Symbolbild

Der saarländische Wald wird gerade in Zeiten der Pandemie von vielen Bürgerinnen und Bürgern zur Erholung und zur sportlichen Betätigung genutzt. Schätzungen gehen von über 50.000 Waldbesuchern jeden Tag aus. Vereinzelt kam es in den letzten Monaten durch den „Ansturm“ im Wald auch zu Konflikten zwischen den verschiedenen Besuchergruppen. Ebenso zu einer Beunruhigung und Störung der Tiere im Wald oder zum Betreten von besonders geschützten Lebensräumen mit seltenen Pflanzen.

„Vieles an Wissen ist bei den Besuchern des Waldes bereits vorhanden, und ein achtsamer Umgang mit der Natur ist für viele selbstverständlich. Um den gemeinsamen Umgang miteinander im Wald zukünftig noch konfliktfreier zu gestalten, um vorhandenes Wissen zu stärken und zu ergänzen, letztendlich um die für uns alle wertvollen Wälder mit ihren Tieren und Pflanzen zu erhalten und zu schützen, haben wir uns gemeinsam mit dem SaarForst-Landesbetrieb entschlossen, einen „Waldknigge“ im praktischen Hosentaschen-Format als Faltblatt herauszugeben“, so Umweltminister Reinhold Jost. Der „Verhaltens-Check für Waldfreunde und Waldbesucher“ weist auf Themen wie Wild im Wald, Hunde im Wald, Gefahren und Rettungspunkte im Wald, Nutzung der Waldwege, zeitweise Sperrungen von Waldwegen, Waldbrandgefahr und mehr hin. Hier einige Beispiele, anhand derer die Folgen und die teilweise dadurch entstehenden Kosten für unbedachtes Verhalten im Wald deutlich werden:

Wild: Die zahlreichen Waldbesucher, besonders wenn sie sich abseits der Wege begeben, bedeuten eine besondere Belastung der Wildtiere in der aktuellen nahrungsarmen und ruhebedürftigen Winterzeit. Weiterhin sind Störungen für die Tiere in der kommenden Setz- und Brutzeit zu erwarten. Jost: „Wir appellieren an alle Besucher, auf den Wegen zu bleiben!“

Mountainbike im Wald: Um bestehende Konflikte zwischen Wanderern/Spaziergängern und einzelnen Radfahrern und Mountainbikern zu entschärfen hat das Umweltministerium einen Runden Tisch Mountainbike ins Leben gerufen. Der Austausch mit betroffenen Verbänden (Radfahrerbund, Waldbesitzerverband), Tourismuszentrale, dem für Tourismus zuständigen Wirtschaftsministerium und dem Ministerium für Inneres und Sport zeitigt Erfolge. Die Mountainbike-Aktivitäten sollen landesweit in geregelte Bahnen gelenkt werden. Jost: „Wir schauen uns alle Strecken genau an, und dort wo möglich werden sie legalisiert. Wir sind hierzu auch im Gespräch mit den Kommunen. Ziel ist, in naher Zukunft landesweit ein größeres Angebot an legalen Mountainbike-Strecken im Land vorweisen zu können. Dieses landesweite Streckennetz soll sowohl den Sportlern als auch Mountainbike-Touristen zur Verfügung stehen.“

Müll im Wald: Die illegale Ablagerung von Abfällen im Wald hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Dies ist nicht nur ein waldästhetisches, sondern auch ein großes Umweltschutzproblem. Die Kosten für die Beseitigung dieses illegal abgelagerten Mülls sind in den letzten Jahren stark gestiegen. 2020 beliefen sie sich im Staatswald auf rund 215.000 Euro. „Diejenigen, die ihren Müll – ob aus Nachlässigkeit oder mit Vorsatz – illegal im Wald hinterlassen oder gar gezielt verbringen, verhalten sich dagegen im höchsten Maße asozial. Sie gefährden nicht nur die Biodiversität und schlimmstenfalls auch unser Grundwasser, sondern belasten auch die Gesamtheit der Steuerzahler. Die Entsorgungskosten werden am Ende vergesellschaftet. Dabei ist die fachgerechte Entsorgung etwa über Wertstoffhöfe oft unentgeltlich“, so Minister Jost.

Rettungspunkte: Das aktuelle Netz an Rettungspunkten wurde landesweit im Jahr 2020 kontrolliert. Viele Rettungspunktschilder waren in Folge von Vandalismus nicht mehr lesbar und mussten erneuert werden. Diese Aktion hat Personalkosten von rund 150.000 € verursacht. Die Einrichtung Rettungspunkte im Wald hat schon Menschenleben gerettet. Minister Jost: „Wichtig ist festzuhalten, dass der Lebensraum Wald mit seinen vielfältigen Funktionen, der ganzjährig fast überall für jeden frei betretbar ist, in diesen Zeiten unsere Hilfe und Solidarität braucht. Wir von Seiten des Ministeriums und des SaarForst-Landesbetriebes helfen dem Wald mit unseren Fachleuten. Aber auch alle Bürgerinnen und Bürger dieses grünen Bundeslandes können der Lebensgemeinschaft Wald helfen, indem sie ihr mit Respekt begegnen und sich mit dem „Verhaltens-Check für Waldfreunde und Waldbesucher“ in der Hand schonend und rücksichtsvoll im Wald bewegen.“

Der Leitfaden wird an alle saarländischen Gemeinden und Kommunen, die Tourismuszentralen sowie Naturverbänden verschickt. Zusätzlich kann er auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, unter www.saarland.de  sowohl digital heruntergeladen, als auch in Papierform bestellt werden.

 

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