Foto: Sandra Brettar

Anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 01. Dezember 2020 fordern Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling die Bürgerinnen und Bürger auf, Diskriminierung entgegenzuwirken. „Verunsicherung, Angst und Vorurteile in der Bevölkerung führen immer noch dazu, dass Menschen aufgrund ihrer HIV-Infektion ausgegrenzt werden. Wirken Sie Diskriminierung von Menschen mit HIV entgegen, befördern Sie Respekt und einen aufgeschlossenen Umgang mit HIV-positiven Menschen im Alltag“, appelliert Bachmann. 

Monika Bachmann (CDU)
Quelle: www.saarland.de

Weltweit leben etwa 38 Millionen Menschen mit HIV. Im Saarland lebten Ende 2019 etwa 900 Menschen mit HIV. Die geschätzte Zahl der HIV-Neuinfektionen betrug im vergangenen Jahr 30. Dazu Kolling: „Unsere Präventionsarbeitet greift und die Saarländerinnen und Saarländer haben verstanden, dass sich wenig Menschen mit dem Virus infizieren, aber durchaus noch eine Gefahr besteht. Trotz der guten Präventionsmaßnahmen sind weitere Anstrengungen notwendig, insbesondere um den Zugang zur Behandlung für alle in Deutschland mit HIV lebenden Menschen zu gewährleisten. „Menschen mit und ohne HIV können im Alltag entspannt zusammenleben“, fügt Bachmann hinzu. „Früher stand die Medizin HIV machtlos gegenüber. Dies ist zum Glück heute nicht mehr so. Durch eine rechtzeitige Diagnose und einer entsprechenden Behandlung mit HIV-Medikamenten können die Menschen alt werden und ein normales Leben führen. Eine Übertragung auf andere Menschen ist unter einer wirksamen Therapie nicht mehr möglich. AIDS ist vermeidbar und kann behandelt werden!“, erklärt Bachmann.

Im Jahr 2019 ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Saarland, laut Jahresbericht der Aids-Hilfe Saar, erneut gesunken. Für Hermann Scharf, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, ist dies auch ein Indiz für die gute Präventionsarbeit: „Die Aids-Hilfe Saar leistet mit sehr viel Herzblut Aufklärungsarbeit zu HIV im Saarland. Es liegt an uns, dass die Beratungsangebote im Saarland weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben – deshalb werden wir auch mit dem neuen Doppelhaushalt Sorge dafür tragen, dass die AIDS-Hilfe und das Projekt Biss ihre erfolgreiche Arbeit weiterführen können.“ Ein Anliegen von Hermann Scharf ist es darüber hinaus, die Betroffenen nicht zu stigmatisieren: „Leider kämpfen viele nach wie vor mit Vorurteilen, Diskriminierung und Ausgrenzung. Diese Ablehnung führt zu zusätzlichen, tiefgreifenden psychischen Belastungen. Der beste Weg, um unbegründete Berührungsängste aus dem Weg zu räumen, ist eine bessere Aufklärung. Werden Infizierte medizinisch betreut, sind sie zum Beispiel nicht mehr ansteckend. Das ist vielen Menschen überhaupt nicht bewusst!“

Zum Welt-Aids-Tag am 01. Dezember erklären die Vorsitzenden der  Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung kurz SPDqueer Saar, Melanie Schug und Vincenzo Truglio: „In den letzten Jahren haben wir mit Therapieerfolgen medizinisch viel erreicht. Stigmatisierung und Diskriminierung bleiben jedoch als Problem bestehen. Auch darf es denjenigen, die es ohnehin schon schwer haben, nicht noch schwerer durch die Corona-Pandemie gemacht werden. Wir fordern die Berücksichtigung der Belange von HIV-Infizierten bei den Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung.“

Kira Braun
Landesvorsitzende JUSOS SAAR
Quelle: JUSOS SAAR

Die Vorsitzende der saarländischen Jusos, Kira Braun, ergänzt: „Auch in diesem Jahr sollte am 01. Dezember unser Fokus auf den Belangen von HIV-Infizierten liegen. Saarländische Beratungsangebote müssen weiterhin finanziell unterstützt und ausgebaut werden. Um die Hemmschwelle zu den neueingeführten HIV- und Hepatitis-Schnelltests zu senken und auch finanziell Schwächeren die Testung zu ermöglichen, sollten die Kosten in Höhe von jeweils 10 Euro vollständig vom Land übernommen werden.“ Heute diskutieren Kira Braun (Jusos Saar), Vincenzo Truglio (SPD Queer) und Frank Kreutzer (Geschäftsführer der Aidshilfe Saar) live ab 19:00 Uhr auf dem Facebook Account der Jusos Saar über bestehende Diskriminierungen, Beratungsangebote im Saarland und die Auswirkungen der Corona Krise auf die Situation von HIV-Positiven.

Der Welt-AIDS-Tag findet seit 1988 jährlich am 01. Dezember 2020 statt. Er soll die Rechte der HIV-positiven Menschen weltweit bestärken. An diesem Tag steht das Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzungen im Vordergrund. Außerdem erinnert der Welt-AIDS-Tag an die Menschen, die an den Folgen von AIDS verstorben sind.

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