul der Ukraine, Vadim Kostiuk, sowie Vertretern polnischer Landkreise, bei der es um die damals aktuelle Bedrohung der Ukraine durch Russland gehen sollte. Die Nachricht erschütterte uns alle zutiefst, obwohl nach dem Ende der Olympischen Winterspiele konkret mit dem Angriff zu rechnen war.“

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Von Seiten des Saarpfalz-Kreises wurde sofort Unterstützung durch die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen zugesagt. Der Kreis bot am Tag darauf der Saarländischen Landesregierung im Rahmen eines Offenen Briefs Unterstützung an und rief eine gemeinsame Spendeninitiative mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar und Spohns Haus ins Leben. Es folgten zahlreiche Hilfsmaßnahmen, die der Saarpfalz-Kreis selbst, teilweise gemeinsam mit lokalen Unternehmen, durchführte oder indem er weitere Institutionen beriet oder organisatorisch zur Seite stand. Eine wesentliche Rolle kam dabei der Stabsstelle Europa unter Leitung der Europabeauftragten Dr. Violetta Frys zu. Auch konnten bislang drei spendenfinanzierte und vom Jugendamt begleitete Freizeitmaßnahmen für ukrainische Kinder und Jugendliche, die selbst oder deren Familien vom Krieg stark betroffen waren, realisiert werden. 

Die Gründung des „Internationalen Bündnisses für Frieden und Zusammenhalt in Europa“, des „Homburger Bündnisses“, im Juli 2022 setzte gerade Richtung Ukraine das richtige Zeichen, dass uneingeschränkter Konsens darüber herrscht, die europäischen Gemeinschaft stärken und wieder Frieden herstellen zu wollen. Mit seinen Bündnispartnern verfolgt der Saarpfalz-Kreis auch das Ziel, auf allen Ebenen die Zivilbevölkerung der ukrainischen Regionen einzubinden, um so dem Beitritt der Ukraine zur EU auf der kommunalen Ebene vorzugreifen. Dies ist auch im Sinne des Beschlusses des Europäischen Rates vom 14. Dezember 2023.

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Landrat Dr. Theophil Gallo: „Die deutsch-ukrainischen Beziehungen entwickeln sich dynamisch. Noch vor drei Jahren war eher Zurückhaltung zu spüren, dies hat sich mit dem 24. Februar 2022 geändert. Gelebte Bündnisse und Partnerschaften sind die Basis für den Zusammenhalt auf der zivilgesellschaftlichen Ebene und damit für ein geeintes Europa“, hält Landrat Dr. Gallo fest. Die Linie des Saarpfalz-Kreises wird zudem bestätigt durch die Resolution der Deutschen UNESO-Kommission vom 27. Juni 2023 mit dem Titel „UNESCO-Netzwerke stärken heißt Kultur des Friedens stärken“. Die Biosphäre Bliesgau und damit ein großer Teil des Saarpfalz-Kreises ist Teil des Netzwerks der UNESCO-Biosphärenreservate und wird dem Anspruch der UNESCO durch die Partnerschaften mit den polnisch/ukrainischen Biosphärenregionen Ostkarpaten und Roztocze voll gerecht. Mittlerweile, im Oktober 2022, haben auch der deutsche Bundespräsident und der ukrainische Präsident zur Gründung kommunaler Partnerschaften als „unverzichtbarer Teil eines lebendigen Europas der Zivilgesellschaften … der lokalen Demokratie …“ aufgerufen.   

Wie bereits am 1. Jahrestag wird Landrat Dr. Theophil Gallo an der Großveranstaltung anlässlich des zweiten Jahrestages am 24. Februar in Saarbrücken teilnehmen und als Redner auftreten. Der Verein „UkraineFreundeSaar“ lädt unter dem Motto „Wir halten zusammen!“ zu einem Demonstrationszug für die Ukraine mit Start um 12.30 Uhr ab dem Landwehrplatz ein. Zum Programm zählt auch die exklusive Filmvorführung des Dokumentarfilms von Piotr Pawlus und Tomasz Wolski „In Ukraine“. Zudem wird in der Stadtbibliothek die Ausstellung „Kunst wegen des Krieges“ zu sehen sein. 

„Der Krieg in der Ukraine zieht zwar täglich die Aufmerksamkeit des Auslandes auf sich, es scheint jedoch manchmal, als sei er etwas Alltägliches, Fernes. Das darf jedoch nicht zu einem Ermüden unserer Unterstützung führen, im Gegenteil: Es liegt an uns, notwendige Signale in die Ukraine zu senden, dass die vom Krieg betroffenen Menschen dort auch nach zwei Jahren nicht vergessen werden, dass sie spüren, dass ihr Leiden sichtbar ist und zumindest in Gedanken ein stückweit von uns allen mitgetragen wird. Daher ist es notwendig, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger im Saarpfalz-Kreis und im Saarland gemeinsam ihre dauerhafte Solidarität bekunden. Es ist ein Zeichen der Anteilnahme, dass wir an alle gefallenen Soldaten und an die zivilen Opfer dieses unerträglichen Krieges denken“, ruft Landrat Dr. Theophil Gallo auf. „Ebenso liegt es an uns, durch Solidaritätsbekundungen wie diese unsere Bundesregierung und alle politisch Verantwortlichen darin zu unterstützen, der Ukraine wirklich die Hilfe zu geben, die sie braucht, um gegen ein menschenverachtendes System zu bestehen, dessen kriegerisches Machtgebahren auch uns im übrigen Europa bedroht und gegen das uns die Ukraine verteidigt. ‚Ohne Sicherheit ist alles andere nichts‘, dieser Satz des Bundeskanzlers muss unser Leitmotiv werden als zwingende Lehre aus dem Angriffskrieg Russlands. Solange wir nicht selbst, die Bundesrepublik Deutschland, für unsere Sicherheit sorgen können, müssen wir die Partner stärken und helfen, die sich direkt gegen die Bedrohung stemmen. Auf einen ehrlichen Friedenswillen Russlands zu vertrauen ist, auch mit Blick auf den Umgang mit Systemkritikern wie Alexej Nawalny, nicht nur blauäugig, sondern gefährdet grob fahrlässig unser freiheitliche-demokratisches System in Deutschland und in Europa“, so der Landrat.    

Informationen zu den Kreispartnerschaften und zur Europaarbeit des Saarpfalz-Kreises sind bei der Europabeauftragten des Saarpfalz-Kreises, Dr. Violetta Frys, unter Tel. (06841) 104-8273 oder unter den E-Mail-Adressen europa@saarpfalz-kreis.de sowie violetta.frys@saarpfalz-kreis.de erhältlich.

 

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