Peter Gohl wirf ein. Aber zu wenig machte der TV Homburg bei der 26:29 Heimniederlage aus solchen Möglichkeiten. Foto: Hagen
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Kaum noch Hoffnung für den Aufsteiger TV Homburg auf den Klassenerhalt in der Dritten Bundesliga Gruppe Südwest. Durch eine 26:29 (11:13)-Heimniederlage gegen Interaktiv Düsseldorf-Ratingen im ersten Rückrundenspiel rutschte der Aufsteiger am Samstag vor nur 130 Zuschauern in der Homburger Sport- und Spielhalle noch tiefer in den Abstiegskampf. Nachdem der Tabellendrittletzte SGSH Dragons sein Heimspiel am gleichen Abend gegen den TV Kirchzell für sich entscheiden konnte, liegen die Homburger unter ihrem Trainer Pedro Vieira bereits fünf Punkte hinter dem Drittletzten zurück. Rang 14 wäre der Relegationsplatz zum Klassenerhalt in der Dritten Bundesliga Südwest.

Dabei wollte der TV Homburg, der in der Vorrunde mit nur einem Sieg und einem Unentschieden lediglich drei Punkte holte, mit dem Heimspiel gegen Interaktiv Düsseldorf-Ratingen zur großen Aufholjagd in der Rückrunde starten. Doch der Schuss ging nach hinten los. Fahrig, nervös und mit vielen Fehlern bereits in der ersten Halbzeit auftretend, zeigte der TV Homburg – wie auch Interaktiv Düsseldorf-Ratingen – über weite Strecken keine Drittligaform. Kurz zusammengefasst sahen die Zuschauer ein mehr als schwaches Spiel beider Mannschaften. Fehlpässe und schwache Abschlüsse prägten bereits den ersten Spielabschnitt.

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So stand es nach zwölf gespielten Minuten gerade einmal 4:4, ehe Luca Schulz wenig später die Gäste mit 6:4 erstmals mit zwei Toren in Führung brachte. In der 21. Minute zog Interaktiv Düsseldorf-Ratingen durch Tomislav Nuic sogar auf 10:6 davon und machte es dem TV Homburg im Defensivverbund zunehmend schwer. Stetig wechselten die Gäste die Abwehrformationen: Auf eine 6:0-Abwehr folgte eine 5:1-Formation, später im zweiten Spielabschnitt kamen auch eine 4:2- oder sogar eine 3:3-Deckungsvariante hinzu. Dem TV Homburg und seinem Trainer fiel darauf wenig ein. Ballverluste und überhastete Abschlüsse kamen hinzu, etwa von Ante Grbavac, der aus schwierigen Lagen abzog und den Gästetorhüter damit vor keine großen Aufgaben stellte.

Allein durch einige gute Paraden von TVH-Torhüter Fabian Schommer, aber auch durch schwache Angriffsaktionen von Interaktiv, blieb der TV Homburg gegen Ende der ersten Halbzeit im Spiel. Durch Jose Resende kam man noch einmal zum 11:12 heran, ehe Schulz mit der Halbzeitsirene zum 11:13-Pausenstand für Düsseldorf-Ratingen traf. Etwas besser lief es im Angriff für den TV Homburg nach Wiederbeginn der zweiten 30 Minuten. Stetig glich man aus oder lag mit einem Tor in Rückstand. Doch immer, wenn der TV Homburg kurz davor war, die Partie zu wenden, kassierte man Zeitstrafen und lag anschließend wieder mit zwei Toren zurück, so etwa durch Richhard Sibbel zum 15:17 (38.).

Rückraumspieler Robin Egelhof erwischte mit nur drei Toren einen rabenschwarzen Abend. Besser waren unter anderem Ole Schimmel (5 Tore) und Lukas Glück (4 Tore), der von der zweiten Mannschaft zum Drittligateam stieß, in der entscheidenden Phase jedoch ebenfalls den einen oder anderen Treffer liegen ließ. Zehn Minuten vor dem Spielende führten die Gäste mit 25:24. Noch war für den TV Homburg alles möglich – wäre da nicht die zu dünn besetzte Bank gewesen, die sich erneut als entscheidender Faktor für die Niederlage erwies.

So sah es auch Ante Grbavac, der mit vier Treffern ebenfalls unter seinen Möglichkeiten blieb: „Bis zur 50. Minute haben wir gut gekämpft, es wäre auch noch alles möglich gewesen, aber dann fehlten die Kräfte, weil wir wieder zu wenige Spieler zum Durchwechseln hatten.“ Klagen und Erklärungen, die seitens des TV Homburg seit Monaten immer wieder für Niederlagen herhalten müssen. Und was passiert? Statt den Kader zu ergänzen, verlassen Spieler den Tabellenletzten aus Homburg. Nach dem Weggang von Marcel Szöllösi wurde nach dem Abpfiff mit Jan Baptista ein weiterer Spieler verabschiedet. Den Portugiesen zieht es nach Italien, wo er künftig für den A-Ligisten Albatro Siracusa spielen wird. Noch am Freitag wusste die Mannschaft davon nichts. Baptista absolvierte am Samstag sein letztes Spiel für den TV Homburg.

Trainer Pedro Vieira musste in der Schlussphase machtlos mit ansehen, dass die Düsseldorfer das Spiel mit 29:26 für sich entschieden, auch weil seine Spieler die letzten Minuten kraftlos abschenkten. Er wirkte ratlos. Ihm gehen die Spieler aus. Neue Spieler sind scheinbar noch nicht in Sicht – oder doch? Vieira sagte: „Am Montag oder Dienstag soll ein neuer Spieler kommen.“

Zum Spiel selbst meinte er: „Kämpferisch haben wir alles geboten. Aber wir haben uns besonders in der zweiten Halbzeit zu viele technische Fehler geleistet und auch viel zu viele Torchancen vergeben.“ Ante Grbavac gibt sich kämpferisch: „Wir geben noch lange nicht auf, solange der drittletzte Tabellenplatz rechnerisch noch machbar ist.“ Gegen Düsseldorf-Ratingen fehlten neben dem weiterhin nicht fitten Jan Philipp Valda, dem dauerhaft verletzten Torhüter Patrick Schulz, auch Evaldo Almeida, der derzeit beim Afrika-Cup für Angola im Einsatz ist.

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Insgesamt sind die Umstände beim Drittligisten TV Homburg keinesfalls ligagerecht, wenn man die zurückliegenden Monate betrachtet – unter anderem mit der Entlassung des sportlichen Leiters Patrick Grabenstätter, für den mit Roman Kolepp vor drei Wochen ein Nachfolger geholt wurde, sowie dem Weggang von nun zwei Spielern mitten in der Saison. Ob der Kader zum nächsten Spiel am kommenden Samstag beim Viertletzten der Tabelle, HLZ Hochdorf-Friesenheim II, besser aufgestellt sein wird, bleibt abzuwarten.

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