Quelle: FC 08 Homburg
Anzeige

Im Homburger Waldstadion erlebten knapp 1000 Zuschauer am Samstagnachmittag eine Partie, die alles hatte – Tempo, Intensität und reichlich Strafraumszenen. Am Ende stand für den FC 08 Homburg gegen den Tabellenzweiten TSV Steinbach Haiger jedoch nur ein 1:1, das sich angesichts der Überzahl ab der 62. Minute wie eine vertane Chance anfühlte.

Dabei begann die Begegnung verheißungsvoll, waren die ersten 25 Minuten wohl mit die stärkste Phase des FCH in dieser Saison. Aggressiv im Zweikampf, variabel im Spiel nach vorn und mit klaren Möglichkeiten durch Gonçalves, Petermann und Mendler drückte Homburg den Tabellenzweiten tief in die eigene Hälfte. „Ich ärgere mich, dass wir so ein Spiel nicht gewinnen. Wir waren deutlich besser im Spiel, dann kassieren wir aus dem Nichts den Gegentreffer – das darf so nicht passieren“, haderte Neuzugang Steffen Nkansah, der ein ordentliches Startelf-Debüt gab. 

Anzeige

Homburg war tonangebend, geriet aber nach einem sauber ausgespielten Angriff der Gäste durch Jonas Singer (25.) in Rückstand – Mitten in die Drangphase schlug Steinbach eiskalt zu: Jonas Singer traf in der 25. Minute zur Gäste-Führung. Ein Treffer, der dem Spiel zunächst einen Knick gab. Doch die Grün-Weißen schüttelten sich und suchten noch vor der Pause vehement den Ausgleich. Nico Jörg zwang Gäste-Keeper Heim zu einer Glanztat, Mendler verzog knapp. „Wir haben die erste Halbzeit dominiert, müssen zwei, drei Tore machen. Stattdessen gehen wir mit einem Rückstand in die Kabine – das war brutal“, bilanzierte Trainer Roland Seitz.

Auch nach dem Seitenwechsel suchten die Grün-Weißen den Weg nach vorn. In der 61. Minute wurde Nico Jörg im Strafraum zu Fall gebracht – Markus Mendler übernahm Verantwortung und traf vom Punkt eiskalt zum 1:1 (61.). Nur Sekunden später schwächte sich Steinbach selbst: Serkan Firat flog mit Gelb-Rot (62.) – erst Meckern, dann das Spiel weiter verzögert. In Überzahl spielte der FCH das Spiel eigentlich richtig – mit viel Druck über die Außen, geduldig im Aufbau und immer wieder mit Bällen in die Box. Doch im letzten Drittel fehlte die letzte Konsequenz, die Genauigkeit.

Anzeige

Mendler per Kopf (69.) und Petermann (81.) näherten sich der Entscheidung, Steinmetz’ Schuss touchierte den langen Pfostenbereich – die vielzitierte „Murmel“ wollte nicht durch. Und weil Steinbach mit langen Bällen und Kontern immer wieder Nadelstiche setzte, musste der FCH hinten wach bleiben: die größte TSV-Chance vereitelten die Grün-Weißen im Kollektiv, Ole Käuper’s Abschluss wurde geblockt (79.). In der Schlussphase probierte Manuel Kober es aus der Distanz (87.), erneut ohne Fortune. Danach war Schluss.

Seitz benannte die zähe Wahrheit: „Zu viele individuelle Fehler kosten uns in dieser Saison immer wieder Nerven. Qualität und Erfahrung sind da – jeder Einzelne muss sie abrufen. Gegen Steinbach war der Aufwand hoch, die Restverteidigung meist sauber, aber die Effizienz hat gefehlt.“ Was Mut macht: Mit Nkansah gewann der FCH an Präsenz im Zentrum, Gonçalves gab dem Übergangsspiel Schub. Elemente, die den Grün-Weißen in den vergangenen Spielen zu oft fehlten. 

Unterm Strich überwiegt die Enttäuschung – ein Sieg gegen den Tabellenzweiten wäre sicherlich verdient gewesen. 90 Minuten lang war Homburg die aktivere, mutigere Mannschaft, die gegen ein aktuelles Topteam der Liga nicht nur dagegenhielt, sondern es über weite Strecken dominierte. Für die Tabelle bringt das Remis zu wenig, sportlich aber war es ein Auftritt, der zeigt: der FCH kann mehr! Die kommenden Aufgaben in Mainz und zu Hause gegen Großaspach werden zeigen, ob die Mannschaft die Konsequenz vor dem Tor findet – und sich für ihre Auftritte belohnt.

Anzeige