Foto: Stadt Blieskastel

Als sich der Aufsichtsrat der Kita Bliesgau gGmbH zu seiner jüngsten Sitzung traf, stand neben Zahlen und Konzepten vor allem ein personeller Einschnitt im Mittelpunkt: Gründungsgeschäftsführer Guido Freidinger wurde aus seinem Amt verabschiedet. Für den Kommunalpolitiker endet damit ein Kapitel, das er selbst maßgeblich angestoßen und über mehrere Jahre intensiv begleitet hat.

Den Grundstein für die heutige Struktur der kommunalen Betreuungseinrichtungen in Blieskastel legte Freidinger bereits 2024. In seiner Funktion als ehrenamtlicher Beigeordneter der Stadt entwickelte er das Konzept für eine gemeinnützige GmbH als gemeinsame Dachorganisation. Ziel war es, die städtischen Kitas und weitere Angebote in Blieskastel unter einem organisatorischen Dach zusammenzuführen. Gemeinsam mit den Bürgermeistern Bernd Hertzler aus Blieskastel und Michael Clivot aus Gersheim stellte er das Vorhaben in den zuständigen Gremien vor – mit Erfolg: Beide Gemeinderäte stimmten der Gründung der GmbH im Juni 2024 einstimmig zu.

In der Folge wurden mit Unterstützung einer Unternehmensberatung die notwendigen Kooperations- und Gesellschaftsverträge erarbeitet. Parallel dazu führte Freidinger zahlreiche Gespräche mit den Beschäftigten der Betreuungseinrichtungen. Unter Einbindung von Personalräten und Gewerkschaften wurde Einvernehmen über den geplanten Betriebsübergang erzielt. In Informationsrunden erhielten auch die Eltern Einblick in die Neuorganisation. Im Mittelpunkt standen dabei die Ziele der neuen Struktur: die Bündelung pädagogischer Erfahrung, eine bessere Betreuungsqualität, mehr Flexibilität und Innovationsfähigkeit der Einrichtungen sowie eine höhere Transparenz und Verlässlichkeit für Eltern und Kinder.

Mit der Verabschiedung des Wirtschaftsplanes für die neue Gesellschaft im November 2024 und der anschließenden notariellen Beurkundung aller Gründungsdokumente war der Weg für die Neustrukturierung schließlich frei. Planmäßig zum 1. Januar 2025 nahm die Kita Bliesgau gGmbH ihre Arbeit auf – als erste und bislang einzige interkommunale Kita-gGmbH im Saarland. Auf ausdrücklichen Wunsch der beiden Gesellschafter übernahm Guido Freidinger die Geschäftsführung, ehrenamtlich und zusätzlich zu seinen kommunalpolitischen Aufgaben.

Zunächst wurden vier städtische Kitas in die neue Gesellschaft eingebracht. Im August 2025 kamen die Nachmittagsbetreuungen in Breitfurt, Blickweiler und Medelsheim sowie die Kita Peppenkum hinzu. Damit waren fast 100, überwiegend teilzeitbeschäftigte, Betreuungskräfte und mehr als 320 Kinder Teil der gGmbH. Parallel dazu lief die Suche nach einer hauptamtlichen Leitung. Zum 1. Juli konnte im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ein hauptamtlicher Geschäftsführer gewonnen werden. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase übergab Freidinger die Verantwortung und legte sein Amt Ende August nieder.

Bei der Aufsichtsratssitzung nutzte Gersheims Bürgermeister Michael Clivot die Gelegenheit, um Freidingers Rolle beim Aufbau der Gesellschaft ausdrücklich zu würdigen. „Lieber Guido, wir möchten dir im Namen der Gesellschafter und des Aufsichtsrats ganz herzlich danken. Du hast nicht nur den Aufbau der Kita Bliesgau gGmbH von der Pike auf mitgestaltet, sondern auch den Übergang unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den beteiligten Städten und Gemeinden in die neue Struktur begleitet. Dabei hast du es geschafft, die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Kommunen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und so eine einheitliche Grundlage zu schaffen. Dein Engagement war wirklich eine Pionierleistung. Du hast uns allen den Weg geebnet, und wir stehen heute so gut da, weil du von Anfang an diese Basisarbeit geleistet hast. Wir sind dir sehr dankbar dafür und blicken voller Zuversicht darauf, dass die Kita Bliesgau gGmbH auf dem von dir geschaffenen Fundament weiter gedeihen wird. Herzlichen Dank, lieber Guido, für alles, was du für uns und für dieses Projekt getan hast!“, sagte Clivot, auch im Namen von Bürgermeister Bernd Hertzler.

Freidinger zeigte sich von der ausführlichen Würdigung überrascht und bedankte sich spontan bei allen, die den Weg der Neustrukturierung mitgegangen sind. Er hob das Vertrauen hervor, das ihm Stadträte, Verwaltung sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gründungs- und Aufbauphase entgegengebracht hätten. Die neue Organisation der Betreuungslandschaft, mit der eine stabile Grundlage für eine innovative und nachhaltige Weiterentwicklung geschaffen worden sei, habe ihn als Kommunalpolitiker schon lange beschäftigt und sei ihm ein wichtiges Anliegen gewesen. Vor diesem Hintergrund, so machte er deutlich, sehe er vor allem Anlass, den beiden Gesellschaftern und allen Unterstützern zu danken. Mit Blick auf seinen Nachfolger zeigte sich Freidinger überzeugt, „dass die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft in guten Händen“ liege.

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