Symbolbild

Mit den ersten Frühlingstagen zieht es viele Motorradfahrer auf die Straßen in der Region. Doch nach den Wintermonaten müssen sich Auto- und Motorradfahrer erst wieder aneinander gewöhnen Gegenseitige Rücksichtnahme ist daher das A und O, um Unfälle und Gefährliche Situationen zu vermeiden. ADAC Verkehrsexperte Thomas Hätty gibt Tipps.

Der ADAC empfiehlt Motorradfahrern vor der ersten Ausfahrt unbedingt einen Technik-Check, um das Gefährt nach der langen Pause wieder verkehrstauglich zu machen, sowie eine Überprüfung der Sicherheitsausrüstung. Wegen möglicher Spiegelungen des Sonnenlichts sollte auch das Helmvisier auf Kratzer untersucht werden. Thomas Hätty, Leiter Verkehr und Technik beim ADAC Nordbaden e.V., gibt zu bedenken: „Auch die eigenen Fähigkeiten sollten nach einer längeren Pause nicht überschätzt werden. Dazu kommt die körperliche Fitness, die ebenfalls eine große Rolle spielt.“

Der Technik-Check
Nach längerer Standzeit muss das Motorrad zunächst gründlich gereinigt und auf Fehler oder Roststellen überprüft werden. Auch eine ausreichend geladene Batterie ist nach Angaben von Thomas Hätty wichtig, da sonst die Gefahr besteht, dass Assistenzsysteme wie das ABS nicht funktionieren. Daneben müssen Motoröl, Bremsflüssigkeit, Kühlmittel überprüft und Licht sowie elektronische Anlagen (z.B. Kupplungs- und Seitenständerschalter) getestet werden. „Ebenfalls zum gründlichen Technik-Check gehört die korrekte Spannung und Schmierung der Antriebskette und eine Überprüfung von Bremsbelägen, Bremswirkung, Reifenprofil und Luftdruck.“, so der ADAC Verkehrsexperte. Zur Sicherheit sollte auch ein Auge auf die TÜV-Plakette geworfen werden.

Langsam einsteigen
Für die erste Tour in der neuen Saison empfiehlt Hätty: „Biker sollten sich vor der ersten Tour unbedingt wieder mit ihrer Maschine vertraut machen. Die erste Ausfahrt findet im besten Fall auf einer wenig befahrenen Straße statt, sodass zum Beispiel die Bremsen getestet werden können. Auch das Kurvenfahren und Ausweichen sollte aufgefrischt werden, um sicher auf den Straßen unterwegs zu sein. Der ADAC Experte rät, bei der ersten Tour maximal 200 Kilometer zurückzulegen und idealerweise allein zu fahren. Anspruchsvolle Tagestouren sollten zunächst vermieden werden.

Gegenseitige Rücksichtnahme auf und neben der Straße
Nicht nur die Motorradfahrer müssen sich erst wieder ans Fahren und an ihre Maschine gewöhnen, auch für Autofahrer ändert sich mit den Zweirädern nun die Verkehrslage. „Gerade zu Beginn der Motorradsaison unterschätzen Autofahrer Geschwindigkeit und vor allem Beschleunigungsvermögen der Zweiräder und übersehen die schmale Silhouette der Zweiräder leicht“, so Hätty. Eine rücksichtsvolle und vorausschauende Fahrweise aller Verkehrsteilnehmer kann dabei gefährliche Situationen und Unfälle vermeiden.

Hätty ergänzt: „Biker müssen zudem immer auf den Straßenzustand achten, schon kleine Risse, Schlaglöcher oder Frostschäden können zur Gefahr werden.“ Unnötigen Lärm zu vermeiden gehört ebenfalls zu einem rücksichtsvollen Miteinander. „Viele Biker sind sich dabei gar nicht bewusst, dass sie mit der eigenen Fahrweise viel zur Lärm-Entlastung in besonders betroffenen Gemeinden beitragen können. Eine vorausschauende Fahrweise ohne unnötiges Abbremsen und Beschleunigen, der Verzicht auf nachtägliches legales Soundtuning und die Einhaltung der Tempolimits senken die Geräuschentwicklung deutlich“, so der ADAC Experte.

Training zur Auffrischung
Auf seinen Trainingsanlagen in Heidelberg und Kronau bietet der ADAC Nordbaden Fahrsicherheitstrainings für einen sicheren Start in die Motorradsaison an. Dort werden unter anderem das richtige Bremsen und Ausweichen trainiert sowie Strategien für Notmanöver geübt. Neben Basis- und Intensivkursen gibt es auch spezielle Angebote für Wiedereinsteiger, bei denen Motorrad und Ausrüstung bereitgestellt werden. Alle Infos dazu gibt es unter adac.de/nordbaden oder unter T 0721 810 49 11.

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