„Klasse statt Masse“ – diese Devise hat Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger für die weitere Entwicklung des Tourismus im Saarland ausgegeben. „Unsere neue Leitidee richtet sich nicht mehr auf reine Wachstumszahlen, wir setzen verstärkt auf Qualität und Nachhaltigkeit“, sagte sie. Segmente, in denen die Wertschöpfung hoch ist, würden bevorzugt bearbeitet. Wenn es gelinge, in den wichtigsten Bereichen die Saison zu verlängern und so die Umsatzchancen zu erhöhen, sei ein wichtiger Schritt getan.
Diesen Ansatz vertritt sie auch auf sechs Landkreiskonferenzen, bei denen die saarländische „Tourismuskonzeption 2025“ diskutiert und auf die konkreten Verhältnisse in den einzelnen Landesteilen heruntergebrochen wird. Am Freitag, 3. Juni 2016, war die Ministerin im Saarpfalz-Kreis zu Gast.
„Ziel unserer Konferenzen ist es, die Planungen und Schwerpunkte der Landkreise möglichst harmonisch in die Landeskonzeption zu integrieren, dies insbesondere auch vor dem Hintergrund möglicher zukünftiger touristischer Projekte, die durch das Land finanziell gefördert werden sollen“, so die Ministerin. Ihr Ziel sei es, die Zahl der als umweltfreundlich zertifizierten Tourismusbetriebe deutlich zu steigern: „Auf der Grundlage von Marktforschungsergebnissen verfolgen wir gemeinsam mit den Partnern in Kreisen und Kommunen eine Strategie, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte einbezieht. Dabei ist es wichtig, bei der weiteren Entwicklung in jeder Phase die einheimische Bevölkerung mitzunehmen. Auch die Lebensqualität ist ein Maßstab, genauso wie die Attraktivität des Saarlandes als Ort des Arbeitens und Lebens.“ Landrat Dr. Gallo konnte feststellen, dass die Leitlinien des regionalen Tourismuskonzeptes für den Saarpfalz-Kreis und das Biosphärenreservat Bliesgau passgenau zur Landeskonzeption die gleichen Ziele verfolgen um die Region touristisch aufzuwerten.
Auch wenn kein Tourismuswachstum um jeden Preis angestrebt wird, sollen für die kommenden Jahre auch quantitative Marketingziele festgelegt werden. So können Fortschritte und Problemfelder besser identifiziert werden. Rehlinger: „Zu unseren Zielen gehört es, das Nachfragevolumen langsam, aber kontinuierlich auf 3,3 Millionen Übernachtungen zu steigern. Zugleich sollen die Einkommen aus dem Tourismus von 627 auf 700 Mio. Euro gehoben werden. Im Jahr 2020 wird eine Zwischenbilanz gezogen.“
An der Erarbeitung der neuen Konzeption waren viele Praktiker mit den unterschiedlichsten Perspektiven beteiligt: Tourismusverbände und -einrichtungen, Hotel- und Gaststättengewerbe, IHK Saarland, Städte- und Gemeindetag, die Landeshauptstadt Saarbrücken sowie der Landkreistag kamen in Expertengesprächen und Workshops zu Wort. Der Prozess wurde koordiniert von Wirtschaftsministerium und Tourismus-Zentrale TZS, das Institut dwif-Consulting Berlin sorgte für die wissenschaftliche Begleitung.
Handlungsschwerpunkte
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Weitere Stärkung des Tourismusbewusstseins in der saarländischen Bevölkerung (TZS)
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Bildung eines KMU-Netzwerks für die Tourismuswirtschaft (IHK)
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Gezieltes Ansiedlungsmanagement mit Blick auf größere Tourismusprojekte (Strukturholding Saar)
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Aufwertung der Ortskerne und Innenstädte (Städte- und Gemeindetag)
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Markenbildung und einheitliche Kommunikationsstrategie für das Reiseland Saarland (TZS)
















