Einen weiteren bitteren Abend erlebte Aufsteiger TV Homburg in der Dritten Handball-Bundesliga Südwest. Am Samstagabend unterlagen die Saarländer in der Sporthalle Halver dem Tabellenvorletzten SGSH Dragons mit 30:36 (14:16). Nach einem starken Beginn und einer weitgehend ausgeglichenen ersten Halbzeit fehlten dem Team von Trainer Pedro Vieira am Ende Kraft, Tiefe im Kader und das nötige Glück. Während der TV Homburg mit nur einem Punkt aus neun Spielen weiter am Tabellenende bleibt, feierten die Dragons ihren zweiten Sieg in Folge und zogen mit nun drei Punkten Vorsprung am Aufsteiger vorbei.
„Wir haben lange Zeit sehr gut gespielt und mehr als nur mitgehalten“, erklärte Homburgs Trainer Pedro Vieira nach der Partie. In der Anfangsphase trat seine Mannschaft konzentriert auf. Nach sieben Minuten erzielte Peter Gohl das 4:2 für die Gäste, ehe Ante Grbavac – mit 14 Treffern überragender Spieler des Abends – den TV Homburg mit 6:5 in Führung brachte. Doch dann schlichen sich Unkonzentriertheiten und Wurfpech ein: Mehrfach traf Robin Egelhof nur Pfosten oder Latte. Die Dragons nutzten diese Phase konsequent aus. Julian Thomas schloss in der 18. Minute einen 3:0-Lauf zur 8:6-Führung ab. Kurz darauf erhöhte Igor Panisic auf 10:7 (21.), ehe Christopher Böhmer mit einem Doppelschlag auf 12:7 stellte.
Trotz des zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstands gab sich der TV Homburg nicht geschlagen. Noch vor der Pause verkürzte Grbavac auf 14:15, doch die Hausherren legten zum 16:14-Pausenstand nach. „Da war noch alles möglich, auch für uns“, so Patrick Grabenstätter, sportlicher Leiter des TVH. Tatsächlich starteten die Homburger stark in den zweiten Durchgang: Nach Treffern von Grbavac, Robin von Lauppert (Siebenmeter), Konrad Wagner und Jan Ole Schimmel drehte der TVH mit einem 4:0-Lauf die Partie und führte in der 35. Minute mit 18:17.
Doch die Freude währte nicht lange. Nach dem erneuten Ausgleich schwand die Kraft der Homburger zunehmend. „Zu viele Spieler müssen zu viele Minuten durchspielen – das kostet uns in fast jedem Spiel den möglichen Erfolg“, resümierte Vieira. Die Dragons übernahmen die Kontrolle und zogen innerhalb von zehn Minuten auf 30:22 davon (50.). Ein 10:2-Zwischenspurt entschied die Partie frühzeitig. Zwar zeigten die Homburger Moral und gestalteten die letzten Minuten wieder offen (8:6 für den TVH in der Schlussphase), doch die Niederlage war nicht mehr abzuwenden.
„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles versucht“, so Vieira. „Aber am Ende fehlten Kraft, Konzentration und ein wenig Glück.“ Auch Grabenstätter lobte den Einsatz: „Bis zur 40. Minute waren wir auf Augenhöhe. Dann kamen zu viele Fehlwürfe und viel Pech dazu – darunter mehrere Aluminiumtreffer.“ Trotz der prekären Lage mit nur einem Punkt bleibt beim TV Homburg Optimismus bestehen. „Der Abstieg ist noch lange nicht besiegelt“, betonte Grabenstätter. Zum Relegationsplatz 14, auf dem derzeit die SGSH Dragons stehen, beträgt der Rückstand nur drei Punkte.
Hoffnung setzt der TV Homburg auf die Rückkehr wichtiger Leistungsträger: Tim Altmeyer (Wadenbeinbruch), Torhüter Patrick Schulz (Bizepssehnenriss) und Jan Philipp Valda (Kreuzbandverletzung) sollen im Januar ins Mannschaftstraining zurückkehren. Bis dahin muss Trainer Vieira improvisieren.
Bereits am kommenden Samstag (1. November) tritt der TV Homburg um 19 Uhr beim Longericher SC Köln an. Eine Woche später folgt das Heimspiel gegen die Bergischen Panther (8. November, 18.30 Uhr, Robert-Bosch-Schulsporthalle). Verzichten muss Vieira dann auch auf Evaldo Almeida, der mit der Nationalmannschaft Angolas unterwegs sein wird.






















