Wer im Saarland lebt, hat beim Tanken derzeit einen klaren Vorteil gegenüber dem Rest der Republik. Mit durchschnittlich 1,930 Euro für einen Liter Super E10 und 1,928 Euro für Diesel ist das kleinste deutsche Flächenland laut einer aktuellen ADAC-Auswertung vom 12. Mai 2026 das günstigste Pflaster an der Zapfsäule – und zwar in beiden Kraftstoffkategorien.
Am anderen Ende der Preisskala stehen Schleswig-Holstein und Hamburg. Im nördlichsten Bundesland kostet Super E10 im Schnitt 1,984 Euro pro Liter, was den letzten Platz im Benzin-Ranking bedeutet. Beim Diesel führt Hamburg die Liste der teuersten Länder an: 1,996 Euro werden dort fällig, nur knapp unter der psychologisch wichtigen Zwei-Euro-Marke. Auch Brandenburg schneidet bei Benzin kaum besser ab, während Hessen und Schleswig-Holstein beim Diesel auf den hinteren Plätzen landen.
Dass das Saarland regelmäßig zu den preiswertesten Tankregionen Deutschlands zählt, hat strukturelle Gründe. Die hohe Tankstellendichte sorgt für Wettbewerb, und die unmittelbare Nähe zu Luxemburg – traditionell ein günstiges Tankland – drückt die Preise zusätzlich nach unten. Bei Benzin folgen Bayern und Bremen auf den nächsten Plätzen, beim Diesel liegen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hinter dem Saarland.
Eine gute Nachricht für Autofahrerinnen und Autofahrer in ganz Deutschland: Erstmals seit längerer Zeit liegen die Kraftstoffpreise in sämtlichen 16 Bundesländern unter der Zwei-Euro-Grenze. Doch diese Entspannung könnte nur von kurzer Dauer sein. Der ADAC warnt angesichts erneut steigender Ölpreise vor einer baldigen Verteuerung an den Zapfsäulen.
Entscheidend für den Geldbeutel ist inzwischen auch der richtige Zeitpunkt zum Tanken – und der hat sich grundlegend verschoben. Seit dem 1. April 2026 gilt in Deutschland eine neue Tankregelung nach österreichischem Vorbild. Sie schreibt vor, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich anheben dürfen, und zwar um 12 Uhr mittags. Danach müssen die Preise entweder gleich bleiben oder dürfen ausschließlich gesenkt werden. Die günstigste Phase liegt damit nicht mehr am Abend, sondern kurz vor der Mittagszeit.
Der ADAC rät Verbrauchern, die Preise vor dem Tanken konsequent zu vergleichen und gezielt die günstigste Tankstelle anzusteuern. Für die aktuelle Untersuchung hat der Automobilclub die Preisdaten von mehr als 14.000 Tankstellen ausgewertet, die bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfasst sind. Die Zahlen bilden eine Momentaufnahme vom 12. Mai 2026 um 11 Uhr ab – also genau in jener Phase, in der die Preise ihren Tiefpunkt im Tagesverlauf erreichen.




















